1960 – 1969

Die Jahre 1960–1969

1960

Nun spielten wir also in der höchsten Spielklasse des Betriebsfußballs !

Aufgrund der Aufstockung war dies die 1. Klasse mit zwei Staffeln, deren Sieger den Berliner Meister ermittelten. Wir spielten in der Staffel B und hatten es mit so illustren Mannschaften wie zum Beispiel Industrie‑Polizei, AOK, DeTeWe, Senat, Feuerwehr und natürlich NRK zu tun.

Das Eröffnungsspiel gegen Hartmann konnten wir auswärts sogar mit 4:1 für uns entscheiden, ein guter Auftakt also, wir brauchten uns nicht zu verstecken. Das erste Heimspiel führte uns mit unserem alten Rivalen NRK zusammen, und die Registrier – Leute wollten diesmal mit uns Schlitten fahren. Doch es kam ganz anders! In der Ausgabe Nr.3/1960 im „Sport im Betrieb“ war zu lesen:

„Fünfmal klingelte es in der Registrierkasse

Die bisherigen Begegnungen der beiden Mannschaften hatten stets durch kämpferische Rivalität einen besonderen Reiz. Am 05.04.1960 allerdings gaben die sonst so cleveren NRK – Recken aus Neukölln im Volkspark Mariendorf eine recht schwache Vorstellung.
Ihr Spielfluss wirkte umständlich und zerfahren. Die Sturmreihe schoss schlecht und unkonzentriert. Der Ehrentreffer für die Gäste musste schließlich von den Rot‑Weißen selbst besorgt werden, die unverdrossen jedem Ball nachjagten und mit schmucklosem aber gefährlichem Steilpassspiel den Neuköllnern Konzept und Spiellaune verdarben.
Offensichtlich haben die Tempelhofer durch die Erfolge in den Hensel -Pokalspielen an Selbstvertrauen gewonnen. Sie wackelten nicht, als zu Beginn der ersten Spielhälfte Läufer Schulz vorübergehend ausscheiden musste. Ausgerechnet in diesem Abschnitt fiel aus einem Gewühl heraus die glückliche 1:0 -Führung der Tempelhofer. Doch Schreck lass nach, der rot-weiße Mittelstürmer walzte in einer darauffolgenden Drangperiode der NRK – Mannen dienstbeflissen nach hinten und setzte den Knödel kaltschnäuzig zum Ausgleich in die fraktionseigenen Maschen. Gut für sein Seelenheil, dass die Kassenabrechnung der Neuköllner am Schluss ein Defizit von 1:5 Toren aufwies. Für diesmal sollte der Sieg der Rot-Weißen – in ihrem Kampfgeist durch Fortuna begünstigt – verdient gewesen sein.

Rot-Weiß trat zu diesem Spiel mit folgender Mannschaft an:
PÄSCHEL – K.D. ARP, POLAUKE – P. ROGGENBACH, SCHULZ, OSTEN –  ONASCH, RITTER, ZIMMERMANN, J. ROGGENBACH, ZITHIER

Nach zehn Spielen wirbelten wir völlig unerwartet in der Spitzengruppe mit, denn hinter der Feuerwehr lagen wir mit 14:6 Punkten auf dem 2. Tabellenplatz. Wer hätte das zu Beginn der Serie erwartet?

Doch leider konnten wir diese Form nicht das ganze Jahr über halten, so dass sich zwangsläufig Rückschläge einstellen mussten. Sie waren jedoch nicht größerer Natur, denn nach Abschluss der Serie hatten wir ein Punktekonto von 18:18 aufzuweisen, das uns immerhin noch den 5. Tabellenplatz eingebracht hatte. Die wertvollsten Siege der Rückrunde waren ein 3:0 über die Industrie – Polizei, ein 5:3 über die BfA sowie ein 7:o über Hartmann. Das Rückspiel gegen NRK ging jedoch mit 1:5 klar in die Binsen.

Natürlich durfte auch in diesem Jahr unsere Reise nicht fehlen. Hier der seinerzeit festgehaltene Reisebericht:

„Die diesjährige, fast schon obligatorisch gewordene Pfingstfahrt führte uns in das schöne Weserbergland zur Rattenfängerstadt Hameln. Freitag gegen Mitternacht wurde die Reise mit einer 24-köpfigen Gruppe aufgenommen. Nach knapp 7‑stündiger abwechselungsreicher Fahrt wurde Sonnabend früh Hameln erreicht.

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H.Onasch, S.Volkmann, W.Prugel, D. Gloeden         Dieter Gloeden und Fritz Ritter machen  ihren Dreck dazu

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In Hameln: Hinten v.l.:J.Roggenbach,Ritter,Gloeden,H.J.Arp,Onasch,P.Roggenbach,Mietz.
Kniend v.l.: Zimmermann, K.D. Arp, Päschel, Polauke, Rodewald

 

Bereits am Nachmittag bestritten wir unser erstes Spiel gegen die Firmenmannschaft von Bier – Meyer. Wir stellten eine recht starke Mannschaft und gewannen nach gefälligem Spiel sicher mit 9:4 .
Am Pfingstsonntag folgte dann der Höhepunkt, der auf einer Reise nicht fehlen darf, nämlich eine Raddampferfahrt auf der Weser zum 3o km entfernt gelegenen idyllischen Bodenwerder. Bei strahlend schönem Pfingstwetter brachte uns der Dampfer in knapp drei Stunden zu unserem Ziel. Dort verlebten wir nun unvergessliche Stunden am Strand der recht strömungsreichen Weser, bevor es am Abend nach Hameln zurückging. Die Rückfahrt verlief sehr stimmungsreich und wird in steter Erinnerung bleiben.
Pfingstmontag bestritten wir dann unser zweites Spiel gegen die Gummiwarenfabrik Körting, deren Mannschaft ausschließlich aus sogenannten „Doppelspielern“ bestand. Obwohl sich einige Konditionsmängel und Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten, konnten wir auch dieses Spiel nach einer 3:2 – Halbzeitführung mit 5:2 Toren für uns siegreich gestalten.
Nach dem Spiel verlebten wir natürlich noch einige nette Stunden im Kreise unserer Gastgeber. Nach einer etwas anstrengenden Nacht erfolgte am Dienstag um 13 Uhr die Rückfahrt nach Berlin, das wir wohlbehalten und in Bombenstimmung erreichten, froh darüber, wieder Berliner Luft genießen zu dürfen.

image043 Ein geruhsamer Schluck in der Halbzeitpause



1961    

Das erste Jahr im Oberhaus hatten wir so leidlich überstanden. In der Hinrunde hatten wir glücklicherweise genügend Punkte gesammelt, von denen wir dann im zweiten Abschnitt zehren konnten.
Wie es im alten Jahr geendet hatte, so begann es auch im folgenden Jahr, nämlich mit einer deftigen Niederlage. Im ersten Heimspiel kanzelten uns die „Saubermänner“ der Stadtreinigung mit 7:1 nieder. Obgleich wir mit einer äußerst starken Mannschaft aufwarten konnten, hatten wir nie die Spur einer Chance. Die sieben Sachen fing sich folgende Elf ein:

PÄSCHEL – K.D. ARP, POLAUKE – J. ROGGENBACH, SCHULZ,

ZIMMERMANN – BOICK, RITTER, H.J. ARP, ZITHIER, RODEWALD.

Vom Stammaufgebot fehlte nur der gesperrte Peter Roggenbach. Auch in den nächsten drei Spielen gingen wir leer aus, wenn man von den Minuspunkten einmal absieht. Krone besiegte uns mit 6:4 Toren, die Lehrer machten es mit einem 3:1 etwas gnädiger, doch die Brotmacher von Wittler tobten sich bei ihrem 8:2-Erfolg ganz fürchterlich aus.
0:8 Punkte, ein furioser Start in den Abgrund – bei längerer Überlegung ein wenig deprimierend. Ein Hoffnungsschimmer aber zeichnete sich dann beim 4:4-Unentschieden gegen die Industrie – Polizei am Horizont ab. Doch er zeichnete sich nur ab, denn schon im nächsten Treffen gegen DeTeWe war er wie weggeblasen. Wir verloren in der Wrangelstraße sang- und klanglos mit 2:7.

Doch so leicht wirft eine Rot – Weiß – Mannschaft die Flinte nicht ins Korn. Als uns einige der anderen Sportgruppen bereits abgeschrieben hatten und uns zum Absteiger stempelten, erwachte der alte RWT – Kampfgeist und versetzte zumindest „Fußball‑Berge“. Wir sammelten eifrig wichtige Punkte durch Siege über den Senat mit 4:2, über die Lehrer mit 5:3, schlugen Krone gar mit 7:3 und holten uns in einem furiosen Endspurt aus den letzten drei Spielen alle möglichen sechs Punkte. Auswärts gegen DWM erkämpften wir ein glückliches 4:3, zwangen Wittler – unseren 8:2 – Bezwinger vom Hinspiel – mit 6:4 in die Knie und gestalteten das letzte Heimspiel gegen die Mannen der Industrie – Polizei mit 3:1 siegreich für uns.

Das fast Aussichtslose war uns somit gelungen, mit einem Punktestand von 14:22 hatten wir noch einen Mittelplatz erreicht.

 

Rot – Weiß beim Roland in Bremen

Am Freitag, d. 19.05.1961, wurde die Reise mit 32 Personen aufgenommen. Nach achtstündiger Fahrt erreichten wir am nächsten Morgen unser Ziel. Nur ein kurzes Ausspannen, gewährleistet durch die Unterkunft in einem erstklassigen Hotel, dann fand schon nachmittags um 16 Uhr das Freundschaftsspiel gegen die BSG. Rosebrock, einer Speditionsfirma Bremens, statt.

Entgegen den schwachen Vorstellungen bei den bisherigen Punktspielen befand sich unsere Mannschaft in einer ausgezeichneten Verfassung. Schon die erste Halbzeit zeigte eine spielerische Überlegenheit, die sich im Halbzeitstand auch zahlenmäßig mit 4:0 ausdrückte. Nach dem Seitenwechsel überwanden dann die Gastgeber zweimal unseren Torwart, während wir noch dreimal erfolgreich waren. Nach neunzig fairen Minuten war der Endstand von 7:2 für unsere Truppe vollauf verdient.

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Begrüßung und Seitenwahl vor dem Spiel gegen die Spedition Rosebrock         Klaus Winter, Rudi Päschel, Peter Roggenbach

Ein am Abend stattgefundenes Essen mit anschließendem Tanz festigte unsere schon auf dem Spielfeld geknüpfte Freundschaft. Die folgenden Tage boten uns reichliche Abwechslung. Auf dem Programm waren eine Hafenrundfahrt in Bremen, sowie eine Dampferfahrt nach dem benachbarten Bremerhaven. Selbstverständlich wurden auch die Wahrzeichen Bremens, der Roland, das prachtvolle Rathaus, der St. Petri – Dom mit dem Bleikeller und der Krypta sowie die allseits bekannte Böttchergasse mit großem Interesse  besucht.

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Torjäger Bodo Boick                                                    Peter Roggenbach in Aktion                   F.Ritter, J.Polauke,R.Päschel,P.Roggenbach

image055In Bremen: v.l.:. P.Roggenbach, Päschel, K.D.Arp, Boick, Polauke, Winter, Ritter, Rodewald ,Zimmermann ,Schulz ,H.J.Arp.

 1962    

Auch das Jahr 1962 entwickelte sich für uns Rot-Weiße wieder zu einem Kampfjahr. Schon die Staffelauslosung brachte uns die nicht erhofften „Knüller“, denn wir spielten mit folgenden Mannschaften um die ach so begehrten Punkte:

BfA, DeTeWe, Commerzbank, Feuerwehr, Hartmann, Krone, Senat, NRK und Loewe – Opta.

Trotz unserer Skepsis begann der Start recht vielversprechend, da wir das erste Auswärtsspiel gegen die Mannschaft vom SV Senat mit 4:3 gewinnen konnten. Doch schon im nächsten Spiel gegen die Männer von Loewe – Opta wurden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und mussten uns eine klare 1:4-Niederlage gefallen lassen. Allerdings sei vorweg gesagt, dass diese Mannschaft der haushohe Favorit in dieser Serie war. Im nächsten Spiel gegen Krone gab es in Zehlendorf ein gerechtes Unentschieden, man trennte sich torlos.

Zu einem positiven Punktverhältnis verhalf uns der folgende Sieg mit 2:1 Toren gegen die spielstarken Feuerwehrleute. Unser alter Rivale NRK mußte natürlich auch wieder einmal auftauchen, mit einem 1:1 teilten wir uns diesmal die Punkte. Mit 6:4 Punkten standen wir lang da, doch leider blieb es nicht beim positiven Punktverhältnis. Nach elf Spielen war der Glanz vorbei und mit 9:13 Punkten zierten wir den 7. Tabellenplatz, noch vor den Mannschaften der Feuerwehr und der Berliner Commerzbank, die einen bzw. drei Punkte hinter uns rangierten. In den noch ausstehenden Spielen hatten wir einfach nicht die Kraft, uns weiter nach vorn zu kämpfen. Das große Glück bestand für uns letztlich darin, dass zum Schluss auch die „NRK-Recken“ schlapp waren. Besser gesagt, noch schlapper als wir, denn immerhin hatten wir bei der Endabrechnung noch fünf Pluspunkte mehr aufzuweisen. Absteiger war somit NRK, Meister wurde Loewe-Opta mit sechs Punkten Vorsprung vor der Mannschaft von Krone.

Natürlich fehlte es in diesem Jahr auch nicht am Reiseprogramm. Die alte Hansestadt Lübeck war unser Ziel. Dort verlebten wir einige nette Tage, wobei natürlich der Fußball nicht zu kurz kam.

Gegen unseren Gastgeber-Nordischer Maschinenbau Baader gab es eine herbe 3:8 – Schlappe, doch das Ergebnis war nur sekundär, denn schon am nächsten Tag folgte ein zweites Spiel gegen die voll austrainierte und mit vielen „Doppelspielern“ gespickte Mannschaft des Bundesgrenzschutz, und diesmal lief es erheblich besser als am Vortag, auch wenn wir mit 2:4 Toren unterlagen.

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tehend: v.l.:. Jakuscheit,Zithier,Rodewald,          Vor dem Spiel:

Schulisch,Mietz,H.J.Arp,                           Axel Donhauser (NML) und Peter

Mitte v.l.:K.D.Arp,Zimmermann,                   Roggenbach (RWT) bei der Seitenwahl

P.Roggenbach
Vorne v.l.: Polauke,Päschel,S.Volkmann  

Leider hatten wir in diesem Jahr auch einen schweren Verlust zu beklagen:

Unfassbar für uns alle ging am 30. September 1962 nach langer und schwerer Krankheit unser 2. Vorsitzende und Spieler der 1. Mannschaft FRITZ RITTER im 24. Lebensjahr für immer von uns.

Wir alle, die wir ihn kannten, die mit ihm durch Dick und Dünn unserer noch jungen Vereinsgeschichte gegangen sind, begleiteten ihn auf seinem letzten Weg.
Voller Selbstbewusstsein und frohen Mutes war er in das für ihn so schicksalsschwere Jahr 1962 gegangen. Er wollte nicht nur auf dem Spielfeld seine ganze Kraft für die Sportgruppe einsetzen, sondern auch aktiv im Vorstand tätig sein. Plötzlich jedoch riss ihn eine damals nicht erkannte Krankheit aus allen seinen Träumen. Schwere und schmerzvolle Monate lagen hinter ihm, ehe er am Sonntag, den 3o. September 1962, davon erlöst wurde.

Wir werden unseren Friedrich, wie er von vielen seiner Freunde genannt wurde, nicht vergessen.

1963    

Wie im Vorjahr, so hatten wir auch diesmal wieder einen recht guten Start; wir brannten mal wieder sozusagen unser sattsam bekanntes Strohfeuer ab.

Im Volkspark Mariendorf feierten wir einen unserer höchsten Siege mit einem 12:0 gegen die restlos enttäuschende Feuerwehr. Allerdings hatte Torwart Wienheim wahrscheinlich seinen schwärzesten Tag erwischt.

Nach sieben Spielen hatten wir zwar ein positives Torverhältnis von 19:17, doch die Punkte stimmten mit 6:8 nicht so recht dazu. Ungeschlagen mit 12:0 Punkten führte der Senat souverän die Tabelle an. Je länger die Saison dauerte, desto tiefer rutschten wir in der Tabelle; es passte nichts mehr zusammen, man hätte fast verzweifeln können. Nach 12 Spielen waren wir im tiefen Keller, der letzte Platz war uns nicht zu nehmen. Von 6:8 Punkten hatten wir uns auf 6:18 verschlechtert, wir hatten somit fünf Spiele In Serie verloren. An der Tabellenspitze hatte der SV DeTeWe noch den SV. Senat abfangen können und führte vier Spiele vor Beendigung der Punktspielrunde bei 20:4 Punkten mit drei Punkten Vorsprung.

Was der SV Senat noch schaffte, nämlich eifrig Punkte zu sammeln, gelang uns nicht mehr. Deprimiert belegten wir mit 6:26 Punkten und einem Torverhältnis von 29:49 den letzten Platz und waren somit Absteiger.

 

Im „Sport im Betrieb“, Nr. 7/63 war zu lesen:
Mit der SG. Rot – Weiß Tempelhof musste eine der ältesten Sportgruppen der IG erstmals den Weg in eine untere Klasse antreten. Hoffen wir aber, dass die Rot-Weißen sich wieder finden werden, um dann im nächsten Jahr wieder in der obersten Klasse kräftig mitzumischen.“

Der Senat hatte es tatsächlich noch geschafft, in den noch ausstehenden vier Spielen die Mannschaft von DeTeWe zu überflügeln und mit einem Vorsprung von einem einzigen Pünktchen Staffelsieger zu werden. Doch damit nicht genug, im Endspiel um die Berliner Meisterschaft wurde der andere Staffelsieger, die Truppe der DIW Spandau, mit 4:3 nach Verlängerung geschlagen.

 BSG Nordischer Maschinenbau in Berlin

Mit der Mannschaft der BSG Nordischer Maschinenbau – Lübeck, hatten wir zum Himmelfahrtstage eine Mannschaft zu Gast, mit der uns seit dem vergangenen Jahr eine enge Sportfreundschaft verband.

In den Mittagsstunden traf unser Gast, auch mit einer Handball – Mannschaft, wohlbehalten in Berlin ein. Nach kurzer Begrüßung geleiteten wir die Lübecker in ihre Unterkunft, einem idyllisch gelegenen Heim in Kladow.

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Nordischer Maschinenbau Lübeck, Baader                   J.Roggenbach und A.Donhauser bei der Begrüßung

                                                                                                  im Friedrich-Ebert-Stadion

Bald jedoch mussten wir wieder aufbrechen, da um 17.30 Uhr in der Bosestraße im Friedrich – Ebert – Stadion das Spiel beider Mannschaften stattfinden sollte.

Die erhoffte Revanche für die im Vorjahr in Lübeck erlittene Niederlage glückte leider nicht, denn die Lübecker (dortiger Pokalfinalist) stellten eine technisch und kämpferisch sehr starke Mannschaft, die trotz langer Busfahrt überlegener war, als es das Ergebnis auszudrücken vermag. Nach einigen Torchancen gleich zu Beginn des Spiels ging der Gast durch eine haltbare „Bogenlampe“ seines Linksaußen in Führung und baute kurze Zeit danach diese zu einem 2:o aus. Jörg Kaltz konnte zwar den Anschlusstreffer erzielen, kurz vor dem Halbzeitpfiff jedoch stellten die Gäste durch Verwandlung eines Elfmeters den alten Abstand wieder her.

Durch die Hereinnahme von Alfred Schulisch bekam unser Spiel in der 2. Halbzeit etwas mehr Druck, ohne dass jedoch zunächst zählbare Erfolge zu verbuchen waren. Die Lübecker konnten sogar das 4:1 erzielen, ehe unserer Mannschaft durch Tore von Schulisch und Zimmermann eine Resultatsverbesserung gelang. Mit Geschick, vielmehr aber mit Können, verteidigten die Gäste diesen Vorsprung bis zum Abpfiff.

Nach dem Spiel gab es, wie konnte es auch anders sein, ein zwangloses Beisammensein. Es wurde an diesem Abend noch sehr spät, was aber nur die Berliner am nächsten Tag auf der Arbeit spürten.

Für den Freitag stand für die Lübecker eine Besichtigung der Bärenbier-Brauerei auf dem Programm, die auch regen Zuspruch fand. Kaum, dass sich die Gäste vom Genuss des Bärenbiers erholt hatten, fand am Abend in der Gaststätte „Zum Turm“ ein Vergnügen statt, an dem nicht nur die Gäste aus Lübeck, sondern auch die Berliner Mannschaften von Electrolux und den Arbeitsämtern teilnahmen. Es wurde bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gesungen, doch die „Baader – Leute“ waren einfach nicht zu schaffen.

Das merkten am nächsten Tag auch die Fußballer der SG. Electrolux, als sie zum Spiel gegen die gerade von einer Stadtrundfahrt kommenden Lübecker antraten. Obgleich man einigen Spielern die Anstrengungen der vorangegangenen Tage ansah, konnten sie trotzdem aufgrund ihres spielerischen Könnens einen knappen, aber verdienten 1:0 -Sieg erringen.

Der Sonnabendabend stand dann jedem zur freien Verfügung, was alle entsprechend auskosteten. Sonntag war der Tag der Abreise und mehr oder weniger abgeschlafft, doch um vieles Erlebte reicher, stiegen unsere Gäste in ihren Bus.

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image0671964    

1964-zehnjähriges Bestehen der SG. Rot-Weiß Tempelhof ! Wir alle konnten es nicht glauben, doch es war so. Die Jugendgruppe hatte sich, trotz einiger Rückschläge, wacker gehalten und konnte ein Jubiläum feiern.

Am 1. und 2. Mai veranstalteten wir deshalb im Friedrich – Ebert Stadion ein Jubiläums-Fußball-Turnier. Zu Gast waren bei uns: Der SV Senat, VRB und der Nordische Maschinenbau Lübeck. Den Jubiläumspokal schnappten sich die Lübecker weg, auf den Plätzen folgten der SV Senat, der Jubilar und die Mannschaft von VRB.

Die Feierlichkeiten fanden im Festsaal „Zum Kurfürst“ statt. Sie wurden ein voller Erfolg, denn nicht nur die Sportkameraden aller beteiligten Mannschaften waren unsere Gäste, sondern auch Freunde anderer Betriebssportgemeinschaften gratulierten.

Durch diesen besonderen Anlass war in diesem Jahr natürlich alles andere sekundär. Dass wir nun nicht mehr in der höchsten Spielklasse der IG spielen durften, warf uns auch nicht um, hatte es doch den Vorteil, dass die vor uns liegenden Spiele doch etwas geruhsamer angingen. Wir spielten in der 2. Klasse, Staffel B mit folgenden Mannschaften: Matador, Bosch-Elektronik, AEG-FA, Berliner Lehrer, FG. Südwest, Schwarz – Rot Wilmersdorf, Grün – Weiß, Wittler sowie Ideal. Also doch einige Mannschaften, die auch noch in der heutigen Zeit einen recht guten Namen haben. Wir hielten uns während der gesamten Serie nur im Mittelfeld auf und hatten zum Saisonende den achten Tabellenplatz erreicht.

image069Berliner Stadtauswahl des Jahres 1964 mit

 Peter Roggenbach (stehend rechts)

 

 

 

 

 

 

 

1965    

image071Das erste Jahr im zweiten Jahrzehnt gestaltete sich für uns ein wenig freundlicher. Wahrscheinlich lag es an neuen Impulsen, die der Vorstand entwickelte, die sich dann auch auf die sportlichen Leistungen der Mannschaft auswirkten.

 

Wir verzeichneten – wie schon so oft – in den ersten Spielen einen wahren Höhenflug und ließen erst mal die Konkurrenz weit hinter uns. Nach neun Spielen waren wir in der 2. Klasse, Staffel A Tabellenerster mit 14:4 Punkten und 25:12 Toren. Hinter uns rangierten immerhin so renommierte Mannschaften wie Butan, Ullstein und Telesport sowie NCR und SV 30. Bei Butan stand seinerzeit immerhin der Ex-Vertragsligatorwart Werner Wartig von Blau-Weiß 90 im Tor.

 

 

 

 

Unter diesen Mannschaften war dann auch naturgemäß der kommende Meister zu suchen. Wir wurden es leider nicht, denn wieder einmal reichte am Ende die Puste nicht aus. Meister wurde Butan vor NCR und uns. Dennoch war dieser 3. Platz für uns in diesem starken Feld als Erfolg zu werten.

Die ansteigende Form und die nunmehr wieder gute Moral der Mannschaft zeigte sich auf der Osterfahrt nach – na, wohin? – Lübeck natürlich. Dort nahmen wir an einem Kurzturnier teil, das der Nordische Maschinenbau veranstaltet hatte. Weitere Teilnehmer an diesem Turnier waren die Mannschaften der Industrie‑Werke Karlsruhe und der Firma Opal. In strömendem Regen und auf schwer bespielbarem Boden konnten wir den Turniersieg erringen und den Wanderpokal nach Berlin entführen.

1966

image073Reichhaltig das Angebot – groß die Nachfrage mit guten Erfolgen. Das könnte der Leitsatz dieses Jahres sein.

 

Leider hatten wir – wie im Vorjahr – das Pech, mit der Truppe der AOK Berlin ein überragendes Team in der Staffel zu haben. Unbeirrt hamsterte man die Punkte ein und schon nach wenigen Spielen war abzusehen, dass eigentlich nur diese Mannschaft der kommende Meister sein konnte. Doch auch unsere Spiele, wie immer am Anfang, konnten sich sehen lassen. Nach neun Spielen waren wir auf Tuchfühlung zur AOK. Bei einem Punktestand von 16:4 zu 13:5 standen wir nur einen Zähler schlechter, allerdings hatten wir Schützenhilfe durch die Mannschaft von Schindler erhalten, die die AOK mit 2:1 Toren besiegen konnte. Unser Spiel im Volkspark Mariendorf endete nach beiderseits guten Leistungen mit einem gerechten 2:2 Unentschieden. Doch schon im nächsten Spiel gegen Blau-Weiß Gutenberg verschenkten wir mit einem 2:2 einen wichtigen Punkt, so dass die AOK wieder etwas Luft bekam.

Auch im Rückspiel im Stadion Wilmersdorf konnten wir dem Favoriten nur eine Halbzeit lang Paroli bieten. Durch einen verdienten 3:1-Sieg sicherten sich die Versicherungsleute der Krankenkasse endgültig den Staffelsieg.

Wir waren letztlich mit sechs Punkten Rückstand doch ziemlich klar abgeschlagen und hatten noch Mühe, wenigstens die „Vizemeisterschaft“ mit einem Punkt Vorsprung vor der bedrohlich aufkommenden Mannschaft der Bundesdruckerei zu retten.

PlatzVereinSpieleSiegeUnentschiedenNiederlagenTorePunkte
1AOK1614-259:1828:4
2Rot‑Weiß Tempelhof16102460:3622:10
3Bundesdruckerei16101552:3721:11
4Schultheiß Spandau1672744:3916:16
5Schindler1672748:5116:16
6Blau‑Weiß Gutenberg1663741:4815:17
7 Berliner Kindl1653828:4113:19
8IBM1644829:4512:20
9Reemtsma
16-11526:741:31

 

TURNIER IM VOLKSPARK
Den im Vorjahr in Lübeck gewonnenen Wanderpokal konnten wir leider nicht erfolgreich verteidigen. Wieder einmal war der Nordische Maschinenbau der große Sieger. Im sehr harmonisch verlaufenen Turnier im Volkspark Mariendorf war er den übrigen Mannschaften überlegen und holte sich den Pokal zurück. Die Mannschaften von Opal, VRB und den Industriewerken aus Karlsruhe hatten das Nachsehen. Wir konnten immerhin noch den zweiten Platz belegen.

 

      RWT im ”Kohlenpott”

 

Wanne – Eickel, Bochum, Herne – das waren die Stationen während unserer diesjährigen Pfingstreise. Mit einer sehr kleinen Expedition traten wir diese Fahrt an, nur eine komplette Elf, allerdings begleitet von vier charmanten Frauen, waren dabei.

Der Freitag war ausgefüllt mit einer Hafenrundfahrt im Westhafen, wo wir vom Hafendirektor und Mitgliedern des Personalrats empfangen wurden. Einer anschließenden Besichtigung der Schleusen folgte eine gemütliche Kaffeerunde im feudalen Bootshaus. Ferner gab es noch eine Einfahrt in das dortige Bergbaumuseum, das uns einen Einblick in die Arbeit der „Kumpels“ gab.

 

Am Sonnabend um 10.30 Uhr erfolgte der Anstoß im Wanne – Eickeler Stadion, das mit einem gepflegten Rasen aufwarten konnte. Für uns galt es gegen die Auswahlmannschaft des Betriebssportverbandes Emscher – Ruhr so gut wie möglich abzuschneiden. Überraschend gelang uns nach einer halben Stunde durch Klaus Winter die 1:0-Führung nach einem guten Konter, doch ein mehr als überflüssiger Handelfmeter gestattete den Gastgebern das vermeidbare 1:1. Dabei blieb es dann bis zur Pause.

Zu Beginn der 2. Halbzeit dann der schnelle Knockout für unsere Truppe. Ein Selbsttor in der 47. Minute und das 1:3 knappe zwei Minuten danach besiegelten unser Schicksal. Trotz allem fiel noch der Anschlusstreffer durch Jürgen Jakuscheit, dem die Auswahl aber noch zwei weitere Tore folgen ließ. Das dritte Tor für uns, abermals durch „Jaku“, fiel leider erst kurz vor Schluss und war somit kaum noch von Bedeutung. Obwohl wir den Rasen als Verlierer verließen, hatten wir trotzdem Eindruck hinterlassen, zumal wir tatsächlich nur mit einer „Reisegesellschaft“ angetreten waren.

Der äußere Rahmen sprengte hierbei den sonst üblichen Ablauf solcher Veranstaltungen. Nach dem Hissen der Fahnen beider Landesverbände wurden wir vom Oberbürgermeister der Stadt, Herrn Edmund Weber, begrüßt.

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Gruppenfoto im Hafen mit dem Oberbürgermeister

Nach dem Spiel fand ein gemeinsames Essen mit anschließendem sehr nettem Beisammensein statt.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Ruhe. Vor dem auf einer Anhöhe idyllisch gelegenen Naturfreundehaus fand ein Tischtennisturnier nach dem anderen statt, bei denen sich insbesondere Jürgen Polauke, Peter Roggenbach und Klaus Winter profilieren konnten. Der Abend wurde beschlossen mit einem Vergnügen im dortigen Haus, zum Gelingen desselben trugen ebenfalls dort wohnende Holländer wesentlich bei. Am Sonntag ging es dann ab nach Hause.

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1967    

Das „ominöse 13.Jahr“ seit der Gründung der Sportgruppe brachte reichlich wenig, man könnte fast sagen: Zu wenig!

Die Meisterschaftsrunde verlief ohne rechte Höhepunkte, obwohl es an guter Konkurrenz wahrlich nicht mangelte, wenn man sich nachstehende Mannschaften betrachtet:

Unsere Gegner waren: SOBANSKI, OSRAM, STEGLITZ 41, ROT‑WEISS 47, STADTREINIGUNG, BLOBELT, SCHULTHEISS SPANDAU, OBERHAVEL und IBM.

Den Spielerstamm der Mannschaft bildeten:

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Stehend v.l.:Trainer Rothe, Kaltz,Zimmermann,K.-H.Paech,1.Vorsitzender Mietz,Rodewald,Schulz,J.Roggenbach,P.Roggenbach

Kniend v.l.: Jakuscheit, Begner, Knossalla, S.Volkmann, Polauke

Nach Beendigung der Serie hatten wir uns gegenüber dem Vorjahr um vier Plätze verschlechtert und nur den 6. Tabellenplatz belegt.

Ansonsten hatte der Vorstand in diesem Jahr nicht sonderlich viel Initiative entwickelt, denn erstmalig wurde die schon obligatorische Reise nicht abgeschlossen. Man hatte wohl kein Fernweh!

Über eine Aktivität in diesem Jahr können wir jedoch noch berichten. Am 29.04.1967 veranstaltete RWT das 1. Leichtathletik Sportfest. Den Gesamtsieg eroberte Peter Rodewald und so sah die Urkunde aus: