1990 – 1999

Die Jahre 1990–1999

1990

Saison 1989/1990 – Oberligaaufstieg

Die alten Rot-Weiß-Recken mögen dem Schreiber (Trainer Ulli Leuendorf) verzeihen, aber dies war wohl eine der besten Mannschaften, die für diesen Verein spielte.

Der erfahrene Michael Hesse im Tor mit der notwendigen Erfahrung, Übersicht und Strafraumbeherrschung. Sein Vertreter Andy Pusch, phantastisch auf der Linie, mit Abstrichen in der Strafraumbeherrschung, auf den jederzeit Verlass ist, ein echter Rot-Weißer. Lazarus, zu ihm möchte ich als Trainer sagen, mit welchem Ehrgeiz und vorbildlichem Einsatz er sich in Spiel und Training – trotz aller beruflichen Schwierigkeiten – in diese Mannschaft reingekniet hat, verdient Anerkennung, seine Regie vom Liberoposten aus war Extraklasse und zeugt von Oberligaerfahrung. Mit Andy Vater im Deckungszentrum, einem kompromisslosen Manndecker, den sich keiner als Gegenspieler wünscht. Rainer Przybylski mit seinen bescheidenen spielerischen Mitteln als sehr unangenehmer Verteidiger. Frank Schmiedke, der defensive Mittelfeldmann, der sich nach taktischen Gegebenheiten wieder ins Deckungszentrum zurückfallen ließ oder mit großem Laufpensum den Offensivdruck über die linke Seite nach vorne trägt. Sein Pendant auf der rechten Seite, Matthias Vater, der Mannschaftskapitän, der schon soviel Verantwortung in diesem Verein trägt, ein kämpferisches und spielerisches Vorbild, wunderschön anzusehen seine Vorstöße aus der Tiefe des Raumes und die daraus resultierenden Tore. Der Youngster M. Frank, in dieser Saison endgültig zum Stammspieler avanciert, die Defensivrolle mit Deckungsaufgabe im Mittelfeld scheint ihm zu liegen, seine Offensivfähigkeiten litten darunter jedoch, sind aber mit wachsender Erfahrung und Spieltechnik auszubauen. Uwe „Balu“ Kienast, von den technischen Fähigkeiten einer der Besten, die jemals bei Rot Weiß spielten; einziger Wermutstropfen: Gewichtsprobleme, wenn er aber die Gegenspieler „austanzt“ seine fulminanten Tore schießt, Freistöße versenkt, dann ist seine Beliebtheit in diesem Verein zu erklären. Dazu kommt seine mitreißende Art, die Mitspieler zu motivieren und an seiner guten Fußballkultur teilhaben zu lasen. Jürgen Pirker,hauptberuflich „Marathonläufer“, oft zurückgetreten oder totgesagt, konnte nochmals vom Trainer überzeugt werden, dass die 1. Mannschaft ohne ihn noch nicht auskommt; seine spielerischen Mittel sind bekannt und in der Achse mit Kienast war er die entscheidende Persönlichkeit für den Erfolg in dieser Saison. Der alte Mann Robert Pridöhl, der sich einen persönlichen Wunsch erfüllte und nach Jahren der Verlässlichkeit im Tor nun noch mal seine offensiven Fußballstiefel schnürte und den Sturm anführte, mit all seiner Erfahrung und „Ausgewichstheit“, beitragend zur erfolgreichen Mischung der Aufstiegself. Nochmals AndreasPusch, der als Vertreter von Hesse seinen Mann stehend, viermal im Tor, mit dreizehn vollen Einsätzen und acht Ein- oder Auswechslungen (ca. je eine Halbzeit), immerhin als zweiter Stoßstürmer 18 Tore erzielte, also der eigentliche Goalgetter, ein Vorbild an kämpferischem Einsatz- und Leistungswillen.

Die Reservebank  besetzt mit Peter Herrschaft, jederzeit einsetzbar in der Abwehr, der aus beruflichen Gründen nicht voll mitziehen konnte. Henry Klukas, der ebenfalls aus beruflichen Gründen oft verhindert war, der mit mehr Zeit und Leistungsbereitschaft zum Stammspieler hätte aufrücken können, Harry v. Allmen, mit Problemen im Verhältnis zum Trainer nach seiner blamablen Vorstellung im Pokalspiel gegen BVG-Schwarz-Weiß. Rolf Lehmann, einer aus der jungen Garde der „Zweiten“, der sich nahtlos als Manndecker in den Abwehrblock einfügen kann. Achim Ibrom, einer der ersten, die aus der DDR zu uns stießen, der Stoßstürmer  mit allen notwendigen fußballerischen Anlagen,

der aber leider vom Verletzungspech verfolgt ist.

Als letztes seien noch zwei Spieler aus dem Kader dieser Saison erwähnt, zum einen Rodewald, der sich anschickte, noch eine Saison in der „Ersten“ draufzusetzen und dann durch eine langwierige Knieverletzung ausfiel, zum anderen Marco Hollert, ein weiterer Spieler aus der jungen Garde der Zweiten, der erst ziemlich spät in den Kreis der Ligamannschaft vom Trainer geholt wurde, aber durch seine Spielweise im Sturm und seine Tore bewies, dass ihm die Zukunft bei Rot-Weiß gehört.

Saisonübersicht 89/90 – Die Stationen zum Aufstieg

Mit Siegen über Sparkasse, BVG Nord, WTB-Bau, Berliner Lehrer und Süd 73 legte die Mannschaft einen phantastischen Saisonstart hin, bis das Spitzenspiel gegen Waggon Union mit 2:1 verloren ging. Wie sich später herausstellte, bei der Waggon Union unter Zuhilfenahme nichtgemeldeter Spieler. Einem Sieg gegen Kreuzberg 11 folgte dann die wohl bitterste Niederlage gegen die vermeintlich schwächere Mannschaft von Stern 66. Zum erstenmal wetterbedingt auf dem kleinen, schmalen Kunstrasenplatz in der Markgrafenstraße schaffte es Stern uns 3:1 niederzukämpfen. Es folgte wiederum eine Serie mit 10:0 Punkten und 30:4 Toren gegen Bundesdruckerei, Justitia, Sparkasse, WTB-Bau und nochmals Bundesdruckerei, ehe uns die Lehrer in der gefürchteten Jungfernheide um 16.30 Uhr beim 0:0 einen Punkt abknöpften. Zu diesem Zeitpunkt führte immer noch Waggon-Union, obwohl hinter vorgehaltener Hand schon der Ausschluss diskutiert wurde. Nach einer kämpferischen Partie trennte man sich verdientermaßen 1:1 Unentscheiden. Mit Siegen über Süd 73, BVG Britz, Kreuzberg 11 und Justitia schraubte man die Serie auf 11 Spiele ohne Niederlage, mit 20:2 Punkten und 48:6 Toren. Zwischenzeitlich wurde Waggon-Union wegen des wiederholten Einsatzes von nichtgemeldeten Spielern zum Abstieg verurteilt, so dass Rot-Weiß als Staffelsieger und Aufsteiger feststand.

 

Mannschaft der Saison 89/90:

Optimale Mischung im Mittelfeld und überragender Lazarus im Abwehrzentrum

 

HESSE – LAZARUS – PRZYBYLSKI – A.VATER – SCHMIEDKE – M.VATER – FRANK – KIENAST – PIRKER – PRIDÖHL – PUSCH

Reserve: Herrschaft, Klukas, v. Allmen, Lehmann, Ibrom, Jeske, Hollert

Goalgetter der Saison: Kienast (19), Pusch (18), M.Vater (11), Lazarus (6)

Abschlusstabelle Liga Staffel B

Platz
Team
Spiele
Tore
Punkte
1
RW Tempelhof2068:1933: 7
2
BVG Britz 2063:21 31: 9
3
WTB Bau2078:3529:11
4
Stern 662036:2225:15
5
Süd 7353:3823:17
6
Berliner Lehrer2034:2921:19
7
Sparkasse2045:4318:22
8
Kreuzberg 112021:9010:30
9
Bundesdruckerei2028:669:31
10
Justitia2017:734:36
11
Waggon Union 1. Absteiger

Pokalrunde 89/90

Im Pokal scheitert RWT als Titelverteidiger im Achtelfinale an viertklassigem Verein.

Im diesjährigen Pokalwettbewerb hatte der Titelverteidiger RWT durch Losglück wieder drei leichte Auftaktgegner. Mit Siegen über Telesport 5:1, Viktoria-Versicherungen 6:1 und FU-Berlin 4:0 gelangte man in das Achtelfinale. Die Auslosung fiel mitten in die Siegesserie der Punktspielrunde und brachte uns den vermeintlich „Kleinen“ BVG Schwarz-Weiß aus der 2. Klasse. Die Mannschaft hatte wohl schon das „Double“ Aufstieg und Pokalsieg im Kopf, anders ist die desolate Leistung dann im Spiel nicht erklärbar. Nach 32 Minuten lag man bereits 0:2 zurück. Der kurzfristig nach langem Urlaub als Manndecker in die Mannschaft genommene Harry v. Allmen meinte, seinem Gegenspieler bis in dessen Strafraum folgen zu müssen. Auflösungserscheinungen in der Abwehr waren die Folge. Auch alle anderen spielten unter Form. Nach mehreren lautstarken Diskussionen mit dem Trainer am Spielrand kam dann in der 35. Minute der bewährte Przybylski für v. Allmen. Dies war das letzte Spiel für Harald van Allmen, der seit 1979 viele Spiele für Rot-Weiß bestritt, davon fast  12 Jahre auf dem Liberoposten spielte und somit Mitglied der „Allstar-Elf“ von Rot-Weiß ist (die 13 Spieler, die am längsten in der Stammelf der ersten Mannschaft standen).

BVG Schwarz-Weiß zog verdientermaßen mit einen 3:1 in die nächste Runde ein. Es sei noch vermerkt, dass die siegreiche Mannschaft im Viertelfinale den Oberligisten Berliner Feuerwehr, nach einem 1:1 n.V., im Elfmeterschießen scheitern ließ und erst gegen den Wunschgegner des Trainers BfA (Oberliga) im Halbfinale ausschied.

 

Zwei Aktivitäten der 1. Mannschaft in der Saison 89/90 seien zum Abschluss noch erwähnt. Aufgrund der politischen Umwälzungen wurden wir Anfang des Jahres 1990 auf Betreiben unseres Sportkameraden Jeske (ehem. SG J. Weigert) zu dem gleichnamigen Gedenkturnier nach Friedrichshain eingeladen.

Turniersieger wurde der Veranstalter, die SG Jochen Weigert. Wir belegten den 4. Platz mit 5:5 Punkten und 8:9 Toren

Aus diesem Turnier entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zur BSG Chemie Wolkenstein, die sich in einem Besuch der Chemnitzer beim Punktspiel der Ersten gegen WTB-Bau am 10.03.1990 in der Markgrafenstraße (3:1) mit anschließenden Feierlichkeiten im „Rollfeld“ und einem Gegenbesuch der Rot-Weißen in Wolkenstein vom 10. bis 12.08.1990 widerspiegelten.

Als letztes sei die diesjährige Vereinsreise nach Matzwitz erwähnt, mit zwei Spielen gegen TSV Hessenstein, 5:3 und VFB Behrensdorf, 3:1.

Ein kleiner Ort an der Ostsee in Schleswig-Holstein. Die Reise kam durch Kontakte unseres Spielers Rolf Lehmann zustande, der dort im hohen Norden geboren wurde,

Es spielte folgende Mannschaft:

Pusch –Dudek – Tjarks, Lehmann, Zimmermann/Leuendorf, Bläsing/M.Vater, Behrend, Kienast, Bettac – Hollert, Klotz

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Die  1. Mannschaft nach dem großen Umbruch der Saison 1990/91.
stehend von links: Luhn, Hasenauer, Klotz, Przybylski, Herrschaft, Dudek, Hollert vorne kniend von links: Ibrom, R.Wimmer,Pusch, Jordan, Frank

1991

Das Jahr 1991 ist als „dunkles Kapitel“ in unserem Verein zu bezeichnen.

Das liegt z.B. daran, dass nach der Ausarbeitung der Chronik bis 1991, für das Jahr 1991 und besonders für die Saison 1990/1991 keinerlei Aufzeichnungen vorliegen.

 

Die ersten 25 Jahre der Chronik wurden textlich und mit Bildern von unserem Gründungsmitglied Peter ROGGENBACH und technisch – Druck, Einfügung von Bildern

und Einband von Günter ZITHIER erstellt. JOCHEN BEGNER, GERHARD FIECK und KLAUS-DIETER LAUBMANN waren die Drucker. Für die Jahre 1980 bis 1984 gab es dann die Erweiterung. Für die „dritte Generation“,die Jahre 1984 bis 1990, zeigten sich ROGER DUDEK, SIGI BLÄSING und ULLI LEUENDORF verantwortlich. Mit dem Jahr 1990 endeten die Aufzeichnungen.

Erst im Jahre 2004, zum Beginn der Vorarbeiten zu unserem fünfzigjährigen Jubiläum, konnte RAINER PRZYBYLSKI aufgrund seiner eigenen “Kurzchronik“, die er seit 1994 erstellte, die Lücke füllen. Profitieren konnte er dadurch, dass der Rot-Weiss-Report im Jahre 1992 nach langer Pause, nach Einstellung im Jahr 1977, wieder erstellt wurde.

Das Jahr 1991 ist also nur aufgrund von Erinnerungen wiederzugeben und einem Spielberichtsbüchlein von Trainer Ulli Leuendorf, welches in den neunziger Jahren von Rainer Przybylski für eine „ewige Spielstatistik“ verwendet wurde.

 

Wir erinnern uns noch an den erfolgreichen Saisonabschluss des Jahres 1989/90 der 1. Mannschaft: Aufstieg als Tabellenerster der Liga in die Oberliga.

 

Mit einer erfahrenen Mannschaft um die Routiniers Lazarus, Mathias und Andreas Vater, Schmiedke und van Allmen und den den seit 1987 in der Mannschaft spielenden Kienast, Przybylski, Pusch, den  in die Stammelf nachgerückten C.Mietz, Klukas, M.Frank und den „Jungen Wilden“ Klotz, Lehmann, Hollert und Bettac, die aus der 2.Mannschaft dazustießen, bestritten wir das Unternehmen „Oberliga“ gegen so namhafte Gegner wie BSR, SCHERING, NEUE HEIMAT, WASSER 75 und SPINNE ZEHLENDORF.

Eine Schwächung an Erfahrung war natürlich, dass sich die Oldies Pirker und Rodewald nun endgültig aus der 1.Mannschaft zurückzogen.

Dass die Oberliga ein schweres Unterfangen bedeuten würde, war von vornherein zu erwarten. Völlig unerwartet waren aber die Entwicklungen, die sich zu Beginn des Jahres 1991 ergaben.

ROT-WEISS stand nach dem Ende der Hinrunde mit nur wenigen Pluspunkten aus einigen Unentschieden auf dem letzten Tabellenplatz. Dies drückte natürlich auf die Moral. Hinzu kam, dass Leistungsträger wie Peter Herrschaft, unser Torwart Hesse , van Allmen und Libero Lazarus am Anfang bzw. mitten in der Saison aufhörten. Sei es aus beruflichen oder persönlichen Gründen oder durch ein Zerwürfnis mit dem Trainer. Auch Perspektiven fehlten einigen, die durch den letzten Platz natürlich nur den Abstieg bedeuten konnten. Ein altes Thema: bei Misserfolg war es schon immer schwer, die Mannschaft zu motivieren.

Damit fehlten alleine 6 Spieler aus dem Auftstiegsjahr bzw. dem Pokalfinale.

Damit sah Trainer Leuendorf sich seiner Grundlage als Trainer beraubt und betreute am 26. Januar 1991 letztmalig die Erste Mannschaft.
Folge: die 1. Mannschaft wurde mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, da sich kein Nachfolger fand.

Die 1. Mannschaft bestritt nur 13 der 22 Spiele in der Oberliga-Saison 1990/1991.

Eine Situation, die somit einmalig war und zum ersten Mal  nach über 35 Jahren vorkam.

Aufzeichnungen über das Abschneiden der Alten Herren und der Zweiten Mannschaft lagen nicht vor, so dass der  Berichterstatter nach 14 Jahren keine Grundlage mehr  für einen weiteren sportlichen Bericht der Punktspielsaison 90/91 hatte.

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Junge Spieler rückten aus der 2.Mannschaft in die Erste auf:Stehend von links: Lehmann,Przybylski, Hollert,Kienast, Pusch, Mrosik . Vorne kniend von links: Hasenauer, M.Vater, J.Volkmann, Jungtow

Ein weiterer schwerer Schlag traf uns in diesem Jahr: Ehrenmitglied Erich Gottwald, der erste Heimleiter des Heimes in der Holzmannstraße, mit K.-H. Mietz sogenannter Mitbegründer von Rot-Weiss, starb Ende des Jahres.

Die einzige Rot-Weiss-Reise führt uns in die neuen Bundesländer nach Wolkenstein ins Erzgebirge , mal von der Hintertux-Fahrt abgesehen.

1992

Bei der Jahreshauptmitgliederversammlung gab es einen Generationswechsel. Unser langjähriger 1. Vorsitzender Olaf Liesenfeld gab nach 19 Jahren Vorstandsarbeit, davon 18 Jahre als 1.Vorsitzender, seinen Abschied aus dem Vorstand bekannt. Nachfolger wurde Roger Dudek.

Es war nur ein kurzer Abschied für Olaf, denn noch am gleichen Abend wurde er von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden – mit Sitz und Stimme im Vorstand – ernannt.

Damit wurde nach Karl-Heinz Mietz das zweite Mitglied zu einem Ehrenvorsitzenden  gewählt.

Auch mit dem Hintergrund der schlechten sportlichen Situation der Ersten Mannschaft (Zurückziehung aus der Oberliga im Vorjahr) verlas er seine Abschiedsrededie in dieser Chronik in voller Länge stehen wird, da sie alles verkörpert, was uns ROT-WEISSE in unserem Verein identifiziert:

image190Abschiedsrede des 1. Vorsitzenden Olaf Liesenfeld nach seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden

 Allen, die unsere Mannschaften in der vergangenen Zeit begleiteten, kann nicht entgangen sein, dass wir enorme Schwierigkeiten haben, einen geordneten Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

 Sicher ist meine Sicht der Dinge die eines Außenstehenden, da mir in der heutigen Zeit die Nähe zu den Aktiven fehlt. Dennoch bitte ich euch, mir aufmerksam zuzuhören. 

Es wird eine sehr persönliche Rede, weil sie meine Einstellung zum Vereinsleben und Mannschaftssport darstellt. Dieser Verein könnte aber nicht länger mein Verein sein, wenn sich für die Ideale und Ziele, die diese Gemeinschaft früher anstrebte, heute keine Mehrheit mehr findet. Auch auf die Gefahr hin, dass das Nachfolgende für einige unter euch verstaubt klingt, möchte ich versuchen, wieder wachzurufen, was einstmals selbstverständlich war. 

Und noch etwas sollte vorher ganz deutlich gesagt werden: Mit diesen Worten wende ich mich nicht an die Rot‑Weißen, die Woche für Woche trotz der unterschiedlichsten Widerstände dafür sorgen, dass sie spielbereit sind, wenn Ihre Mannschaftskameraden sie brauchen. 

Nach meiner Auffassung erfüllen die Amateurvereine in Deutschland eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Sie sind eine der wenigen Organisationen, in denen Ideale wie Hilfsbereitschaft, Gemeinschaftssinn, faires Verhalten gegenüber dem Gegner gefragt sind und gefördert werden. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft nicht nur verarmt, sondern zugrunde geht, wenn diese Ideale in Vergessenheit geraten. 

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt nun aber zweifelsfrei, dass diese Amateurvereine, und damit die dort gepflegten Ideale unter Druck geraten. Ausgelöst wird dies durch die ständig wachsenden Anforderungen all der einzelnen in unserer Gesellschaft. Jeder verspürt diesen stärkeren Druck und viele glauben ihm nur standzuhalten, wenn sie sich Freiräume schaffen, in denen sie mit ihren ganz persönlichen Bedürfnissen leben können und keinerlei Verpflichtungen erfüllen müssen. Oft verspürt man dieses Bedürfnis spontan und setzt sich über gegebene Zusagen auch dann hinweg, wenn andere durch den Wortbruch Nachteile erleiden.

Viele sind nur noch bereit, sich in dem Umfang in eine Gemeinschaft einzugliedern, wie diese ihre Wünsche befriedigt. Wünsche der Gemeinschaft an den einzelnen werden immer häufiger abgeschlagen. Das führt zur Reduktion des Angebotes der Vereine. Einige wenige machen die Arbeit für alle. Die Mitglieder „konsumieren“ ihren Verein. Sie meinen, mit dem Mitgliedsbeitrag sich den Anspruch auf das gesamte Vereinsprogramm gesichert zu haben. Doch die eingangs erwähnten Ideale kann man nicht kaufen. Man muss von ihnen überzeugt sein und für sie leben. 

Seinem Amateurverein sollte man nicht mit der gleichen Einstellung und dem gleichen Anspruchsdenken entgegentreten, wie z.B. einem Fitness-Center. Obwohl ich schon mehrfach Beobachtungen machte und Tendenzen spürte, die mich glauben ließen, genau dies sei der Fall. Denn dort kann man erscheinen wann man will und ist nicht gezwungen, seine Vorstellungen des Ablaufs irgendwelchen Vorgaben unterzuordnen. Man bleibt allein in einer Ansammlung Gleichgesinnter und gründet seine Wünsche und Ansprüche auf der Zahlung des Beitrags. 

Dies darf die zukünftige Vereinsführung bei uns nicht zulassen. Der Fußballsport dient nicht zur Selbstdarstellung des Einzelnen, sondern kann nur dauerhaft erfolgreich betrieben werden, wenn die Fähigkeiten der Beteiligten aufeinander abgestimmt werden, und sich jeder zum Wohle des ganzen in die ihm zugewiesene Aufgabe fügt. 

Dabei entsteht ein erfolgreiches Team nicht sofort beim Zusammentreffen besonders guter Spieler, vielmehr wächst es über Jahre, wenn Spielverständnis und -kultur der Spieler sich angleichen. Jede Eigenwilligkeit fügt dem Team Schaden zu und verlängert den Reifungsprozess einer Mannschaft. 

Wer unsere Chronik durchblättert, der kann durchaus erkennen, dass den Erfolgen des Vereins stets Perioden des Aufbaus vorangingen und dass den Erfolgen stets Rückfälle folgten. ÖTV-Pokalsieg und Wiederaufstieg in die Oberliga stellen sicher die größten Erfolge der SG. Rot-Weiß Tempelhof dar. Ihnen folgte aber auch der tiefste Sturz der Vereinsgeschichte. Darin sollten die betroffenen Aktiven eine Aufforderung zum Neubeginn und nicht zur Resignation oder gar Abwanderung sehen. Je früher ihr euch fangt und mit der Verlässlichkeit und Begeisterung der erfolgreichen Tage in eure Spiele geht, umso früher werden sich wieder Erfolge einstellen. Erfolge, die euch später ebenso mit Stolz und Freude in der Chronik blättern lassen wie wir Älteren dies heute können. 

Denen, die meinen, die vor unserer Mannschaft liegende Aufbauphase überspringen zu können, indem sie zu einer gerade erfolgreichen Mannschaft wechseln, sei gesagt: Kein Erfolg, und mag er In den Augen anderer noch so bedeutend sein, wird so tief empfunden, wie der, den man mit erarbeitet hat. 

Darum mein Appell an alle, aber besonders an jene, die nur mit dem halben Herzen dabei sind oder vor dem notwendigen Aufbau resignieren: 

Lasst uns den Neubeginn am Anfang dieser Saison zum Anlass nehmen, mit der Verlässlichkeit, der Disziplin, dem Einsatz und der Begeisterung an die Spiele heranzugehen, die uns in vergangenen Zeiten mit Stolz sagen ließ: Ich bin ein Rot-Weißer. 

Es ist an euch, ein weiteres, erfolgreiches Kapitel der Vereinsgeschichte zu schreiben. Sollte es euch nicht gelingen, wird der sportliche Bestand dieses Vereins gefährdet sein.

Denn den kann weder eine ehrenamtliche Tätigkeit noch euer Mitgliedsbeitrag sichern. Und ihr könntet, wenn euch danach ist, Kameradschaft und Gemeinschaftssinn zu erfahren, nicht auf selbst Erlebtes, sondern nur auf die Chronik zurückgreifen. 

Ein neuer Vorstand wird euren Neubeginn mit seinem Schwung unterstützen. Manche – und auch ich – meinen sicher, ich verlasse die Brücke zu spät; aber ich wollte sie erst verlassen, wenn ….. 

Rot-Weiß braucht Spieler, die „brennen“! 

Ich hoffe und hoffentlich viele von euch mit mir, dass das Vereinsschiff schon bald zur Freude aller mit einer verlässlichen Crew unter vollen Segeln neuen Zielen entgegenstrebt. 

Ich hoffe, dass es vielen von euch bei ihrem Rückblick auf ihre aktive Vereinszugehörigkeit so geht wie mir jetzt, dass sie sagen können: 

Ein wesentlicher und schöner Abschnitt meines Lebens galt Rot-Weiß Tempelhof. 

Euch allen, aber ganz besonders dem neuen Vorstand, wünsche ich alles Gute und viele große Erfolge.

Euer Olaf Liesenfeld

In diesem Jahr gab es im wahrsten Sinne des Wortes einen Neubeginn, so wie ihn Olaf Liesenfeld gefordert hatte.

Dies wurde durch den neu aufgelegten ROT-WEISS-REPORT fundamentiert, der durch Andreas Kamin, Thomas Bettac in Mithilfe von Manuela Hollert und Hansi Jordan erneut ins Leben gerufen wurde.

Die ersten Ausgaben eines RWT-Reports gab es 1975. Damals noch unter der Leitung von Klaus-Dieter ARP, Immo KNOSSALLA, Günter ZITHIER und Peter ROGGENBACH. Diese Periorde dauerte bis 1977.

Nach der Rückrunde der Saison 91/92 stand die Erste Mannschaft auf dem neunten Tabellenplatz (von 12 Mannschaften) der Liga, Staffel A.

Schwierig in dieser Situation war das verletzungsbedingte Ausscheiden unseres Mannschaftskapitäns Mathias Vater zu verkraften, der sich am 29.02. im Spiel gegen  BMW Spandau einen komplizierten Doppelbruch (Wadenbein und Schienbein) zuzog und  durch zwei unserer Spieler sofort ins Krankenhaus Westend gebracht wurde.

Von April bis Anfang Juni standen die entscheidenen Spiele für die Erste an, welche über Abstieg oder Verbleib in der Liga entscheiden sollten.

Am 12. Juni entschied ein 1:5 gegen die Berliner Bank endgültig gegen den Verbleib in der Liga. Der Abstieg wäre bis zur letzten Minute zu verhindern gewesen, hätten wir gewonnen. Die Erste wäre dann mit drei anderen Mannschaften punktgleich gewesen, aber aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Liga geblieben.

Somit gab es nach dem Abstieg aus der Oberliga einen „Durchmarsch“ in die zwei Klassen tiefere „1. Klasse“.

Trainer Roger Dudek resümiert im neuen Rot-Weiss-Report, Nr. 2:

Der Abstieg wäre zu verhindern gewesen, wenn man einen Trainingsplatz gehabt hätte, und der Ausfall einiger Leistungsträger durch Verletzungen  nicht gewesen wäre.

Hinzu kommt, dass es für viele Aktive ständig eine Doppelbelastung war, in der 1. und 2. Mannschaft in einer Woche zu spielen, so war es teilweise sehr schwer, eine optimale Besetzung zu finden.

Viele wirkten nach der langen Saison ausgebrannt und konnten zum Schluss nicht mehr zusetzen. Die Spielerdecke für die Erste und Zweite Mannschaft ist zu dünn. Es muss jedem klar sein, dass, wenn er absagt, es keine großen Alternativen gibt…..

 

Die 1. Mannschaft hatte es in der1.Klasse nun gegen nicht mehr so namhafte Gegner wie AOK, BESG, GRAND HOTEL ESPLANADE, RANK XEROX und NIXDORF zu tun.

Nach den ersten Spielen, die verloren gingen, sollte sich aber eine atemberaubende Jagd nach Punkten eröffnen. Bis zum 22.Januar 1993 holte die 1. Mannschaft 10 Siege in Folge und wurde an diesem Tage erst durch Bund/Zoll mit einem 2:2 „gestoppt“.

Erwähnenswert hierbei war sicherlich eines der kuriosesten Spiele der letzten Jahre. Ein Spiel, das den Beteiligten noch lange in Erinnergung bleiben wird:

Am 07.12.1992 lagen wir 25 Minuten vor Ende des Spiels gegen die BESG mit 0:3 zurück.

Durch Tore  von Kamin, Kienast, Ibrom erzielten wir innerhalb kürzester Zeit 5 Tore!

 

Die 2.Mannschaft war unabhängig der Entwicklungen bei der 1. Mannschaft eine „Konstante“ in unserem Verein.

Dies lag auch daran, dass sie eine „eigene Welt“ innerhalb des Vereins darstellten. Da Ex-Trainer Ulli Leuendorf Ende der Achtziger bei Pokalsieg und Aufstieg in die Oberliga keinen seiner Spieler aus der Ersten Mannschaft hergab, kam es vor, dass Spieler der Ersten noch nicht einmal von der Existenz einer 2. Mannschaft wussten.

Die „Zweite“ spielte also ihren eigenen „Stiefel“ bis zum Ende der Saison 90/91. Erst ab der Saison 91/92 stießen viele Spieler der Zweiten zur Ersten.

Die 2. Mannschaft belegte am Ende der Saison, wie schon in den zwei Jahren zuvor, einen gesicherten Mittelfeldplatz in der obersten Spielklasse, der Leistungsklasse mit jeweils demselben Punktresultat von 21:23 Punkten am Saisonende !!!, bei 45:55 Toren.

Die „Zeitrechnung“ der Statistik der 2. Mannschaft begann erst ab der  Hälfte der Saison, Anfang des Jahres 1992.

Die Alten Herren kamen dem Aufruf des RWT-Reports nach und schrieben fortan auch Berichte und Statistiken, so dass auch hier ab der Saison 91/92 mit den Toren und ab der Saison 93/94 mit den Spielen eine lückenlose Statistik aufgebaut werden konnte.

Die „AH“ spielten in der Staffel AH1 und belegten am Saisonende den 3. von 11 Plätzen mit 55:30 Toren und 28:12 Punkten. Staffelsieger und Aufsteiger wurde BA Wedding mit 32:8 Punkten vor BA Kreuzberg mit 30:10 Punkten.

Erwähnenswert auch, dass Andreas Kamin seine Schiedsrichterprüfung ablegte, in den kommenden Jahren dieses Amt aber kaum ausführte.

Thomas Bettac verletzte sich schwer: Mehrfacher Bänderriss !

Peter Herrschaft, der uns in der letzte Saison nur  noch ganz sporadisch zur Verfügung stand, nahm endgültig Abschied von ROT-WEISS.

Uwe Kienast, von allen „Balu“ genannt, organisierte ein Festessen a la „Ritter der Tafelrunde“. Beim Festessen in der Nachodstrasse kam es dabei am Ende zu einem Kuriosum. Die letzten beiden „Rot-Weiss“-Gäste mussten ihre Getränke nicht mehr zahlen, da alles schon von anderen Sportkameraden – wahrscheinlich zu viel – beglichen wurde.

Peter Rodewald versuchte eine lang vorbereitete Vereinsreise zur Fussball-WM 1994 in die USAzu organisieren. Leider meldeten sich zu wenig für diese weite Reise und die Bemühungen verliefen im Sande.

image192J.Polauke scheidet nach 22 Jahren !!! aus der Spitze des Vereins aus. Er ist damit der Rot-Weiße mit den meisten Jahren Vorstandsarbeit.

 Mitglieder mit den meisten Jahren an Vorstandsarbeit:

 J.Polauke                   22 Jahre

M.Vater                      22 Jahre         (Stand 2007)

P.Rodewald               21 Jahre

 

 

1993

Die Alten Herren hatten einen schweren Stand in der AH1, eine Ebene unter der obersten Spielklasse. Spiele wie gegen die BEWAG am 19.02. im Grüngürtel gingen mit 2:8 verloren (mit 10 Spielern und dem nach 2 ½ Jahren reaktivierten K.H.Paech) und veranlassten Spieler wie Jürgen Jakuscheit zu dem Spruch: ”Man…sind wir ein Lazarett”. Jürgen Polauke gab es Jochen Begner mit den Worten:”Jochen..du hast nur einen Gegenspieler..und der ist immer frei”, und Peter Utz resümierte, nachdem mal wieder eine seiner “technischen” Vorlagen nicht bei seinem eigenen Mitspieler ankam: ”Der war aber diesmal ganz überlegt abgelegt”.

So kam es, dass die AH um Betreuer Tjarks am 01.03.1993 auf dem zwölften, dem letzten Tabellenplatz, stand.

Mit 17:50 Toren und 5:23 Punkten aus  14 Spielen war die Mannschaft mehr als abstiegsgefährdet, da bis zum rettenden 10. Platz  noch 6 Punkte Unterschied waren. Alleiniger Spitzenreiter war die BVG Britz mit 28:0 Punkten.

 

Die Erste wurde Zweiter bei einem gut besetzten Hallenturnier um den Coffee-Cup und unterlag erst im Endspiel der BVG Britz mit 1:0 durch einen von Christian Wimmer verschuldeten Hand-Siebenmeter.

In der Meisterschaft ging es weiterhin um wichtige Punkte um den Aufstieg in die Liga.

Diese von der Mannschaft selbst ausgegebene Zielvorgabe wurde im wichtigen Spiel gegen unseren ärgsten Widersacher, Rank Xerox, mit einem 2:1-Sieg umgesetzt. Dies war der vorentscheidene Schritt zum Aufstieg. Im letzten Punktspiel gegen SEL genügte dann ein Punkt. Es wurde ein 6:3.

Die 1.Mannschaft war somit 1.Aufsteiger in der ersten Klasse, Staffel A und mit was für einer Bilanz: 83 geschossene Tore (83:51), 10 Siege in Folge, 12 Spiele am Stück nicht verloren.

 

Von der 2. Mannschaft kann der Chronist nur soviel berichten, dass es in der Rückrunde ein deprimierendes 0:8 gegen die 2.Männer der BSR gab, ein 2:2 gegen die Feuerwehr, ein 4:1 gegen Senat, ein 2:3 gegen Stern 66 sowie eine Absage gegen die Berliner Bank.

Da im Rot-Weiss-Report Nr. 6 keine Abschlusstabelle gedruckt war, wir aber in der Saison 93/94 der U1,Staffel B zugeordnet wurden, konnte dies  nur folgerichtig bedeuten, dass die2.Mannschaft aus dem Oberhaus der 2.Mannschaften, der eingleisigen Leistungsklasse, abgestiegen war.

Dasselbe kann auch über die Alten Herren geschlussfolgert werden. Auch hier gab es keine Abschlusstabelle im Report, geschweige denn weitere Spielberichte. Die AH wurde aufgrund des Tabellenplatzes für die nächste Saison in die AH2 eingeteilt, dementsprechend stand also einAbstieg aus der AH1 am Ende der Saison zu Buche!
Nach schwerer Krankeit verließ uns viel zu früh unser Sportkamerad Siegfried Bläsing, langjähriger Spieler der  Ersten und Zweiten Männer sowie der AH. Dies war ein schwerer Schlag für uns, denn “Siggi” Bläsing war ein Aktivposten bei Rot-Weiss. Wir verabschiedeten ihn am 26.02. auf dem Heidefriedhof in Berlin -Tempelhof.
Rekord-Torschützenkönig der 2.Mannschaft wurde M.Hollert mit 25 Toren. Außerdem wurde er gleichzeitig Rekord-Gesamttorschützenkönig mit 49 Treffern (1.+2. Mannschaft) Er schoss insgesamt 49 Tore in 35 Spielen der 1.+2. Mannschaft. Das bedeutete einen neuenRekord! Dieser Rekord hält bis zur Gegenwart an.

Außerdem stellte er im nächsten Jahr einen neuen Tordurchschnittsrekord -für eine Mannschaft- von 1,67 Toren pro Spiel auf. (20 Tore bei 12 Spielen für die 2.Mannschaft). Dieser Rekord sollte erst von Carsten Schwochow im Jahre 1999 unterboten werden (Schnitt von 1,9 in der 1.Männer) und von Jörg Clarus in der Saison2002/03 verbessert werden. (Schnitt von 2,0 bei den Senioren).

Eine Vereinsreise nach Todendorf/Matzwitz organisierte zum zweiten Mal Rolf Lehmann. Sie brachte uns vom 20.-23.Mai wieder nach Schleswig-Holstein. Über Himmelfahrt fuhren zwölf Rot-Weisse anstatt mit einem von Andreas Pusch angekündigten Kleinbus mit zwei nagelneuen BMW der 3er Serie und einem Opel Omega Richtung Ostsee. Wichtigtes Utensil der Hinreise waren die 8 Kisten mit kleinen Flaschen der Fränkischen Pflaume, die nur bis kurz hinter Wittstock hielten, da wir alle in den Mega – Vatertagsstau gerieten. Andi fluchte, dass er den Fahrer spielen mußte!

Die Reise war reich an Höhepunkten, war es nun unsere Wirtin namens Astrid oder die Bardame Ingrid, die laut Reisebericht von Uwe Kienast mehr an „Jabba, the Hud“ aus dem Film „Star Wars“ erinnerten; oder Detlef Zänker, der ein grosses Bier mit 0.5 Liter Inhalt in 3 Sekunden schlucken konnte, oder Andreas Pusch, der mit Kreuzschmerzen am nächsten Morgen aufwachte, weil er die ganze Nacht auf einer Flasche Asbach gelegen hatte; oder ein Besuch in Rolf Lehmanns Ausbildungsstätte, der Nervenheilanstalt Neustadt, wo alle Rot-Weißen in einer Art Polonäse, noch halb alkoholisiert vom Vortag, durch die Klinik wankten. Weitere Höhepunkte: eine Lästertour nach Lübeck, um alle Passanten, die an unserem Strassencafe vorbeikamen, zu belästigen, sowie das Miterleben einer Fussball-Aufstiegsfeier auf dem Lande. Höhepunkt der Reise war, dass wir in einem Freibad bei 15 Grad Aussentemperatur und 18 Grad Wassertemperature Andres Pusch seiner Badehose gewaltsam entledigten und kurz danach eine Vorschulklasse das ansonsten leere Freibad betrat. Nachdem Andi 15 Minuten unter Wasser ausgehalten hatte, während wir unter die warmen Duschen flüchteten, gab es seinerseits „Morddrohungen“, so dass wir ihm seine Hose wiedergaben, und er vor den Kids das Wasser verlassen konnte.. …eben eine richtige „Vatertagstour“…

Für die Hinrunde der Saison 1993/94 wurde uns eine Trainingsmöglichkeit in einer Halle, besser gesagt in einer Alten Brauerei in Berlin-Friedrichshain beim SG Empor Brandenburger Tor angeboten.

Auch  nach ermahnenden Worten unseres 2.Vorsitzenden Mathias Vater wurde diese Möglichkeit zu wenig genutzt und verlief nach einiger Zeit im Sande. Zu weit war wohl vielen der Weg von Tempelhof  oder Spandau in den Ostteil der Stadt.
image194Besser angenommen wurde da das Grillfest in der Adlermühle am 21. August.

Spielberichte lagen auch diesmal

dem Chronisten, der sich auf den RWT-Report Nr.6 stützen musste, nicht vor.

Einzig allein drei Ausschnitte aus der

Fuwo zeigten den Tabellenstand aller

drei Mannschaften.

 

Während die 1.Mannschaft nach 11 Spielen

als achte von zwölf Mannschaften

im Mittelfeld der Liga Staffel A

platziert war, stand die Zweite mit

11:1 Punkten und 25:8 Toren an

der Tabellenspitze der U1-Staffel B.

Die AH war Achte der vierzehn

Mannschaften der AH-2 mit

13:15 Punkten.

 

Zwei Jahre hielten Sie durch:

Thomas Bettac und Andreas

Kamin gaben nach der siebenten

Ausgabe der neuen Zeitrechnung..

(die ersten Ausgaben gab es 1975-1977)

des ROT-WEISS-REPORTES auf.

Zu wenig Berichte erreichten die

beiden Redakteure um den

Drucker Hansi Jordan und die

„Tipperin“ Manuela Hollert.

 

Am Ende des Jahres gab es wie schon seit 1981 die Skifahrt nach Hintertux. Ein Termin, der sich als fester Bestandteil im Rot-Weiss- Leben etabliert hatte.

image196

RWT in Hintertux :h.R.v.l. Knossalla, v.Allmen, Dudek, Liesenfeld, Begner,S.Volkmann, K.-H. Paech, Pridöhl

vorne kniend v.l.: M.Vater,Th.Vater, A.Vater, Leuendorf,Fieck, Müller, Rodewald (Bild von 1986)

1994

Auf der Jahreshauptmigliederversammlung am 18.02.94 wurde der alte und neue Vorstand wiedergewählt:
Am 26.02 feierte Rot- Weiß auf Betreiben des 2. Vorsitzenden ein Faschingsfest. Alle Mitglieder wurden schriftlich eingeladen. Leider kamen nur 5 Rot-Weisse in die Pufendorfstraße in Berlin-Mitte zu den Räumlichkeiten des SG Empor Brandenburger Tor, wo wir bis vor Kurzem noch in der Halle trainierten.

Im März gab es ein wichtiges 3:1 gegen die BVG Schwarz-Weiß, obwohl auch hier Roger Dudek in seinem Bericht wieder von Spielerabsagen kurz vor Anpfiff berichten musste. Meistens wurden es nur 11 Spieler, die über 90 Minuten die Rot-Weiß-Fahne hochhielten.
Die Erste siegte weiterhin. Mit der Mannschaft:

PUSCH – R.WIMMER – MROSIK , PRZYBYLSKI , M.VATER , LUHN , JUNGTOW , KIENAST , KAMIN – IBROM , HOLLERT
.. gewannen wir mit 7:0 am Grüngürtel gegen BVG Spandau.

Erwähnenswert außer dem Ergebnis war noch, dass wir an diesem 11.03. nach dem Spiel in Reih und Glied in der Duschkabine anstanden mussten, da es nur eine einzige warme Dusche gab. Panik befiel die letzten drei Pusch, Przybylski und Kienast, als der viertletzte plötzlich bemerkte, dass das warme Wasser ausging. So zwängte man sich zu dritt unter einen Strahl. Ein Anblick, den der Chronist bestimmt nicht vergessen wird.

Trotz weiterer Punktverluste gegen IBM (2:8), Stern NDL (0:2), Viessmann (0:4), Gerling (1:1), Süd 73 (3:3), Rank Xerox (0:1) und BVG SVU 59 (1:3) hielten wir bei der 1.Männer dieLiga. Für unseren 1. Vorsitzenden und Trainer Roger Dudek fast unbegreiflich, retteten wir uns mit 19:25 Punkten und 45:68 Toren auf Platz 8. Absteiger waren Rank Xerox und BVG Spandau auf Platz 11 und 12. Aufsteiger in die Oberliga wurde die BSG Viessmann.

Wir setzen 28 Spieler in der 1. Mannschaft ein!
Die 2. Mannschaft startete mit einem 4:2-Punktsieg gegen die GASAG II und lieferte eine perfekte Vorstellung gegen Senat III, welche  wir mit 12:2 im Volkspark Wilmersdorf gewannen.

Erwähnenswert waren 7 Tore von Marco Hollert. Diesen Rekord teilte er sich mit den Spielern K.D.Arp, Rodewald und Kamin, in späteren Jahren kamen noch die Spieler  Clarus und Hellwig hinzu. Nach 11 Spielen 20:20 Punkte auf dem Konto, alle glaubten an den sofortigen Wiederaufstieg in die Leistungsklasse. Kurz vor Ende der Saison ging der Mannschaft aber die Puste aus. Von den letzten 4 Begegnungen verloren wir 3 Partien.

 

Die Entscheidung um den Aufstieg musste also am 11. Juni fallen. Mit einem Sieg gegen den späteren Tabellensiebenten Nestle wären wir Tabellenerster geworden. Es gab nur einen Aufstiegsplatz. Aber anstatt den Triumph doch noch einzufahren, trat unsere Mannschaft mangels Spieler nicht mehr an. Ein Vorgang, der im Nachhinein allen Lesern als unerklärlich gilt. Insidern aber war bekannt, dass die zweite Mannschaft nicht aufsteigen wollte.

Man landete somit als Tabellenzweiter und 26:10 Punkten bei 73:31 Toren auf Platz 2

Immo Knossalla startete 1994 seine AH-Berichte im übersichtlichen ausführlichen Schreibmaschinenstil. Er wurde mit seinen Berichten zur wichtigen Informationsquelle der Alten Herren in unserem Verein. Unvergessen seine Hintertux-Berichte, die jedes Mal ein Highlight unseres Vereinsblattes darstellten.

Am 25.02.94 gab es das Spiel der AH gegen den Spitzenreiter BA Reinickendorf. Die Nordberliner waren immerhin mit 25:3 Punkten Tabellenführer der AH2. Wir dagegen hatten mit 13:15 Punkten einen Mittelplatz nach der Winterpause erkämpft.

Wie Immo berichtete, trotzte unsere AH dem BA Reinickendorf doch tatsächlich einen Punkt ab.

Man spielte mit folgender Aufstellung:

KNOSSALLA – POLAUKE – RODEWALD , K.-D. ARP, LEUENDORF – FIECK , JAKUSCHEIT , MALEK , TJARKS – PRIDÖHL , UTZ     ..dies waren 539 Jahre Erfahrung!

Bis zum 1:3 gegen Wasser 75 am 18.05. im Beelitzhof verlor die AH kein einziges Saisonspiel im Jahre 1994. Von den letzen 13 Spielen der Saison 93/94 wurde somit nur eines verloren. Folgerichtig  landete die AH auf einem guten sechsten Mittelfeldplatz mit 29:23 Punkten. Meister wurde das BA Reinickendorf mit 48:4 Zählern.

Im Jahr 1994 gab es viel zu feiern. Neben den obligatorischen Grill- und Weihnachtsfeiern in der Adlermühle hatten wir unser 40-jähriges Bestehen in einem festlichen Rahmen zu würdigen.

In einem Jubiläumsturnier gewann die Mannschaft von Coffea Spandau mit 8:0 Toren und 9:1 Punkten. Zweiter wurde die Erste von Rot-Weiß, sechster die Zweite Mannschaft.

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Die 1. und 2. Männer des Jubiläumsturniers, sowie  H. Volkmann von den AH (rechts)

Hier die Ergebnisse mit unserer Beteiligung:

1.Coffea Spandau     9:1 Punkte

2.RWT 1                  6:4

3.GASAG                 6:4

4.SEL                     5:5

5.BA Tempelhof        3:7

6.RWT 2                  1:9

 

Die Alten Herren spielten ebenfalls.
Spiel um Platz 3 RWT AH – Rot-Schwarz 65                   1:0

Endspiel                  Südwest – GASAG                        0:2

 

Auf dem Platz in der Prühßstrasse wurden Stände aufgebaut und Merchandising betrieben.

 

image200Gefeiert wurde dann hinterher auf dem Gastschiff MS Deutschland.

m 16.00 ging es los von der Moabiter Hansabrücke bis in den Schwielowsee hinein und über Potsdam zurück. Ankunft war gegen 24.00 Uhr. Ein wunderschöner Abend, der allen gerne und lange in Erinnerung blieb.

Maßgeblich am Gelingen der Jubiläumsveranstaltung trugen bei:

 Karl-Heinz MIETZ (Protokoll und Organisation der Spiele)

       B.HELD ,und G. FIECK (Verkaufsstände)

image202Olaf LIESENFELD (Ansprachen auf der Festveranstaltung)

       Rainer PRZYBYLSKI (Betreuung der Mannschaften)

       Günter ZITHIER (Ausarbeitung der Jubiläums-Einladung)

       Peter RODEWALD (Spenden und Organisation zum Merchandising)

       Jürgen POLAUKE und Mathias VATER (Gesamtorganisation und Schriftverkehr)

Die Reiselust packte die Rot-Weißen in diesem Jahr besonders:

Natürlich die Ski-Fahrt nach Hintertux, dann zog es eine kleine Reisegruppe mit Liesenfeld, Dudek und Kienast nach Prag, und dann gab es gleich drei Herrentouren. Es ging zum Zelten zur Mecklenburgischen Seenplatte (3 Rot-Weiße) , zum Angeln ins Fichtelgebirge (8 Rot-Weiße), und es gab eine große AH-Tour nach Ostfriesland zu Albert Tjarks Zweitsitz hinter dem Deich bei Emden, wo auch Fußball gespielt wurde.

Abgerundet wurde das ganze durch eine Angeltour auf der Nordsee, nachzulesen in einem der witzigsten Reiseberichte, die je bei Rot-Weiss geschrieben wurden, von Ulli Leuendorf, im RWT-Report Nr.9.

Für viele war der Reisehöhepunkt des Jahres die Isar-Floßfahrt am 24.06. nach München.

Von Wolfratshausen gingen 8 Rot-Weiße bei 35 Grad und mit 200 Litern Bier sowie 50 anderen Bayern auf das Floß und strudelten Richtung München. Eine 5-Mann-Blasmusikkapelle heizte bei den ohnehin schon tropischen Temperaturen kräftig ein.

Beendet wurde das Wochenende im Biergarten bei Haxen und einer oder mehrerer Maß Bier. Organisiert wurde die Fahrt von Mathias Vater und seinem Münchener Freund Ralph.

Einziger Zwischenfall war ein Eklat im Hotel: Nachdem am Freitagabend/Samstagfrüh Ulli Leuendorf und Uwe Kienast etwas angesäuselt nach einem internen Bierschoppen zu sehr später Stunde niemanden mehr an der Rezeption auffanden und die Hoteltür zu war, nahmen sie den Geheimweg durch die Tiefgarage und bedienten sich eines Zimmerschlüssels. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass die beiden sich nicht nur im Zimmerschlüssel sondern auch im Hotel geirrt hatten…..made  in Rot-Weiß.

Der Mitgliedsbeitrag im Jahre 1993 betrug 180 DM. Dies sollte 10 Jahre später immer noch der Fall sein. Eine erstaunliche Konstante in 10 Jahren!

Rot-Weiß erwirkte beim FVF, dass wir nicht mehr der „35-Mann-Klausel“ unterlagen, welche bis dahin maximal 35 Spieler für die 1.und 2. Mannschaft vorsahen.

Wenn auch kein zahlendes Mitglied, aber  ein Teil der Rot-Weiß- Familie, war Hannelore Utz, die uns viel zu früh in diesem Jahr verließ. Rot-Weiß trauerte um die lebenslustige und charmante Frau von Peter Utz.

Nachdem die Kameraden Bettac und Kamin Ende 93 das „Handtuch warfen“ und den Rot-Weiß-Report nach der 7. Ausgabe nicht mehr fortführten, übernahm Rainer Przybylski in alleiniger Regie die Arbeit der Presse und führte ab dem Frühjahr diesen Jahres  den Report weiter. Seine eigene Zielvorgabe waren mindestens 3 Ausgaben im Jahr.

Auf der Grillfeier in der Adlermühle im August versprach Mathias Vater einen Bußgeldkatalogeinzuführen (z.B. Versetzen der Mannschaft), wie aber schon in den vergangenen Jahren zuvor und  auch den Jahren danach wurde dies nicht umgesetzt.

Am Ende des Jahres 1994 sei hier noch ein Spiel der Ersten Männer aus der Saison 93/93 erwähnt, welches mit Absicht nicht schon vorher in dieser Chronik Platz fand und aufgrund seiner Einmaligkeit gesondert am Ende dieses Jahres als „Besondere Anlage“ beigefügt wird.

Es handelt sich um das Spiel Berliner Feuerwehr I gegen RWT I am 16.05. im Siebenendenweg. Es war die bis dahin höchste Niederlage einer Rot-Weiß-Mannschaft in einem Punktspiel. Das Ergebnis: 0:19.

Den Bericht verfasste seinerzeit Rainer Przybylski, der die undankbare Aufgabe hatte, zwischen dem Vatertag und dem Wochenende, wo sich viele unserer Spieler im Urlaub befanden, eine schlagkräftige Truppe zusammenzutrommeln.
Der Bericht aus dem Rot-Weiß-Report steht in dieser Chronik in voller Länge, da er all die Strapazen der Spielbetreuer widerspiegelt, wie sie öfter vor jedem Spiel geschehen:
DER SCHWÄRZESTE SPIELTAG IN DER GESCHICHTE VON ROT-WEISS TEMPELHOF

Punktspiel  1.Mannschaft   Berliner Feuerwehr – RWT                   16.5.94  Siebenendenweg

                                                       19 : 0       (7:0)   

 

Eine Katastrophe in chronologischer Reihenfolge:

Mittwoch  11.5.94

Roger beauftragt mich, eine Mannschaft zu organisieren.

Der Zeitpunkt ist sehr ungünstig, weil über Himmelfahrt und dem verlängerten Wochenende fast alle Rot-Weißen unterwegs sind. Es fehlten folgende Stammspieler:

Kamin (verletzt), Kienast (Urlaub), Luhn (verletzt), Dudek (24-h Dienst), M.Vater (Urlaub)

 

Samstag 14.5.94

Habe folgende Mannschaft zusammen:

 

Montag 16.5.94

 

14.00 ‑ 17.00 Uhr ca . 40 Telefonate, um noch zwei Spieler zu bekommen.

 

Hansi Jordan wird in einer Blitzaktion reaktiviert (noch kein Spiel in dieser Saison). Problem: er wohnt in Neukölln, nur mit einem Fahrrad ausgestattet. Also: Andi Pusch fährt mit Jogi Volkmann von Mariendorf nach Neukölln und von dort nach Zehlendorf.

Weiteres Problem: Hollert, der die Trikots und Pässe mitbringen sollte, zwingt nun Kamin, sich mit Pusch um 17.00 bei Eis-Hennig/Mariendorf zwecks Übergabe zu treffen.

Ich warte auf den Rückruf von Felix Maas (seit einer Woche), keine Antwort.

Auch Dirk Begner lässt sich nicht überreden, trotz nur einer leichten Blessur am Bein.

Detlef Zänker ist für mich unauffindbar, hoffe vergebens auf Rückruf.

Andreas Mielke bittet sich eine kurze Bedenkzeit aus. Nach 1 1/2 Stunden rufe ich zurück.“ Es tut ihm leid. VW und seine Oma lassen seinen Einsatz platzen.

Herr Kuhl aus Spandau scheint in seinem Babyjahr auch den ganzen Tag mit dem Kind auf Achse zu sein. Kein Erfolg.

Immo`s Firma verrät mir, dass er im Urlaub ist.

Bei Herrn Schmitz Telefon: „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ Die Krönung allen Bemühens: Von Roger weiß ich, dass Roland MROSIK bei der Polizei arbeitet. Nur mit dieser Information schaffe ich es tatsächlich, nach 1 Stunde durch Beziehungen von meinem Vater (Kommissar a.D.) an seine Dienst-Tel.Nr. zu kommen. Dann der bitterste Satz des Tages von seinem Ausbilder: „Ja, der Roland arbeitet bei mir, ist aber bis Mittwoch im Urlaub“ (Schnauff). Privatanschluss auch Fehlanzeige. Letzte Rettung Benny Held. Erreiche ihn um 16.55 Uhr und er sagt zu. „Yippie-Yea“  ALSO 35 MIN VOR TREFFPUNKT SIEBENENDENWEG HAB ICH 11 LEUTE ZUSAMMEN. Eine Mischung aus 1. + 2. + AH.

17.50 Uhr.- Alle da. Jörg hat auch noch seine Trikots mitgebracht. Kein Ersatzspieler, aber 30 Trikots. Große Aufruhr vor der Kabine. Wir erfahren, dass unser Spiel erst um 19.45 Uhr stattfinden soll. Stimmung auf 0. Einige überlegen, ob sie wieder nach Hause fahren. Die Lage entspannt sich, wir bleiben. Einige holen sich ’ne Curry und ein Bier die anderen schauen bei den Alten Herren zu. Der Rest knödelt auf einem Rasenplatz auf kleine Tore. 

19.15 Uhr.

Wir erfahren von der Feuerwehr, dass Matte Vater den Termin mit der Feuerwehr vor 2 Wochen auf 19.45 verlegt hat. Schade, dass ich ihn jetzt nicht auf Sri Lanka aus dem Bett zerren kann . Bei uns wusste keiner was, auch Roger nicht. 

19.45 Uhr. Anstoß, ich gewinne als Kapitän die Seitenwahl, es soll das einzige bleiben, was wir gewinnen. Ich träume noch vom 0:0, da haut mein Gegenspieler mir das erste Ding rein. Es kommt noch schlimmer. Pusch fabriziert zwei Eigentore. Wir sind glücklich, nur mit 0:7 in die Halbzeit zu gehen. 

20.45 Uhr.

Die Mücken kommen. Saugen uns die letzte Kraft. Ich hab auch schon die Schnauze voll. Es kommt noch dicker: In der zweiten Halbzeit kassieren wir fast alle 3 min einen Treffer. Pusch will 20 min. vor Ende vom Platz. Kann ihn zum bleiben überreden. Als ich mal einen anschnauze „Wir können uns hier doch nicht abschlachten lassen“ wird mir gleich vorgeworfen, ob ich Roger vertreten soll, weil der auch immer meckert. Ich halte die Fresse und wir kassieren noch ein paar Tore. Die Feuerwehr ist bei Abpfiff voll sauer, wollte noch das 20ste Tor schießen. 

Einzelkritik überflüssig. Ich freue mich auf meinen Urlaub. Danke an alle, die gekommen sind.

Mannschaft: Pusch – Ibrom – Przybylski, Tjarks, J.Volkmann – Hasenauer, Jungtow, Jordan, Held, Schneiderwind 

P.S.: Wir haben 3x aufs Tor geschossen, davon 1X Pfosten. 

Rainer

Zu Saisonbeginn 94/95 spielte die Erste und Zweite gemischt in einigen Vorbereitungsspielen, darunter auch bei einem Kleinfeldturnier. Gastgeber in Kreuzberg war eine Freizeitligamannschaft. Wir traten an mit der Aufstellung:

PUSCH-KIENAST-R.WIMMER – M.VATER –KAMIN-PRZYBYLSKI-TJARKS

in beeindruckender Weise, indem man ungeschlagen in das Endspiel gelangte und das bei einem Torverhältnis von 16:0! Erst im Endspiel unterlag man Stern 1900 mit 0:1, wobei die Mannschaft im gesamten Turnier inklusive des 1:0 aus dem Endspiel nur 3 Tore schoss!

Wie schon in den vergangenen Jahren schied die 1.Männer bereits in der 1. Runde des Pokals aus. Die Erste fiel in der Hinrunde der Saison 94/95 mehr durch Schatten als durch Licht auf.

Von 11 Punktspielen gingen 7 verloren, bei zwei Unentscheiden gab es nur einen Sieg gegen den Finanz SV. Damit standen wir mit 4:13 Punkten äußerst schlecht in der Tabelle der Liga. Viele Spiele wurden in Unterzahl abgehalten!

Erstaunliches  am Rande: Beim 1:1 gegen die Deutsche Bank musste das Spiel unterbrochen werden, da die Flutlichtanlage in der Markgrafenstrasse zum wiederholten Male ausfiel. Mit Notstrom ging es dann weiter, aber auch nur, weil die Trainingsgruppe von Blau-Weiß mit uns die Plätze tauschte und bei halber Lichtstärke weitertrainierte!

Die 2. Mannschaft  war da schon erfolgreicher und beendete ihre Hinserie mit 6:6 Punkten.

Obwohl es in der vergangenen Saison mehrfach Probleme gab, die 1.+2. Mannschaft „voll zu bekommen“, leistete sich Rot-Weiß noch eine vierte Mannschaft. Die neue SENIOREN sollte dem erhöhten Alter der meisten Spieler Rechnung tragen.

Bis zum November musste die Senioren warten, bis sie ihren ersten Sieg landete. Mit 4:2 wurde die Commerzbank bezwungen.

Zwar nicht unser Flaggschiff, aber zumindest die erfolgreichste Mannschaft der Hinrunde waren die Alten Herren. So hatte man Ende Dezember 9:5 Punkte auf der Habenseite.

image204

Die AH am Grüngürtel: :h.R.v.l. Hoffmann, Polauke, Tjarks, Rodewald, Held, Fieck, Pridöhl

vorne Kniend v.l.: Begner, K.-H.Paech, H.Volkmann, Jakuscheit)

1995

Auf der Jahreshauptmitgliederversammlung legte Peter Rodewald sein Amt als Kassierer nieder. Nachfolger wurde Andreas Kamin, der dieses Amt 9 Jahre lang führen sollte.

Die Senioren gewannen am 18.02.04 ein Hallenturnier der BSG Bewag in Spandau. Ansonsten spielte das „Mittelalter“ einen unauffälligen aber ordentlichen „Stiefel“, leider  meist nur mit 10 Mann, landete aber  trotzdem am Ende der Saison im unteren Mittelfeld.
Die 1.Mannschaft war auf Abstiegskurs in der 1.Klasse.

Im März stand fest, dass aus den verbleibenden 5 Spielen 10:0 Punkte hätten geholt werden müssen. Dies gelang nicht.

Als 3.Absteiger, zwei Punkte vom rettenden Tabellenplatz 9, stieg die Erste mit 12:28 Punkten und 31:68 Toren in die 1.Klasse ab.
Zum Saisonabschluss 94/95 resümierte Mannschaftsbetreuer und Kapitän Uwe „Balu“ Kienast im RWT-Report Nr.12 für die 1. Männer:

Eigentlich hätte ich mir als Betreuer der 1. Mannschaft von Rot-Weiß gewünscht, über die abgelaufene Saison nichts mehr sagen oder besser schreiben zu müssen, aber auf ausdrücklichen Wunsch unseres Pressewartes werde ich es nun doch tun.

Das Positive zuerst: Wir sind abgestiegen! Nun das Negative: Wir hätten nie und nimmer absteigen brauchen!!
 

Abschlusstabellen der 4 Mannschaften von RWT der Saison 94/95

1. Männer 94/95

1
Feuerwehr2076:2434:6
...
9
Finanz SV 2041:5414:26
10
RWT I2031:6812:28 Absteiger
11
IBM2038:82 6:34 Absteiger
12
Coffea Spandau gestrichen Absteiger

2. Männer 94/95

1
BVG SVU 59 III1470:33 24:4
...
5
RWT II1449:35 14:14

Senioren 94/95

1
VSC 641894:2331:5
...
8
RWT 1848.53 15:21

Alte Herren 94/95

1
BA Steglitz 1469:25 23:5
...
4
RWT 14 28:2815:13

Die 2.Männer hatte Ihr Saisonziel erreicht, denn man wollte unter allen Umständen einen Aufstieg in die Leistungsklasse vermeiden, um dort dann nicht unterzugehen.

Bei der AH sah es ähnlich aus, auch sie stand am Saisonende 94/95 auf einem guten Mittelfeldplatz in der untersten Spielklasse, der AH2.

Besonderheiten in diesem Jahr:

       Im Spiel RWT Sen gegen Borsig versuchte Albert  Tjarks gleich 2x den Ball mit der Hand über die Linie zu drücken, es gab zum Glück nur 1x Gelb für ihn.

       Im Spiel der Ersten gegen BVG SVU 59 wurde in der Liga mit  2 Linienrichtern gepfiffen. Auflage gegen die BVG, da eine Woche vorher ein Schiedsrichter fast krankenhausreif geschlagen wurde. Ein Spieler der BVG wurde daraufhin lebenslänglich gesperrt.

       Beim Spiel der Senioren gegen die BfA fuhr Jürgen Polauke zum Stadion Lichterfelde anstatt zum Stadion Wilmersdorf. Nach einem Rückruf gelangte er zum richtigen Stadion, vergaß aber im Stadion Lichterfelde seine Sporttasche. Also wieder zurück nach Lichterfelde, um dann 10 Min. zu spät in Wilmersdorf aufzulaufen.

       Michael Malek traf es bei einem Hallenturnier mit einem Außen- und Kreuzbandriss besonders schlimm.

       Im Spiel der  2.Männer gegen Coffea Spandau gab es den unfähigsten Schiedsrichter, den wir je hatten: Rot- Weiß trifft zum 4:1, der Schiri bittet  zum Anstoß. Coffea meckert, dass der Ball nicht hinter der Linie wäre. Daraufhin bittet der Schiedsrichter zum Anstoß für Rot-Weiß, das Tor zählte nun nicht mehr…. und wofür bekamen wir einen Anstoß?

Im Herbst hatten wir unseren neuen Sponsor für die neuen Trikots und die Beflockung der Trainingsanzüge zu einem Mannschaftsfoto gebeten, da dies das erste Spiel mit dem neuen Outfit sein sollte. Unangenehmerweise trafen beim Spiel der Zweiten gegen Coffea nur 9 Mann auf dem Platz ein. Das war natürlich gegenüber dem Kalkulationsbüro Altendorf mehr als unangenehm.

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Die Erste diesmal vollstängig: :h.R.v.l. Sponsor Altendorf, Dobbert, Malek, Kamin, Mrosik, C.Wimmer, Fr.Altendorf

vorne Kniend v.l.: v.Gliszczynski, R.Wimmer, M.Vater, Hollert, Jungtow, Przybylski)

Die Saison 95/96 begann mit einer unglücklichen Niederlage der 1.Mannschaft im Pokal. Sie unterlag Blau Gelb 51 mit 3:4 im Elfmeterschiessen.

Nun musste man sich seine Brötchen also in der dritthöchsten Spielklasse, der 1.Klasse„backen“ Es begann gut. Mit 6:0 Punkten im Gepäck reiste man nach Kreuzberg zu Kreuzberg 11, trat mit nur 10 Spielern an und verlor prompt mit 0:1 durch ein Tor in der 90.Minute. Bis Ende des Jahres gab es kein Sieg mehr, so dass man nach Ende der Hinrunde mit 8 Pluszählern auf Platz 7 lag. Spitzenreiter war Nervenklinik Spandau.

Die Alten Herren spielten in der Hinrunde mit wechselndem Erfolg, so dass die AH zum November ein Punktestand von 8:6 und 15:19 Toren aufweisen konnte.

Die 2.Männer belegte einen 4. Platz in der U1 (von 13). Mit 16 Punkten und 30:18 Toren lag man nur drei Punkte hinter dem Spitzenreiter.

Beste unserer vier Mannschaften in diesem Herbst waren die Senioren, die Tabellenerster war. Bei 4 Siegen und einem Unentschieden  hatte man ein Punktekonto von 13, da ja ab dieser Saison mit 3 Pluspunkten bei Sieg gerechnet wurde.

Zwei wunderschöne Reisen wurden 1995 organisiert, die lange in Erinnerung  bleiben sollten. Da gab es am 29./30.07 zum einen die

Fahrt der 1. und 2. Mannschaft nach Dannenberg/Elbe,

die von Rainer Przybylski geleitet wurde. 40 Spieler wurden gefragt:

11 waren zu dem Zeitpunkt verreist, 7 haben sich auf den Anruf hin nicht zurückgemeldet, 6 hatten keine Zeit, 2 waren verletzt, 1 Spieler musste ins Kino, 1 Spieler hatte kein Geld, 1 Spieler sagte nach Zusage ab.

So traten 12 Kameraden in zwei Kleinbussen die Reise nach Klein Gusborn an. Bei 55 Grad im Auto lag Mathias Vater mit seiner Hochrechnung für 3×0,5 Liter Becks pro Kopf für die Hinfahrt ziemlich schlecht.

Die 120 Dezibel aus Sigi Döblers Lautsprecherboxen heizten die Stimmung entsprechend auf. Gut, dass wir sofort bei Ankunft im nahegelegenen Gartower See Abkühlung fanden. Dumm war nur, dass wir uns auf der flachen Seite des Sees niedergelassen hatten. So endete der Wassergang in 150 Zentimeter tiefem Wasser mit einer wilden Schlammschlacht. Probleme gab es, als die übergewichtigen „Pferde“ bei einem Massenreiterkampf auf die Kämpfer steigen wollten.

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Unvergessene Tour nach Dannenberg:.v.l. Przybylski, Lehmann, Döbler, Hollert, Hasenauer, Bettac, Kienast, M.Vater

Zum Abend ging es dann auf die Freiluftparty nach Bad Bevensen. Auch hier robbte man sich von einem Bierstand zum anderen. Angefangen wurde in Warstein, beendet wurde der Rundgang im Kloster Andechs, so stand es zumindest auf den Schildern.

Im wahrsten Sinne Höhepunkt des Abends war dann der „Orgasmus“ von „Balu“ Kienast, mitten in der Fußgängerzone. Dass es sich hierbei um ein Mixgetränk handelte, bleibt am Rande erwähnt.

Um 01:30 Uhr ging’s dann zurück nach Gusborn, wobei wir bei über 30 Grad nicht in den uns zugeteilten Umkleidekabinen des SSV Gusborn 1921 schlafen konnten. Bis auf Rolf Lehmann und Thomas Bettac zog es alle mit ihren Luftmatratzen und Schlafsäcken auf das Spielfeld. Ein Kreis rund um den Anstoßpunkt bildete sich. Alle zählten die Sternschnuppen, bis man endlich einschlief.

Das Grauen kam dann gegen 04:30 Uhr. Nach Schimpfkanonaden wie…“jetzt hör doch mal auf“ oder  „Aus jetzt Pfiffi“ beschimpften wir Sicke Döbler, der durch sein Schnarchen alle weckte, so dass sich der Pulk von Schlafsäcken schlagartig an  die Außenränder des Spielfeldes verstreute.

Am nächsten Morgen rollten dann die letzten Rot-Weißen an. Albert aus Emden. Roger aus Celle und Andi Pusch aus Frankfurt/Oder .

Gegen 13.00 Uhr sollte das Freundschaftsspiel starten. Kurioserweise schoss Marco Hollert unseren Torwart Sicke Döbler so doll ein, dass er sich den Daumen brach. S.Döbler spielte trotzdem, Kompliment.
Nun sollte ein Rekord aufgestellt werden, der bis in die Gegenwart und wahrscheinlich für alle Zeiten Bestand hat:

Anstoß Rot-Weiß, Lehmann tippt zu Hollert, der zieht vom Anstoßpunkt direkt ab und trifft nach 3 Sekunden zum 1:0, wobei der Torwart 20 m vor dem Tor stand! Das schnellste Rot-Weiß-Tor aller Zeiten!

Dass wir bei sengender Hitze und 30 Minuten Pause 3:4 gegen den Bezirksligisten verloren, war nur nebensächlich.

Hinterher vergnügte man sich an den Grilltischen des 400-Seelendorfes.

Für Rot-Weiß spielten:

DÖBLER –KIENAST – PRZYBYLSKI, TJARKS, HASENAUER, PENNEY (Gast), M.VATER, BETTAC, DUDEK – LEHMANN, HOLLERT

 

Die zweite Reise ging nach München. Wie schon im Jahr zuvor wurde von Mathias Vater eineIsar-Floßfahrt organisiert. Wie schon 1995 ging es, diesmal mit deutlich mehr Teilnehmern, Richtung Bayern. Rund 60 Reiselustige trafen sich am 28.04. zur Abfahrt an der Trabrennbahn Mariendorf. Höhepunkt war natürlich die Floßfahrt ab Wolfratshausen, wobei die Toilette auf dem Floß der Hingucker schlechthin war, denn ab 1,80 m Körpergröße starrte man auf die gesamte Floßbesatzung, während man seinem „Geschäft“ nachging. Die bayerische Musik-Combo tat ihr übriges zu der guten Stimmung bei ausgezeichnetem Wetter. Mit  bis zu 40 km/h schossen die Rot-Weißen durch die Wehranlagen. Essen und Trinken inklusive.

Am nächsten Tag ging es in die Bavaria-Filmstudios, bevor am Nachmittag ein sportlicher Vergleich gegen den TSV Solln mit 0:5 verloren ging.

Der Sonntag wurde dazu genutzt der Freiwilligen Feuerwehr beim Aufstellen des Mai-Baumes zu helfen. Die Zeit bis zur Heimfahrt  wurde mit Spaziergängen und im Biergarten verbracht. Eine wunderschöne Fahrt ging zu Ende.

Mathias Vater wurde zu Recht mit Lob  für seine Organisation bedacht.

Zu erwähnen wäre neben der jährlich stattfindenden Skifahrt nach Hintertux und der Weihnachtsfeier noch die Grillfeier in der Adlermühle, die Olaf Liesenfeld aufgrund seines 50.Geburtstages in besonderer Weise verschönte, indem er eine Hopseburg  für die Kids organisierte.

Auch Andreas Kamin und Freundin Kathi sorgten bei den Kids mit ihren Spielen im liebevoll eingerichteten Spielpark für freudige Mienen.

1996

Unter der Beteiligung von nur 21 Vereinsmitgliedern wurde am 19.Januar die JHMV durchgeführt. Uwe Kienast legte das Amt des Schriftwartes nieder, welches er 4 Jahre lang seit 1992 innehatte.

Trotz eines zweiten Platzes bei der Vorrunde zum Allianzpokal kamen die Senioren über die erste Runde nicht hinaus. 

Turniersieger wurde die 2.Männer bei einem Jubiläumsturnier der FG Südwest zu deren 40-Jahr-Feier.

Gegen hochkarätige Gegner wie die FG Südwest, Allianz, Feuerwehr und die GASAG setzte man sich mit vier Siegen durch. Von acht Toren schoss Marco Hollert sechs und wurde somit Torschützenkönig.

Der erfolgreiche Turniersieger bestand aus: Pusch, Mielke, Hasenauer, Chr.Wimmer, Kienast, Hollert, Th.Bettac, D.Begner und Przybylski.

Im Oktober waren wir ein zweites Mal zu den Feierlichleiten der SG Südwest beim 29. Horst-Fahrenholz-Turnier eingeladen. Hier belegten wir einen zweiten Platz.

Auch sonst waren wir, was Hallenturniere  in diesem Jahr anging, ziemlich aktiv.

Beim 1. Büschhüttener Wanderpokal belegten wir Platz 7 von 8 Mannschaften.

Einen sechsten Platz belegten die Alten Herren, ebenfalls bei einem Einladungsturnier der FG Südwest in der Sporthalle Schöneberg, wobei die Trikots erst 10 Minuten vor Beginn den Weg nach Schöneberg fanden.

Die AH-Mannschaft bestand aus: Fieck, Jakuscheit, Knossalla, Polauke, Pridöhl, Rodwald und Tjarks.

Die 1.Männer spielte in der ersten Hälfte des Jahres keinen aufregenden Fußball. Nach oben war nichts drin, nach unten gab es auch keine Gefahr. Zudem hatten sich schon drei Mannschaften aus der 1.Klasse, Staffel C zurückgezogen, so dass wir gar nicht absteigen konnten. Beklagt wurde von Betreuer Kienast, dass alleine in der abgelaufenen Saison 30 unterschiedliche Spieler für die Erste aufliefen, was dem flüssigen Spiel der Mannschaft bestimmt keinen guten Nährboden gab.

Am Ende reichte es zu einem sechsten Platz mit 28 Punkten und positivem Torverhältnis von 46:42.

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1./2.Männer:h.R.v.l. Haufe, Ibrom, M.Vater, Kamin, Kienast, R. Wimmer

vorne kniend v.l: Przybylski, Pusch, Jungtow, C.Wimmer, Schüchner

Die 2. Mannschaft landete in der U1 auf einem fünften von zwölf Plätzen. Mit 36 Punkten, elf Punkten hinter dem Aufsteiger Senat II und 68:44 Toren hatte man in der vergangenen Saison zumindest die meisten Tore nach dem Staffelsieger geschossen.

Die AH belegte am Ende der Saison 95/96 einen vierten Platz, gemäß der Richtlinie, wie sie auch in der zweiten Mannschaft ausgegeben wurde: „Hauptsache nicht aufsteigen!“

In dieser Saison gab es nach langer Zeit wieder einen Aufstieg zu feiern. Die Senioren wurden Staffelmeister der Senioren2, Staffel A und stiegen somit in die Senioren1 auf, eine Spielklasse unter der obersten Klasse, der Senioren-Liga. Und dies mit 47 Punkten, sechs Punkten vor dem Zweiten, der BSG Bewag B, die uns sogar schriftlich gratulierten, sowie 74:22 Toren.

In einer Erhebung von teilnehmenden Mannschaften in Fachverband Fußball kam zu Tage, dass die SG. Rot-Weiß Tempelhof mit ihren 4 Mannschaften an fünfter Stelle lag. Nur die BfA mit 9 Mannschaften, sowie Blau-Gelb 51, die BSR und Südwest mit 5, stellten mehr Mannschaften. Und das bei 128 teilnehmenden Vereinen. Hier lag man noch vor solch großen Betrieben wie allen Bezirksämtern und der GASAG.

 

Besonderheiten in diesem Jahr:

Vor dem Spiel der 2.Männer gegen Ideal LV kam ein Anruf von Andreas Pusch, er hätte sich DAS Bein gebrochen. Nach dem Spiel stellte sich heraus, dass Andreas  im „Schaukelpferdchen“  AUF das Bein gebrochen hatte.

Im Spiel der 1.Männer gegen NKS spendete unser Gegner 50 DM, und Rot-Weiß 25 DM, um somit der Jugendmannschaft von Blau-Weiß deren Kasse aufzubessern, da sie sich bereit erklärten, ihr Training in der Halle durchzuführen, da die Schlacke in der Markgrafenstrasse zum x-ten Male gesperrt war.

Die 1. Mannschaft gewann gegen die DKV mit nur 9 Spielern mit 2:0.

Am 20.04 konnten sich die 2.Mannschaft und der Gegner, die BfA IIC, vor den Umkleidekabinen, also auf den Bänken am Spielfeld umziehen, da kein Platzwart in die Prühßstr. gekommen war. Erst als wir und der Schieri schon umgezogen waren, tauchte der Platzwart mit Schlüsseln auf. Wahrscheinlich war das der BfA zu viel, denn sie verlor anschließend mit 1:10.

Die 2.Männer gewann das Spiel  gegen die BfA II C mit durchgehend nur 9 Mann mit dem sensationellen Ergebnis von 10:5.

Ein neues Trainingsgelände wurde vom Kameraden Th.Bettac ausfindig gemacht. Der Ort war etwas ungewöhnlich und ziemlich weit weg von Tempelhof und den restlichen westlichen Bezirken. Die Möglichkeit, immer mittwochs auf einem Schlackeplatz gegen 18:00 Uhr zu trainieren ergab  sich in Treptow am Bruno-Bürgel-Weg. Leider wurde diese Möglichkeit nicht von Verein angenommen und die Aktion versickerte im Sand.

In der neuen Saison 96/97 wurde den Senioren gezeigt, dass in einer höheren Klasse auch besserer Fußball gespielt wurde. Am Ende der Hinrunde stand man auf dem 10. von 11 Plätzen und hatte bei 12 Spielen nur 10 von 36 möglichen Punkten gesammelt. Dazu kam, dass man die schlechteste Abwehr der Sen1 Staffel A mit 25:39 Toren aufwies.

Die 1. Mannschaft war in guter Verfassung. So gewann man z.B. mit 10 Spielern 4:2 gegen die DKV, verlor aber auch gegen den ärgsten Konkurrenten Behring 85 mit 3:5, nachdem man zur Halbzeit schon 3:0 führte.

Somit waren  wir im Dezember Tabellenzweiter mit 22 Punkten in 9 Spielen, nur  durch die Tordifferenz von Behring getrennt.

Ebenso gut drauf war die 2.Männer, welche die Herbstmeisterschaft in der U1 feiern konnte. Mit 19 von 24 möglichen Punkten war man ganz vorne mit bei.

image211Zu dem positiven Gesamtergebnis Ende des Jahres trug auch die AH bei. Sie belegte nach Abschluss der Hinserie einen zweiten Platz mit 20 Punkten aus 10 Spielen. Die Alten Herren hatten einen historischen Start in die Saison hingelegt. So holte man sich die erste Niederlage erst im 8. Punktspiel gegen BA Reinickendorf.

Die AH litt oftmals unter chronischem Spielerschwund, so wurde ein Spiel ganz abgesagt, ein anderes gegen den Senat nur verloren, weil man mit 9 Spielern antrat.

An Reiseaktivitäten hielt sich der Vorstand zurück. Allein dieHintertuxfahrt findet wie jedes Jahr statt, diesmal mit der Rekordbeteiligung von 20 Skifahrern.

1997

Nachdem der für das Jahr 1997 gewählte Reiseausschuss um Lehmann, Ibrom, Hollert und Kamin keinerlei Aktivitäten startete, wurden Olaf Liesenfeld und Jürgen Jakuscheit  auf der Jahreshauptmitgliederversammlung mit dem Amt betraut.
Aber auch hier sollte sich herausstellen, dass die auf der Jahres-Hauptmitgliederversammlung gewählten Kameraden keinerlei Initiativen erzeugten. Somit fand faktisch keine Reise im Jahr 1997 statt. Das Gleiche galt für 1996. Eine traurige Bilanz, da die Vereinsreisen immer ein Kernstück unseres Vereinslebens darstellten.

Das Jahr 1997 sollte eines der schlechtesten bei Rot-Weiß werden, denn nach dem Aufstieg der Senioren im letzten Jahr wird die Mannschaft  wegen Spielermangels im zweiten Jahr ihrer Wiederauferstehung gestrichen!

Plötzlich hatte keiner im Verein mehr  Lust zu den Pflichtspielen zu erscheinen. Die Folge war, dass 20 Spieler der 1. Und 2. Mannschaft schriftlich per zugestelltem Brief aufgefordert wurden, zu den Spielen zu erscheinen, da sonst eine Zurückziehung aus dem Spielbetrieb droht. Dies geschah nach Rücksprache mit dem Vorstand. Alleine zwei Spieler meldeten sich daraufhin telefonisch bei den Betreuern für den nächsten Spieltag!

Die Folge war, dass wir die Senioren aus dem laufenden Spielbetrieb zurückzogen, ebenso wie die Zweite Mannschaft im Dezember, nachdem abzusehen war, dass sich die Situation nicht bessern würde. Die letzten 4 Spiele der Zweiten wurden allesamt in Unterzahl ausgetragen, wobei das Torverhältnis aus den letzten drei Spielen bei 4:29 lag!

Negativer Höhepunkt: Die Erste läuft bei den letzten drei Spielen der Saison gar nicht mehr auf und verbleibt nur durch einen Formfehler des FVF in der 1.Klasse.

Weiteres Armutszeugnis: Von den beiden Spielansetzern R.Dudek und M.Vater bekamen die Mannschaften zwei Monate lang keine Ansetzungen und können somit maximal nur noch zwei bis drei Tage im Voraus planen. Für viele eine unlösbare Aufgabe in ihrem Terminkalender.

Nach Abschluss der Saison wird die 1. Mannschaft Fünfter in der 1.Klasse Staffel C, obwohl sie 5 Spieltage vor Schluss noch auf dem zweiten Aufstiegsplatz lag, und  dennoch 48:38 Tore bei 36 Punkten erzielt.

Die Zweite beendete mit 30 Punkten und 59:32 Toren als Dritter den Punktspielbetrieb in der U1 hinter den Aufsteigern Allianz II  und Waggon Union II, wobei ihr 4 Punkte zum Aufstieg fehlten. Dies resultierte unter anderem daraus, dass wir zu einem Spiel gar nicht antraten und eine nicht unerhebliche Anzahl von Begegnungen in Unterzahl spielten.

Die AH wird Zweiter in der AH 2 Staffel B. Sie spielte eine hervorragende Saison und wurde mit dem besten „Nicht-Aufstiegsplatz“ (so wie angestrebt) belohnt.

Man beendet die Punktserie als Zweiter mit 12 Siegen bei 2 Unentscheiden und 7 Niederlagen, 38 Punkten und 43:46 Toren hinter dem Aufsteiger VSC 64.

Hallenturniere waren auch wie im vergangenen Jahr eine der Lichtblicke in unserem sportlichen Terminkalender.

So holten die Senioren am 15.02. – wie schon 1995 – um die Spieler M.VATER- PRZYBYLSKI, CHR.WIMMER, R.DUDEK, A.VATER, GLISZCZYNSKI, SCHMIEDKE und KLUKAS den Turniersieg beim 4.Senioren-Hallenturnier der BEWAG.

Einen zweiten Platz gab es beim Hallenturnier des FC Stern 1900, wo wir gegen den Gastgeber nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz scheiterten.

Einen schweren Stand hatten 5 Senioren beim Allianz-Hallenpokal im Januar, wo man in der Vorrunde ausschied. Ohne Ersatzspieler war  hier nichts zu machen.

Im Endspiel um den Pokal der Wapo Süd 74 am 02.02 scheiterten wir erst im Endspiel an der Mannschaft von DeTeWe mit 4:5 n.V. Auch hier musste man ohne Auswechselspieler agieren. 

Die Grillfeier fand nochmals (letztmalig) in der Adlermühle statt, obwohl man sich schon anderweitig nach einem preiswerteren Ersatz umschaute. Zu teuer war  hier die Miete. Der „Grillausschuss“ um die Kameraden Fieck, Knossalla und Dudek bescherte uns ein frohes Beisammensein.

Die Saison 97/98 wurde also nur noch mit drei Mannschaften (1., 2., AH) bestritten, wobeidie 2.Männer im Dezember  desselben Jahres abgemeldet wurde.

Die AH bildete mit der AH der BVG Zehlendorf eine Spielergemeinschaft und trat nun als  BVG Zehlendorf/RW Tempelhof AH A auf. Die Zehlendorfer wurden als BVG Zehlendorf/RW Tempelhof AH B bezeichnet. Diese Fusion sollte nur eine Saison andauern, da sich herausstellte, dass keiner der Älteren Herren aus beiden Mannschaften so richtig glücklich über diese Spielgemeinschaft war. Es gab nur wenige sporadische Einsätze der Zehlendorfer Kameraden in unserer Mannschaft.

Am Ende der Hinrunde belegte man mit 4 Punkten aus 10 Spielen den letzten Platz.

Der FVF hatte sich für die 1.Klasse, in der die Erste Mannschaft spielte, etwas Besonderes ausgedacht: Von 13 Mannschaften waren die Plätze 8-13 als Abstiegsplätze zur 2.Klasse vorgesehen. Damit stiegen erstmals 6 Mannschaften in einer Staffel ab. Grund war, dass die 1. Klasse von drei auf zwei Staffeln reduziert werden sollte.

Nach 9 Spielen sah sich das Flaggschiff von Rot-Weiß auf dem letzten „Nicht-Abstiegsplatz“ wieder. Als Siebenter belegte man mit 10 Punkten und 27:38 Toren Platz 7, nur zwei Punkte vom letzten Platz entfernt.

Zu einem denkwürdigen Spiel sollte die Partie gegen B.L.A.S. am 18.08.97 werden:

Der Schiedsrichter war kurz davor das Spiel abzubrechen, nachdem er vom Gegner mit ständigen Drohungen ausgesetzt war. BLAS, welches mit 10 Mann angetreten war, verlor drei Spieler durch rote Karten, daraufhin verließen 2 weitere Spieler aus Protest den Platz. BLAS stand nur noch mit 4 Feldspielern und einem Torwart auf dem Platz. Proteste des Trainers, das Spiel sei aufgrund der zu geringen Spielerzahl abzubrechen, wurden vom Schiedsrichter fälschlicherweise zurückgewiesen. Gegen 4 Feldspieler erzielten wir innerhalb von 5 Minuten aus einem 5:5 ein 7:5. Was dann geschah bleibt einmalig in der Geschichte von Rot-Weiß: Wir kassierten gegen 4 Feldspieler noch das 7:6, welches das Endergebnis darstellte.

Das Spiel wurde gewertet. Zwei Wochen später mussten A.Kamin und U.Kienast  vor dem Rechtsausschuss aussagen, da ein Spieler von B.L.A.S. dem Schiri sein bloßes Hinterteil auf dem Platz zeigte. Dieser Spieler wurde daraufhin 4 Monate gesperrt.

Die 2. Mannschaft bestritt genau 6 Spiele in der Saison 97/98. Danach wurde vom Vorstand die Notbremse gezogen. Die letzten Ergebnisse gegen Krupp (2:9), den Senat (1:13) und der BfA (1:7) sprachen eine deutliche Sprache. Das Spiel gegen Alba (2:7) wurde gar nur noch mit 8 Mann bestritten. Es gab zu etlichen Spielen keine gelernten Torhüter. So mussten sich z.B. T.Selmo, Jörg Volkmann oder R. Przybylski als Notnägel im Tor beweisen.

Besonderes in diesem Jahr:

Andreas Pusch kassierte als Torwart 60 Tore in 12 Spielen, das entspricht einem Schnitt von 5 Toren pro Spiel!

Rolf Lehmann wurde nach einer „Geraden“ an das Kinn seines Gegenspielers für 2 Monate gesperrt.

      Rodewald legte zum Ende des Jahres nach 21 Jahren Vorstandsarbeit den Vorsitz nieder.

 1998

 

Im Personellen gibt es  nach der Jahreshauptmitgliederversammlung einige Veränderungen im Verein. Seinen bisherigen Platz als 2.Vorsitzender nimmt Thomas Bettac ein. Uwe Kienast übergibt seine langjährige Tätigkeit als Betreuer der 1.Mannschaft an Frank Schmiedke. B.Held und I.Knossalla betreuen ab sofort  für J.Jakuscheit die Alten Herren. Die Verantwortung für einen Reiseausschuss sowie für das Grillfest will keiner mehr übernehmen!

Der Verein zählt 69 Mitglieder.

Am 03.04. feiert Rot-Weiß ein Zusammensein der besonderen Art. 14 (mit Anhang 26) Mitglieder verbringen 5 angenehme Stunden bei einem Ungarischen Abend in einem Restaurant in Friedrichshain. Mehrere Speisen, eine Live-Band und eine Kegelbahn sorgten  für eine gute Stimmung, organisiert von M.Vater.

Trotz Abmeldung der 2. Männer hatte die Erste immer noch erhebliche Probleme, einen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Oft stehen nur 9-10 Rot-Weiße auf dem Platz.

Die Erste tat sich schwer und trotz eines 3:1 über den Tabellenführer BA Reinickendorf standen wir im Juni 98 mit Rot-Schwarz 65 Kopf an Kopf am Abgrund zur 2.Klasse. Dabei war unsere Ausgangsposition die wesentlich bessere, den rettenden 7.Platz zu erreichen:

Wir mussten nur einen Punkt holen, Rot-Schwarz dagegen sechs! Die Chancen gegenüber  Rot-Schwarz 65 standen utopisch besser und zwar aufgrund folgender Situation: Rot-Schwarz verliert sein vorletztes oder letztes Spiel oder spielt in einer der beiden letzten Spiele Unentschieden. Oder Rot-Weiß gewinnt das letzte Spiel oder spielt  Unentschieden. Was geschah?

Rot-Weiß verlor mit 3 AH-Spielern 0:2 gegen Otis und Rot-Schwarz 65 gewann die beiden letzten Spiele, davon das letzte in der Nachspielzeit gegen Kreuzberg 11 mit 4:3.

Wir traten somit als Tabellenachter mit 27 Punkten und 53:80 Toren den Gang in die 2.Klasse an.
Der wichtigste Spieler der 1. Mannschaft und einer der besten Mittelfeldspieler, die Rot-Weiß je hatte (260 Spiele und 165 Tore), Uwe „Balu“ Kienast, zieht es daraufhin zu Viktoria 89. Spieler wie Jungtow und Luhn melden sich passiv. Der Kader der Ersten besteht nur noch aus 20 Spielern, wobei 4 Kameraden nur selten spielen können. Eine gefährliche Ausgangssituation für die Saison 98/99.

Die Alten Herren bestehen auch nur noch aus 15 Spielern, sie können zwar in der untersten Spielklasse nicht absteigen , belegen aber dennoch mit 30 Punkten und 46:58 Toren einen fünften Platz bei acht Mannschaften.
Am 4.-5. Juli nahmen eine AH-Mannschaft und 1.Männer-Mannschaft am Luther-Cup in derLutherstadt Wittenberg teil. Das Kleinfeldturnier bescherte der AH einen 4. und der 1.Männer einen 5.Platz. Der durchweg strömende Regen konnte dennoch nicht die gute Laune verderben.

Ab dem 29.07. bot sich Rot-Weiß wieder mal eine neue Trainingsstätte. Wir konnten in der Rathausstrasse auf dem Kunstrasenplatz, zusammen mit dem Traber FC trainieren. Aber auch von dieser Möglichkeit wurde kaum Gebrauch gemacht. Training?..Ein Fremdwort bei Rot-Weiß!
Die Saison 98/99 spielt die Erste in der 2.Klasse, Staffel C. So tief war man seit der Gründung 1954 noch nie gesunken.

Die Alten Herren wurden der AH 2, Staffel B zugelost.

Die Situation gegenüber der vergangenen Saison sollte sich nicht verbessern. Das Gegenteil war der Fall. Die Erste sagte nicht nur ihr Pokalspiel ab, sondern verzichtete auch  bis zum Jahresende auf zwei weitere Punktspiele gegen PLM und Wasser 75 II. Man stand also kurz davor in die Dritte., der untersten Klasse, abzusteigen!

Das Training in der Rathausstraße wurde nicht angenommen und auch eine erneute Initiative des 2. Vorsitzenden, Thomas Bettac, am Hallentraining in der Mosischstrasse am Baumschulenweg in Treptow teilzunehmen, wurde von den Rot-Weißen nicht wahrgenommen.

Hinzu kam, dass die Staffel C in der  2.Klasse nur noch aus 9 Mannschaften bestand, und die Spieler der Ersten auf ganze 7 Spiele in 5 Monaten kamen. Eine Spielpraxis, geschweige denn Kondition aufzubauen, war somit unmöglich.

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Die AH am Beelitzhof: :h.R.v.l. Rodewald, K.-D.Arp, Pridöhl, Tjarks, Polauke, Jakuscheit, H.Volkmann

vorne v.l: Utz, Held, Heymann, Fieck, Malek, Begner, Knossalla

Erstaunlich bei der AH, dass hier die Saison mit nur 15 zur Verfügung stehenden Spielern erfolgreich zu  Ende geführt werden konnte.

Einem der höchsten Siege von Rot-Weiß mit 13:4 gegen Alba am 17.10.98 folgten sechs Niederlagen. So stand die Erste Ende der Hinrunde als Tabellenletzter, mit weitem Abstand zum Mittelfeld, da.

Bereits zwei Spiele abgesagt, keine Spielpraxis, keine Trainingsbeteiligung und Tabellenletzter. Die 1. Mannschaft stand nach dem Oberligaaufstieg 1990 nun mit einem Bein in einer Klasse, die 4 Stufen unter der Oberliga lag!

Hinzu kam, dass unser Spielabschlussberechtigter zu fair agierte, denn wir wichen immer auf die Heimplätze der anderen Mannschaften, wie Allianz aus, weil  die an unseren Freitagen und Montagen nie spielen konnten. Dass wir uns hier auf z.T. ungewohnten Untergrund, wie  dem Rasenplatz der Allianz, sehr unwohl fühlten, war zu verstehen.

Die Alten Herren waren eine eingeschworene Einheit. Trotz einer Absage spielten sie eine gute Hinrunde, mit 4 Siegen, bei 2 Unentschieden und 2 Niederlagen. So lag man in Dezember auf Platz 4 von 8 Mannschaften  in der AH 2, und das, wie gesagt, mit 15 Spielern! Ein Vorbild  für die 1.Mannschaft

Die Adlermühle war dem  Verein, oder besser gesagt unserem Kassierer Andreas Kamin zu teuer geworden. Somit wurden erstmals die Grill- und Weihnachtsfeier in derSeniorenfreizeitstätte an der  Marienfelder Allee durchgeführt.

Dort fühlte man sich auf Anhieb wohl, weil auch hier auch die Vorraussetzungen  für kleinere Kinder günstig waren. In der Adlermühle war die steile Treppe immer ein Unsicherheitsfaktor gewesen.

Außerdem konnten wir uns in der  Freizeitstätte unsere Getränke selber besorgen, sowie ausschenken. Eine erhebliche Kostenersparnis.

Im Jahre 1998 fand nach langer Zeit mal wieder eine Fahrradtour statt. Eine Veranstaltung, die bei Rot-Weiß Tradition hatte, aber in den letzten Jahren nicht mehr durchgeführt wurde. Am 20.09 ging es mit dem Drahtesel vom Nahmitzer Damm  bis zum Schloss Diedersdorf und wieder zurück. 20 Rot-Weiße genossen diesen Tag!

Auch Hintertux fand wie jedes Jahr  statt. Seit 1981 waren immer dabei:

JOCHEN BEGNER – ULLI LEUENDORF – PETER RODEWALD

Der Rot-Weiß-Report erschien, wie schon in den letzten Jahren, 3x im Jahr und hatte in diesem Jahr ein Gesamtdruckvolumen von 7500  DIN A4-Seiten.

Besonderheiten in diesem Jahr:

Beim Stand von 4:4 im Punktspiel der 1.Männer gegen die Berliner Bank II am 28.08.98 „fischte“ Andreas Kamin in der letzten Spielminute eine Flanke in unserem Strafraum mit beiden Händen herunter und begrub den Ball unter sich. Als Torwart wäre das eine Super-Aktion gewesen. Leider  war Andreas Pusch an diesem Tag unser Keeper. Andi Kamin hatte nur schon einige Male unser Tor als Ersatzkeeper gehütet. Ein vollkommender Blackout, der mit dem Elfmetertor zum 4:5 Endstand bestraft wurde.

Im Spiel gegen die DAK (2:3) am 26.10.98 in der Lobeckstrasse schoss der diesmal als richtiger Torwart agierende Andi Kamin einen Ball, der vom benachbarten Spielfeld auf unseren Platz gerollt war (bis ca. 20 Meter vor das Tor) zurück auf den angestammten Trainingsplatz. Da der Schieri (ein Passant, da der echte Schiedsrichter nicht kam) das Spiel nicht unterbrach, nutzte ein DAK- Spieler die Situation und lupfte den Ball von der Spielfeldmitte über Andreas ins leere Tor. Da halfen alle Proteste nicht.

Das Spiel gegen  BA Zehlendorf wurde von Spielansetzer Bettac 2 Tage vor Spieltermin mangels Meldungen vorzeitig abgesagt. Das Paradoxe: der Platz war dann am anberaumten Termin sowieso durch Dauerregen zwei Tage gesperrt !

1999

Die Jahreshauptmitgliederversammlung brachte keine nennenswerten Neuigkeiten.

Unser Verein zählt 67 Mitglieder.

Die 1. Männer startete am 13.02. in die Rückrunde.

Das Spiel gegen Tabellenführer PLM ging im Tiefschnee verloren, wobei die Gäste alle Bälle hoch ins Tor schossen, während unsere flachen Torschüsse immer im Schnee stecken blieben und so nicht über die Linie rollten.

Erwähnenswert auch, dass PLM den Oberligisten Spinne Zehlendorf aus dem Pokal kickte und erst im Pokalendspiel gegen die Berliner Bank unterlag! Für die FuWo eine Sensation, spielte doch PLM, wie wir, in der Viertklassigkeit!

Ein Achtungserfolg mit 4:1 gegen die Allianz ließ die Hoffnungen wieder aufblühen  doch noch die Klasse zu halten. Zudem wurde Oliver Nowark in seiner ersten Saison zu einer echten Verstärkung. Andreas Vater kehrte nach etlichen passiven Jahren wieder als aktiver Spieler zurück. Die Spielerdecke wurde dicker und somit gewann man folgerichtig die nächsten Spiele gegen die Berliner Bank und den Senat. Carsten Krüger, nun in seinem vierten Jahr bei uns und neuer Kapitän, wurde zu einem wichtigen Tor-Garant. Sein 35 –Meter-Schuss in den Dreiangel im Spiel gegen den Senat wird vielen noch als „Tor des Jahres“ in Erinnerung bleiben.

Man erarbeitet sich bis zum März einen Mittelfeldplatz mit 5 Siegen, 1 Unentschieden bei 7 Niederlagen.

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Altes und neues  Logo von Rot- Weiß Tempelhof

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h.R.v.l. Przybylski, Dudek, Nowark, Kamin, Tjarks, Schmiedke, Krüger

vorne kniend v.l: Malek, D.Begner, J.Volkmann, Frank, Pusch

Ein besonderes Highlight dieses Jahres, war die von Vorstandsmitglied Andreas Kamin organisierte Reise nach Jüterbog/Kloster Zinna. Zum 45-jährigen Bestehen unseres Vereins setzen sich rund 70!! Rot-Weiße  für ein fröhliches Jubiläumswochenende in Bewegung.

Mit zwei Reisebussen ging es von der Trabrennbahn Mariendorf Richtung Jüterbog. Bei herrlichen Temperaturen um die 25 Grad in den Tagen zuvor, fing es pünktlich am 08. Mai an zu regnen. Doch das bevorstehende Programm und der hervorragend kalkulierte Preis von 104 DM pro Mitlied (Kinder frei) für das gesamte Wochenende ließ unsere Stimmung nicht sinken.

Ein Freundschaftsspiel der Ersten gegen den FC Victoria Jüterbog verlor man mit 5:6.

Auch die AH spielte eine Begegnung gegen die im Schnitt um 20 Jahre jüngeren Gastgeber. Mit 0:6 lag man zur Pause zurück, ehe junge Kräfte wie Müller, Schmiedke, R.Dudek und A.Vater die Partie ausgeglichener gestalteten.

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1.Mannschaft und AH an einem durchregneten Vormittag in Jüterborg

image225Der Nachmittag wurde im Jüterboger Lok-Museum verbracht, welches eine Art Freiluftmuseum darstellte.

Zwischen alten Lagerhallen und mit Gras überwachsenen Dampflokomotiven grillte man in gemütlicher Runde, ehe ein Personenzug auf dem Gelände vorfuhr mit einem riesigen Bettlaken-Banner, mit dem Heiratsantrag: „KATY, WILLST DU MICH HEIRATEN?“ Die Antwort von Andis Freundin Katy war „ja“ und die Heirat wurde am 04. September auch wirklich durchgeführt!

Am Abend wurde in unserem direkt am Kloster Zinna gelegenen Hotel gefeiert.

Unser 1.Vorsitzender Mathias Vater meldete sich life per Handy von einer Dienstreise ausLondon und hielt eine kurze Ansprache über die Boxen unseres DJ`s.

Auch Olaf Liesenfeld gab mit seiner Ansprache der Veranstaltung den würdigen Rahmen und zwei unserer Gründungsmitglieder, die den Weg nach Jüterbog gefunden hatten-  Walter Riebeck und Klaus-Dieter Arp –  wurden mit „Standing Ovations“ gefeiert.

Die letzten tanzten bis um 3 Uhr, eine kurze Nacht, denn am nächsten Tag erwartete uns  das letzte Highlight: Eine Führung  durchs Kloster Zinna. Hier erfuhren wir, dass die Mönche aus Zinna nur von 21.00 – 00.45 Uhr schliefen und sich nur einmal im Jahr richtig waschen durften.

Auf der Rückfahrt räuberte man noch die Spargelstände in und um Beelitz, so dass wir alle wieder gegen 17.00 Uhr in Berlin ankamen.

Eine hervorragend organisierte und durchgeführte Jubiläumsreise neigte sich  dem Ende.

Passend zu den Feierlichkeiten gab es eine Woche vorher, am 02. Mai, unserem Gründungstag, ein Freundschaftsspiel der 1. Mannschaft gegen die Alten Herren. Wie das Spiel  in der Bosestraße bei herrlichem Frühlingswetter endete, konnte am  Ende keiner  so richtig sagen. Spaß stand im Vordergrund und die rund 60 anwesenden Personen hatten einen wunderschönen Sonntag. Nach dem Spiel ging es noch ins „Janosch“ in der Ordensmeisterstraße, wo über die vergangenen Zeiten, aber auch die zukünftigen Ziele des Vereins geplauscht wurde.

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Erste gegen AH im Freundschaftsspiel am Gründungstag in der Bosestraße

Im Punktspielbetrieb ging es nun in die heiße Phase. Zwei Niederlagen gegen die DAK und BfA/Siemens brachten uns einen Spieltag vor Abschluss der Saison auf einen Abstiegsplatz. Besonders ärgerlich war das 1:2 gegen BfA/Siemens, da Rot-Weiß nur mit 9 Mann antrat .

Die Ausgangsposition war klar: Im letzten Spiel gegen Alba II musste gewonnen werden, wenn wir nicht in die unterste Klasse absteigen wollten.

Dies wurde dann zum Glück in der Scharnweber Str. umgesetzt. Durch das Zurückziehen mehrerer Mannschaften aus der 1.Klasse ergab sich somit für unsere Tabellen eine kuriose Konstellation: Gerade eben noch mit einem Punkt Vorsprung vor dem Absteigern Neoplan, Senat und Gartenfeld den Gang in die 3.Klasse vermieden, wurden wir nur durch Losentscheid nicht vierter Aufsteiger in unserer Staffel!

Die beiden ersten Mannschaften waren planmäßige Aufsteiger. Die Mannschaft auf Platz 3 wurde nachträglich zum Aufsteiger ernannt. Um den letzten Aufstiegsplatz in die 1. Klasse musste unter den drei viert platzierten Mannschaften der 2.Klasse gelost werden. Wir waren zwar aufgrund des besseren Torverhältnisses beste Mannschaft mit 19 Punkten gewesen, und somit Vierter, trotzdem wurde gelost! Verrückt: Wir waren nur einen Punkt besser als der 3. Absteiger Gartenfeld!!!!!!

 

Hier noch mal die Tabelle mit ihren kuriosen Auswirkungen zum Saisonende :

1
BfA/Siemens 1666:3240regulärer Aufsteiger
2
PLM1663:22 36 regulärer Aufsteiger
3
Alba II1657:28 27nachträglicher Aufsteiger
4
RWT1647:51 19 Verbleib mit Losentscheid
5
DAK1652:58 19
6
Berl. Bank II1647:6019Aufsteiger d.Losentscheid
7
Allianz II1636:4919
8
Gartenfeld1639:5218 Absteiger
9
Senat/Volksbank1632:58 13Absteiger
10
Neoplan zurückgezogenAbsteiger

Bei der AH konnte von konstanten Leistungen nicht die Rede sein.

1
BA Wedding2198:34 57
2
BSR B21119:3252
3
RWT AH21 51:57 29
4
Borussia 93 B2147:5926
5
Rot-Schwarz 652148:71 26
6
Südwest B2149:7521
7
BA Charlottenburg2139:7321
8
Wasser 75 B21 47:9716

Am 13.5. spielte die 1.Männer beim Coca-Cola-Cup, einem Kleinfeldturnier im FEZWuhlheide.

In der Vorrunde schied man allerdings mit einem Punkt aus 5 Partien als Tabellenletzter aus. Mannschaften wie Union 06, Normannia 08 oder der spätere Sieger Viessmann waren eine Nummer  zu groß für uns.

Mathias Vater  wurde die Bronzene Ehrennadel des FVF für seine langjährige Vorstandstätigkeit überreicht.

Im Juni trafen sich rund 40 wanderlustige Rot-Weiße zu einer Fußgängerrallye im und um denBUGA-Park und verbrachten einen wunderschönen sonnigen Wochenendtag in dieser Grünen Oase.

Jürgen und Hertha Polauke organisierten dieses Rot-Weiß-Event und reservierten auch den Pavillon, einen riesengroßer Wintergarten, in dem alle erst einmal ein reichliches Frühstück unter einem verglasten Pflanzenhimmel einnahmen. Auf dem Gelände  wurden dann knifflige Fragen gelöst, bevor es zum Abschluss zu einem deftigen Mittagessen in die nahe gelegene Gaststätte ging.

Die Hinrunde der Saison 1999/2000 war für die Erste Mannschaft weder erfolglos noch erfolgreich. Man konnte sich auf einem dritten Tabellenplatz in der 2.Klasse – Staffel B festsetzen.

Die Alten Herren spielten nun schon seit Jahren in der untersten Spielklasse der AH 2 und beendeten die Hinspielrunde mit einem achten Platz von 15 Mannschaften.

Die Weihnachtsfeier, organisiert von  Klaus Niederstrass, Siegfried und Horst Volkmann, wurde ein voller Erfolg.

Die Wahl der neuen Festräume im Seniorenfreizeitheim in Marienfelde erweisen sich seit dem Wechsel von der Adlermühle immer mehr zu einem Glücksgriff. Viele Kinder freuten sich auf den Weihnachtsmann, viele Vereinsmitglieder auf einen Drink an der Bar.

Es gab in diesem Jahr letztmalig eine Tombola. Ein Stück Weihnachtsfeier, was in den Jahren darauf leider ganz wegfiel!

Leider starb mit dem Kameraden Horst Look ein langjähriges Vereinsmitglied. Er wurde nur 59 Jahre alt!