1970 – 1979

Die Jahre 1970–1979

 

 1970    

Das Jahr 1970 brachte für uns normalen „Fußball–Eintopf“. Nichts Außergewöhnliches spielte sich ab, man „knödelte“ so vor sich hin.

Einige vertraute Mannschaften tauchten wieder auf, so unsere alten „Spezis“ NRK und AOK. Mit dabei waren auch BA Neukölln, Borussia – Tempelhof, Schindler, BVG Nord, Hartmann und IBM.

Wir schummelten uns so richtig durch die Saison hindurch, ohne weder oben noch unten entscheidend mitreden zu können bzw. müssen. Nach Beendigung der Serie hatten wir uns bei einem ausgeglichenen Punktestand einen soliden Mittelplatz erspielt.

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 Immo Knossalla und unser Ehrenvorsitzender, K.-H. Mietz

 

Eines allerdings sprengte den normalen „Fußball.- Eintopf“. Nach 16-jähriger Tätigkeit im Vorstand machte KARL – HEINZ MIETZ Platz für die Jugend Nur wer selbst einmal als „Funzionär“ tätig war, kann abschätzen, was eine solche Arbeit bedeutet.

Die Hauptmitgliederversammlung dankte „Kalle“ in angemessener Form und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Vorstand. .

Olaf Liesenfeld wurde 1. Vorsitzender und sollte dies mit vier Jahren Pause auch bis 1991 bleiben

In diesem Jahr begann die Reisewelle wieder zu laufen, wenn auch noch nicht so hochtourig wie in vergangenen Jahren. Peter Rodewald war Vermittler zur Mannschaft von Prakma, die inNeubüddenstedt  – zwischen Helmstedt und Schöningen gelegen -beheimatet war.

Mit 5:1 konnten wir an frühere gute „Reiseergebnisse“ anknüpfen.

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1971

 1971-ein düsteres Jahr im sportlichen Leben der Rot-Weißen,Abstieg in die 2. Klasse!
Es begann gleich mit einer Niederlage im Eröffnungsspiel gegen SV Zehlendorf. Mit 0:3 mussten wir gegen die „Graßmann‑Mannschaft“ in einem schwachen Spiel unsererseits die Segel streichen. Gar mit 3:6 ging das nächste Spiel gegen die Barmer – Ersatzkasse verloren, dem sich eine weitere Niederlage, wenn auch mit 2:3 recht knapp, gegen das BA Reinickendorf anschloss.

Dann jedoch der erste Hoffnungsschimmer! Aus Reinickendorf holten wir mit einem 3:2 gegen die BVG Nord die ersten Pluspunkte. Schon eine Woche später langten wir nach langer Zeit mal wieder kräftig hin, als die Mannschaft von Spinne Zehlendorf in ihrem Nest klar mit 5:1 Toren besiegt wurde.

Doch damit war das Pulver bereits verschossen. Nach drei weiteren Spielen hatten wir uns von sechs möglichen Minuspunkten natürlich alle sechs eingefangen. 1:2 gegen DIWAG, 0:6 gegen Frilu/SOG und 1:3 gegen Altmann & Böhning. 4:12 Punkte, absteigende Tendenz und kein Land in Sicht.

Leider verlief auch die Rückrunde unter den gleichen Negativ-Vorzeichen. Allerdings hatten wir uns soweit wieder gefangen, dem Abstieg doch noch in letzter Minute entgehen zu können. Im alles entscheidenden Spiel gegen die Mannschaft von Blobelt führten wir wenige Minuten vor Schluss mit 3:0, als das Spiel wegen einbrechender Dunkelheit abgebrochen wurde. Völlig unverständlich wurde das Spiel neu angesetzt, das wir dann auch prompt verloren.

Dadurch war der Abstieg beschlossene Sache, während Blobelt weiterhin in der 1. Klasse spielen durfte.

1972

Die 2. Klasse schmeckte uns – ehrlich gesagt – ganz und gar nicht. Was konnte man dagegen tun, um dieser Sache abzuhelfen? Es gab natürlich nur zwei Alternativen:

Abstieg in die 3. Klasse oder Aufstieg in die 1. Klasse.

Nach „reiflicher“ Überlegung entschieden wir uns für die 2. Alternative und konnten nach 24 Spielen jubeln: Wiederaufstieg auf Anhieb geglückt!

Lange Zeit jedoch mussten wir darum bangen, denn außer uns hatten sowohl Krone, als auch Schindler dieselben Ambitionen. Als uns jedoch Mitte der Rückrunde der entscheidende Absprung geglückt war, hatten wir bei der Endabrechnung doch immerhin fünf Punkte auf der Positivseite mehr als Krone. Schindler war noch weitaus deutlicher abgeschlagen.

Eine kurze Chronologie zeigt, dass es erst im fünften Spiel mit einem 1:1 gegen Krone den ersten Punktverlust gab. Dann folgten sogar sechs Siege in Reihenfolge, ehe es der Mannschaft der BVG Cicero vorbehalten blieb, uns mit einem 1:1 zu überraschen. Auch im Rückspiel konnten wir uns gegen Krone nicht durchsetzen, denn wir wurden in Zehlendorf sogar knapp mit 1:0 geschlagen. Die aber anschließend einsetzende Siegesserie – neun Doppelpunktgewinne – regelte alles, zumal sich Krone doch noch einige Ausrutscher erlaubte. Die Meisterschaftsfeier wurde dann natürlich ein voller Erfolg.

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Stehend v.l.: Utz, Knossalla, Held, Rüdiger, Polauke, K.H Paech ,Begner

Kniend v.l.: Zimmermann ,Philipowsky, Rodewald, Jakuscheit

1973

Vom Jahre 1973 an kann man mit ruhigem Gewissen von einem neuen Aufschwung innerhalb unseres Vereinslebens sprechen, der bis zum heutigen Tag angehalten hat.

Ein Vorstand mit neuen Ideen und helfende Sportkameraden in Ausschüssen – zuständig für diverse Veranstaltungen – waren hierfür wertvolle Garanten.

Dieser neue Elan musste sich zwangsläufig auch auf unsere Spielerei auswirken. Zum Punktspielstart in der Markgrafenstraße konnten wir gegen die BVG Nord gleich den ersten Sieg landen, denn mit einem klaren 4:1 holten wir uns die ersten Punkte. Die Tore erzielten für uns Jürgen Jakuscheit (2), Helmut Zimmermann sowie Bernd Held bereits in der ersten Halbzeit, so dass man die zweiten 45 Minuten etwas geruhsamer angehen lassen konnte. Im weiteren Verlauf der Serie zeigte sich, dass wir in diesem Jahr „voll“ da waren, denn wir landeten sieben Siege in Serie und standen an der Spitze. Im achten Spiel wurden wir dann umso härter erwischt. Im Allianz‑Stadion wurden wir gegen die Mannschaft von Weiß – Blau Allianz mit 6:2 ganz fürchterlich in die Pfanne gehauen. Nach einer 1:0 – Pausenführung durch Benny Held fingen wir uns im Verlauf der 2.Halbzeit noch sechs muntere Sachen ein, denen wir nur ein Elfmetertor durch Peter Rodewald entgegensetzen konnten. Leicht angeknackst verloren wir auch das nächste Spiel im Volkspark Mariendorf gegen Axel Springer mit 0:1. Glücklicherweise hatte die Mannschaft jedoch nur eine kurze Schwächeperiode zu überstehen.

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Stehend v.l..: K.H.Paech, Held, Rodewald, Polauke, Philipowsky, Penski, Rüdiger, Zithier

Hockend v.l.: Knossalla, Jakuscheit, Liesenfeld

Es folgten vier eindrucksvolle Siege gegen BVG Britz, Blau-Rot Wilmersdorf, BA Neukölln und NCR und alles war wieder im Lot.

Schärfste Konkurrenten um den Staffelsieg waren nunmehr nur noch die Mannschaften von Weiß‑Blau Allianz und vom Bezirksamt Reinickendorf. Gegen die Bezirksämtler verloren wir im Volkspark glasklar mit 0:4 Toren. Bis zur Halbzeit konnten wir noch ein 0:0 halten, doch danach gab es einen einzigen Sturmlauf auf unser Gehäuse, dem unsere Abwehr einfach nicht mehr gewachsen war. Allerdings mussten wir in diesem Spiel auf so wichtige Spieler wie Polauke, Begner, „Kalle“ Paech, Jakuscheit und Penski verzichten.

Hier die Mannschaftsaufstellung:

KNOSSALLA, G. TRENKLER, RODEWALD, LIESENFELD, RÜDIGER, PHILIPOWSKY, D. TRENKLER, UTZ, SCHMIDT, ZITHIER, HELD.

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Stehend v.l.:Jüptner, Utz, K.-D.Paech, D.Trenkler, Zimmermann, Winter, G.Trenkler, K.-D.Arp, P.Roggenbach

                                                         Kniend v.l.: W.Rüdiger, S.Volkmann, Knossalla, Schielke

Großkampfstimmung herrschte dann am 1.Oktober zum Rückspiel gegen Weiß-Blau Allianz in der Halker Zeile. Beide Mannschaften boten ein schnelles und auch technisch ansprechendes Spiel, das gerechterweise mit einem 2:2-Unentschieden endete. Nach zweimaliger Führung der Versicherungsleute konnte Benny Held jeweils ausgleichen, der im Übrigen nicht nur aufgrund dieser beiden Tore „Goalgetter“ dieser Saison wurde. Aufgrund der nachfolgenden Siege gegen BVG Britz mit 2:1, Springer mit 3:1 und BA Neukölln mit 4:2 standen wir einen Spieltag vor Beendigung der Saison als Meister und Aufsteiger zur Liga bereits fest. Der Vollständigkeit halber verabschiedeten wir uns jedoch mit einem 6:2-Sieg über Blau-Rot Wilmersdorf mehr als standesgemäß aus der 1. Klasse. Den ersten beiden Toren von Held und Penski ließ Günter Zithier in der 2. Halbzeit vier weitere folgen. Damit war er bei der internen Endabrechnung bis auf einen Treffer an Benny herangekommen.

Hier noch einmal die ersten drei Mannschaften:

Platz
Mannschaft
Spiele
Siege
Unentschieden
Niderlagen
Tore
Punkte
1
Rot-Weiß Tempelhof
24
18
2
4
59:33
38:10
2
Weiß-Blau Allianz
24
16
3
5
74:36
35:13
3
BA Reinickendorf
24
215
2
7
78:30
32:16

Zusammengefasst wurde das Jahr 1973 in einem Rundschreiben an alle Mitglieder, das hier noch einmal abgedruckt werden soll:

Zum Jahresende möchte ich mich noch einmal an Euch wenden, um- rückblickend – die Frage zu stellen: Was hat uns das Jahr 1973 gebracht, hat es sich „gelohnt“, bei Rot-Weiß zu knödeln?

Ich glaube, dass wir diese Frage uneingeschränkt mit einem kräftigen ‚JA‘ beantworten können und müssen. Sportlich gesehen haben wir in den vergangenen zwölf Monaten mehr erreicht, als wir zu Beginn des Jahres zu hoffen wagten. Die 1. Mannschaft wurde Staffelsieger und spielt nach über 10 Jahren erstmals wieder in der höchsten Spielklasse des Betriebssportverbandes. In den Pokalspielen um den amtlichen Pokal des Verbandes (ÖTV‑Pokal) erreichten wir  die Runde der letzten 16 Mannschaften und unterlagen hier äußerst knapp dem SV Senat mit 1:2 Toren.

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„Idylle,“im Garten Begner – ein besonderes „Dankeschön“ an unsere Karin  Er schnallt die Stiefel fester: “Kutti“ Jüptner

Doch nicht nur auf sportlichem Sektor tat sich bei Rot-Weiß so einiges. Ein Volltreffer war, wie auch schon in den Vorjahren, das nun schon obligatorische Leichtathletik-Sportfest für Männer, Kinder und auch für unsere Frauen. Hier konnte man sich mal so richtig austoben, wovon auch alle Teilnehmer regen Gebrauch machten.

Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die Skatabende, die von einigen  – so sagt man – bis zum Frühstück des anderen Tages ausgedehnt wurden.

Nicht zu vergessen ist die Radtour hinaus in die Natur, die ebenfalls ein fester Bestandteil innerhalb unseres Vereins geworden ist.

Auch der im Sommer im Jugendheim durchgeführte Grillabend war ein voller Erfolg. Bei herrlichem Wetter verlebten wir doch einige lustige Stunden, so dass sich das Anstehen zur Erlangung eines oder mehrerer Stücken Fleisches gelohnt hatte.

Letzter Höhepunkt war unser alljährlich stattfindendes vorweihnachtliches Beisammensein im Jugendheim. Es wurde getanzt, gesungen und geplauscht, so dass man sich über die „Rot-Weiß-Truppe“ mal wieder echt freuen konnte. Die Soloeinlagen einiger von uns auf „künstlerischem Gebiet“ verdienen doch Anerkennung und Beifall zugleich. Heimleiter Rudi Braunsdorf hatte mal wieder Stimmung in seinem Heim.

Das war so in großen Zügen die Rot-Weiß-Palette des Jahres 1973. Ich meine, es war doch allerhand! Sollte uns ähnliches in 1974 gelingen, so können wir schon jetzt damit zufrieden sein.

                                                                                                        Peter Roggenbach

Abschließend noch der Abdruck einiger „Vier“ – oder auch „Mehrzeiler“ die an diesem Abend zum Besten gegeben wurden:

Der Immo steht bei uns im Tor,

er fängt und rennt und packt sich vor.

Nur, wenn die Bälle hoch ankommen,

ist er öfter ganz benommen. 

Der andere Fetzer ist der Kalle,

er macht fast alle Gegner alle.

Wehe, wenn einer was anderes will,

ab mit ihm – zum Müll !

 

Der linke Läufer bei uns ist Rode,

bei ihm ist Meckern ganz große Mode.

doch vom Können her ist er Klasse,

einer der Besten aus der großen Masse.

Der Kleinste in der Abwehr ist unser Jochen,

er konnte lange Zeit auf seinen Gipsarm pochen.

Er ist geschwind und stets am Ball,

man findet ihn halt überall. 

Die Abwehr steht und fällt mit Phiv,

er hat Schuld, wenn’s mal nicht so lief.

Er ist der Sensenmann der Truppe,

bei ihm fallen so einige auf die Kuppe.

 

Ein Läufer – nämlich rechts – ist Klaus,

ihm ging noch nie die Puste aus.

Er macht hinten und vorne Furore

und so ganz nebenbei noch seine Tore.

 

Als Libero steht im Zentrum Lauke,

auch er haut manchmal auf die Pauke.

Vor allem, wenn der Schieri, diese Pflaume,

bricht mit ihm `nen Streit vom Zaune.

 

In der Mitte stürmt Günter Zithier,

Tore machen ist sein Metier.

Er soll alles das abstauben,

was ihm die Gegner freundlicherweise erlauben.

Kläuschen ist nicht nur auf dem Spielfeld am Ball,

man findet ihn auch beim Bezirksamt überall.

Kann er für Rot‑Weiß irgendwas ergattern,

hört er dort nicht auf zu schnattern. 

Einer kann aufladen seinen Akku,

nämlich unser Jaku.

Er ist verletzt seit dem Reeperbahn – Bummel ,

war wahrscheinlich irgendsone Hummel.

Doch er trainiert laufend wie besessen,

man darf ihn auf keinen Fall vergessen.

 

Links draußen auf dem großen Feld

rennt und rennt der Benni Held.

Er schießt Flanken wie Granaten,

oftmals muß man sein Tun erst erraten.

Ist er jedoch am Gegner vorbei,

legt er den Ball ins Tor – als Ei.

 

Der Längste auf der grünen Wiese,

ist ein Außenverteidiger, namens Liese.

Mit seinen übermäßig langen Hessen

macht er fehlende Technik völlig vergessen.

 

Rechtsaußen stürmt ein Klassemann,

der manchen Haken schlagen kann.

„Penni“ macht mit dem Ball allen was vor,

hätte er doch nur einen größeren Drang zum Tor.

 

Ein weiterer Mann ist Peter Utz,

beim Training haut er ganz furchtbar uff`n Putz.

Spielt er jedoch in der Ersten Stürmer,

denkt man, er suche Würmer.

 

 

Looki ist nicht nur Spieler der Zweiten,

er machte die Schieri – Prüfung beizeiten.

Denn gehen die Gagen bei Rot-Weiß mal zurück,

pfeift er eben ein Stück.

 

Der andere von Volkmanns ist der Hotte,

früher spielte er wie `ne olle Klamotte.

Heute ist er ein Reißer auf Außen,

sagen zumindest die Leute von draußen.

 

Unser zweiter Olaf mit Namen Heide

steht bei Rot – Weiß schon lang‘ auf der Weide.

Er schwingt noch heute mächtig den Knüppel,

hört er nur den Namen Wolfenbüttel.

 

Rot – Weiß hat im Team sogar einen „Bullen“,

der hat generell was gegen volle Pullen.

Zu Feiern kommt er immer ohne Colt und Gewehr,

Fazit am Ende – die Pullen sind leer.

 

Mädchen für alles ist oftmals der Kutti,

für einige war er sogar schon die Mutti.

Hat man im Vorstand oder sonst mal Hummeln,

macht nichts, Kutti wird’s schon befummeln.

Er ist jederzeit bereit alles zu machen,

man kann über seine Späße oft lachen.

Nur eins, das ist sein größtes Ziel,

ab und zu mal ein Fußballspiel.

Zum Schluss noch ein Sprüchlein für unsere Damen,

ab und zu nenne ich eine bei Namen.

Inkognito ist auch bei uns große Mode,

handelt sich’s nun um Karin oder um Mary von Rode.

Ihnen und den andern sei gedankt für die Zeit,

in der sie waren opferbereit.

War es mittwochs zum Training oder sonst wann zum Spiel,

manchmal war es schon etwas zuviel.

Doch will man haben beim Fußball `ne Truppe,

muss sie manchmal kalt werden – zu Hause – die Suppe

 

 

                                                                                                           Peter Roggenbach

AUF DER REEPERBAHN

image100Am Freitag, d. 18.05, startete die RWT -Truppe mitsamt Ehefrauen und Bräuten gen Hamburg. Mit knapp einstündiger Verspätung setzte sich der mit 42 Personen beladene Reisebus in Bewegung. Nach zügiger Fahrt erreichten wir noch vor Mitternacht unser Ziel, das Zuteilen der Doppelzimmer verlief reibungslos und schon wenige Minuten später hielten es einige nicht mehr im ‚Motel Hamburg“ aus, ihr Ziel war die Reeperbahn.

 

Am nächsten Morgen folgte ein ausgiebiges Frühstück und die Begrüßung durch Herrn Streicher von der BSG Blau-Gelb Axel Springer, bevor es nach einer kleineren Hafenrundfahrt im Autobus zu einer zweistündigen Hafenrundfahrt losging. Herrlicher Sonnenschein begleitete uns während dieser Stunden.

 

Frohgelaunt besichtigten wir vor dem Mittagessen, das im übrigen reichlich und wohlschmeckend im Clubhaus gereicht wurde, die Anlage von Victoria Hamburg, auf der die BSG Blau – Gelb Gastrecht genießt und die uns einen herrlichen Rasenplatz präsentierte. Ab 16 Uhr 30 wurde dem runden Leder nachgejagt. Im Vorspiel standen sich die 2. Mannschaften gegenüber und es gab ein gerechtes 1:1 Unentschieden, wenn auch die Rot‑Weißen klare Vorteile verbuchen konnten.
Im Spiel der 1. Mannschaften traf unsere Truppe auf einen Gegner, der in Hamburgs höchster Spielklasse spielt. Beide Mannschaften zeigten ein recht gutes, vor allem aber spielerisch und kämpferisch auf hoher Stufe stehendes Spiel. Nach dem Pausenstand von 1:1 (Torschütze Klaus Rüdiger mit herrlichem Flachschuss nach Alleingang), gingen die Springer‑Leute mit 2:1 in Führung und alle glaubten schon an eine Niederlage. Doch hervorragende Moral und entsprechende Kampfkraft machten es doch noch möglich. Nach dem Ausgleich durch Bernd Penski glückte Günter Zithier nach einem Eckball per Kopf ins lange Eck der Siegestreffer. Der Gastgeber war schockiert, alles, was zu Rot-Weiß gehörte, freudig erregt. Mit viel Geschick und durch die Anfeuerungsrufe der Schlachtenbummler, vor allem der „Tribünenfrauen“, angeheizt, hielt die Mannschaft das 3:2.

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 Teilweise interessierte Zuschauer beim Vorspiel:

Kurt Jüptner, Marion Schulte, Karin Begner, Gunda Zimmermann, Ilse Philipowsky,

Peter Rodewald, Jürgen Polauke, Wolfgang Rüdiger, Ivo Duchstein, Jürgen Jakuscheit (halb)

Das anschließende gemütliche Beisammensein wurde letztendlich getragen durch die Sanges – und Tanzfreudigkeit der Rot-Weißen. Die Gastgeber ließen sich mitreißen, so dass ein paar nette Stunden im Nu vergingen. Leider konnten an diesem Abend Jürgen Jakuscheit sowie Immo Knossalla nicht teilnehmen, die sich im Spiel verletzten und ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Während Immos Schulterprellung leichterer Natur war, musste sich Jürgen das Bein aufgrund einer Meniskusverletzung in Gips legen lassen.

Nach dem vergnüglichen Beisammensein folgte noch ein Zug durch die Hamburger Landschaft, der erst, als es schon hell war, von einigen beendet wurde.

Pünktlich wie die Maurer wurde am nächsten Morgen der Besuch zum Fischmarkt angetreten. Alle Interessierten waren um 6 Uhr zur Stelle. Nach dem mehr oder weniger gemeinsamen Mittagessen traten wir gegen 15 Uhr die Rückreise an. Gegen 21 Uhr 3o hatte uns endlich der Rathausvorplatz in Tempelhof wieder.

 

Fazit: Eine in allen Belangen erfreuliche Reise.

1.Gute Beteiligung, die 1. Mannschaft war komplett vertreten ,

2.Warmes und sonniges Wetter,

3. 3:1 „Punkte“ aus zwei Spielen,

4. Bei allen viel Freude und Zufriedenheit.

Einziger „Wermutstropfen“: Die Verletzungen von Immo und Jürgen.

Dass bei Rot-Weiß nicht nur Fußball gespielt wird, konnte der aufmerksame Leser bereits feststellen. Mit zu den beliebtesten Veranstaltungen gehört das alljährlich stattfindende Leichtathletik- Sportfest, an dem nicht nur die Fußballspieler, sondern auch unsere Frauen und Kinder teilnehmen.

Hier ein Bericht aus dem Jahre 1973:

Hallo, Sportfest – Fans !

Mit Erleichterung und Freude zugleich können wir heute dieses Schreiben verfassen, das uns einen Rückblick auf unser Sportfest  `73 geben soll. 

Mit Erleichterung deshalb, weil alles – bedingt auch durch das herrliche Wetter – so gut geklappt hat und mit Freude, weil man bei allen, die dabei waren, nachher nur frohe Gesichter, wenn mitunter auch ein wenig abgeschlafft, gesehen hat. 

Erfreulich – und das sei besonders betont – die überaus hohe Beteiligungsquote mit dem Rekordmeldeergebnis von 26 Männern, dazu 10 Frauen und 14 Kinder. 

Wie es nicht nur bei Rot‑Weiß usus ist, trafen die letzten Teilnehmer ein, als die ersten schon mit hängender Zunge am Ziel des 100 m – Laufes standen. Hierbei holte sich KLAUS RÜDIGER, der 12,8 sek. lief, seinen ersten Einzeltitel und für den Fünfkampf wichtige Punkte. Seinen Vorsprung konnte er bei der folgenden Disziplin,dem Weitsprung, noch ausbauen. Mit 5,21 m machte er den weitesten Satz und hatte somit schon die zweite Urkunde in der Tasche.

 

Kam es bisher ausschließlich auf Schnelligkeit und Kraft in unseren Beinen an, triumphierte beim Kugelstoßen die Armkraft. Hier konnte sich KLAUS-DIETER ARP mit Meisterehren schmücken, denn mit 9,57 m konnte er die Kugel am weitesten stoßen. Erwähnenswert, dass ihm somit der „Hattrick“ gelang, denn auch in den Jahren 1971 und 1972 war er jeweils auf dem obersten Treppchen.

Der zweite Laufwettbewerb, die 400 m, brachten den ersten Höhepunkt des Vormittags. Der an diesem Tag überragende KLAUS RÜDIGER stellte mit 57,5 sek. einen neuen Vereinsrekord auf. Vom ersten Meter an lief er gleichmäßig wie eine Uhr, eine Freude, ihm zuzusehen.

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Links: Jürgen Polauke beim Kugelstoßen. Als aufmerksamer Beobachter betätigt sich J. Roggenbach.

Mitte: Tatsächlich! Neuer Rekord! Klaus- Dieter Arp,, Peter Roggenbach und Jürgen Polauke können es kaum glauben.

Rechts: Beim 1000-Meter-Lauf: S.Volkmann und „Kläuschen“ Winter

Der absolute Höhepunkt  – nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die zahlreichenZuschauer  – war zweifelsohne der abschließende Hochsprung. Der seit Jahren von Klaus-Dieter Arp kreierte Stil der „Rolle vorwärts“ hatte auch die letzten Zweifler überzeugt, es waren viele „umgestiegen“. So mancher erzielte durch diese Stilart auf der gepolsterten Anlage gut durchführbar – persönlichen Rekord. Es gab hierbei viel Gelächter, aber noch mehr anerkennenden Beifall. Der bis hierher relativ klar führende Klaus Rüdiger bekam nun doch noch feuchte Hände, als er bei 1,5o m ausschied, die Latte auf 1,55 m gelegt wurde, und der an zweiter Stelle liegende BERND PENSKI im Flop auch diese Höhe meisterte. Zu ihm gesellten sich noch BERND HELD und THOMAS SCHMIDT, die den Endkampf unter sich ausmachten. Alle drei übersprangen auch noch 1,60 m, womit der zweite Vereinsrekord an diesem Tage perfekt war. Sieger dieses Wettbewerbs wurde jedoch BERND HELD, der alle übrigen Höhen im ersten Versuch genommen hatte, während Bernd Penski sowie Thomas Schmidt doch einige Fehlversuche aufzuweisen hatten.
Wenn auch nicht mit gleicher Energie, so doch mit ebenso großer Freude, stürzten sich unsere Frauen in das Abenteuer des sportlichen Wettkampfs. Immerhin hatten sich 10 Damen gefunden, die die Vereinsbeste ermitteln wollten.

Der 75 m – Lauf ging mit 12,1 sek. an HELGA JAKUSCHEIT, die damit nach 1970, damals in 11,6 sek., allerdings noch unter Helga Vettin laufend, zum zweitenmal Siegerin wurde. Der Weitsprung brachte einen erbitterten Zweikampf zwischen JUTTA JAHNKE und BRIGITTE ZITHIER, den Jutta letztlich mit 3,95 m für sich entscheiden konnte. Hätte Brigitte den ersten Sprung nicht knapp übertreten, dann wäre sie mit weit über 4 m Siegerin geworden.

Der abschließende Schlagballweitwurf ließ noch einmal das Herz des Chronisten höher schlagen, denn auch die Damen ließen sich nicht lumpen, mit kräftigem Armzug warf RENATE VOLKMANN den Ball auf genau 41 m – neuer Vereinsrekord. Knapp geschlagen blieb auch hier Brigitte Zithier nur Zweite. Einen 400 m-Einlagelauf gewann die laufstarke Helga Jakuscheit in 87,5 sek.,die ebenfalls neuen Rekord bedeuteten.

Alle, die den Kindern zugesehen hatten, waren um ein Erlebnis an diesem Tage reicher. Man kam aus dem Staunen nicht heraus, so waren die Mädchen und Jungen bei der Sache. Wiederum aber auch verständlich, galt es doch, die begehrten Preise zu ergattern. Alle Siege wurden mit Jubelgeschrei begleitet, doch manchmal kullerten auch einige Tränen. Andere wiederum nahmen die Ergebnisse so „mir nichts dir nichts“ zur Kenntnis, als ginge sie die ganze Sache gar nichts an. Die beiden kleinsten Würstchen, Dirk Begner und Michi Roggenbach, hatten die Lacher immer dann auf ihrer Seite, wenn sie nach langem Anlauf erschöpft die Weitsprunggrube erreichten und meinten, sie wäre ein Planschbecken und nur per Bauchklatscher zu bezwingen.

Pünktlich um 12.30 Uhr konnten die Organisatoren aufatmen, die Gedanken in der Reitersprache ausgedrückt: „Null Fehler – in der Zeit“. Vor dem gemeinsamen Essen – einem „ondit“ zufolge soll es auf Günters Teller ein Filetsteak von 450g gewesen sein – konnten die Frauen den „Lohn“ ihrer Anstrengungen, sprich: Urkunden, in Empfang nehmen. Beifall für BRIGITTE ZITHIER, die aufgrund ihrer ausgeglichenen Leistungen die meisten Punkte sammelte und somit Siegerin wurde. Auf dem zweiten Platz folgte JUTTA JAHNKE mit knappem Vorsprung vor HERTA POLAUKE.

Als dann die Kinder mit mehr oder weniger Erfolg ihre Teller geleert hatten, bekamen sie endlich ihre Preise.

Erster im Dreikampf wurde AXEL KNOSSALLA, der sich über den tollen Tuschkasten riesig freute. Die folgenden Plätze belegten die Geschwister Marianne und Frank Wunderlich. Doch selbst die beiden Kleinsten – wie gesagt Dirki und Michi – die sich mit gleicher Punktzahl um den letzten Platz „stritten“, bekamen noch je ein Pustefix, garniert mit einer großen Bonbontüte.

Nach fieberhafter Rechnerei und Schreiben der Urkunden folgte im Anschluss daran die Ehrung der Männer. Hier hatte sich Klaus RÜDIGER doch noch mit knappem Vorsprung ins Ziel retten können. Aufgrund seiner drei Einzelsiege wurde er verdientermaßen Sieger, der starke Beifall war Anerkennung genug. Nur knapp geschlagen dahinter Bernd Penski, stark im Springen und in den Laufwettbewerben, vor Thomas Schmidt, der ja neben Bernd Held und „Penny“ den Hochsprungrekord auf 1,60 m schraubte.

Fazit der Veranstaltung: Ein Volltreffer!

Hoffen wir schon jetzt auf eine gute Anlage und herrliches Wetter für 1974.

VEREINSREKORDE
Schneller – höher – weiter!
MÄNNER  
 100 m : Jürgen Jakuscheit 12,1 sek. (1975)
 400 m : Klaus Rüdiger 57,5 sek. (1973)
1000 m : Klaus Janus 3:13,9 min. (1971)
5000 m : Klaus Rüdiger 19:47,2 min.(1987)
Hochsprung : Thomas Schmidt 1,63 m (1974)
Weitsprung : Jürgen Jakuscheit 5,61 m (1970)
Kugelstoßen : Jörg Haun 10,12 m (1970)
Fußballweitschießen: Jürgen Jakuscheit 52,20 m (1970)
   
FRAUEN  
  75 m : Andrea Janus 11,4 sek. (1972)
400 m : Helga Jakuscheit 87,5 sek. (1973)
Weitsprung : Andrea Janus 4,40 m (1972)
Schlagballweitwurf : Renate Volkmann 41 m (1973)
MEHRKAMPFGEWINNER  
Männer Frauen
1970 Jürgen Jakuscheit Helga Jakuscheit
1971 Immo Knossalla Dagmar Riebeck
1972 Jürgen Jakuscheit Andrea Janus
1973 Klaus Rüdiger Brigitte Zithier
1974 Jürgen Jakuscheit Brigitte Zithier
1975 Jürgen Jakuscheit Brigitte Knossalla
1976 —
1977 Immo Knossalla
1978 Immo Knossalla

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Bereits 1968 fand das erste Sportfest statt. Links: K.D.Arp beim Hochsprung,Vater Emil Knossalla springt in Gedanken mit.
Mitte: Das Kugelstoßfeld. Rechts: Horst Look beim Stoß.

1974

Das Jahr 1974 war für unsere Sportgruppe ein „Jubeljahr“ wie es im Buche steht. Zum einen konnten wir unser 20 – jähriges Bestehen feiern, zum anderen spielten wir wieder in der obersten Spielklasse in der Liga.

In der Staffel B hatte man uns doch einige recht starke „Brocken“ vorgesetzt, so u.a. die Stadtreinigung, Schering, die BfA, Berliner Bank, das BA Tempelhof und die FG Südwest.

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Hinten: Held, Rodewald, Schmidt,Philipowsky, Penski,Polauke, Zithier, Jakuscheit,Roggenbach

 Vorn: Begner, Knossalla und Rüdiger

Festgehalten sei hier ein Rundschreiben an alle Mitglieder aus dem Monat Juni, das einen Rückblick auf die 1. Hälfte der Spielzeit in kurzen Überblicken bringen sollte:

Hallo, Rot-Weiße! Es ist wieder einmal an der Zeit Rückschau zu halten, denn mit dem Spiel gegen die BfA schlossen wir die 1. Serie der Punktspielsaison 1974 ab. 

Vorweg: Wir alle haben Grund zur Freude, hat sich doch das „Abenteuer Liga“ bisher für uns als Positivum gezeigt. Gingen wir mit einiger Skepsis und vielleicht auch mit etwas Angst in die ersten Spiele, so änderte sich das, als offenbar wurde, dass unsere Mannschaft dem rauhen Klima der höchsten Spielklasse voll und ganz gewachsen war.

Die spektakulärsten Erfolge waren zweifelsohne in den Spielen gegen den Spitzenreiter Schering, gegen den Berliner Meister Stadtreinigung und gegen die BfA zu verzeichnen. Schering bekam von uns beim 1:1 im Stadion Rehberge den ersten Minuspunkt verabreicht. 

Es zeigte sich schon in diesem Spiel, dass wir nicht nur kämpfen, sondern auch spielerisch mithalten konnten. Mit folgender Mannschaft traten wir an: 

KNOSSALLA, ZIMMERMANN, POLAUKE, BEGNER, JAKUSCHEIT,RÜDIGER,RODEWALD, PENSKI,  SCHMIDT, ZITHIER, HELD.

Einen weiteren wertvollen Auswärtspunkt holten wir beim torlosen Unentschieden gegen die Stadtreinigung. Gaben wir hier auch das Mittelfeld kampflos preis, um unseren Erfolg in der Defensive zu suchen, waren unsere Konter doch stets gefährlich. 

Die BfA – Abonnementendspielgegner in den Vorjahren – konnten sogar im heimischen Volkspark mit 3:2 geschlagen nach Hause entlassen werden. Trotz eines unglücklichen Selbsttores in der 44. Minute, das uns zur Pause mit 1:2 zurückwarf, fand die Mannschaft in der 2. Hälfte noch die Kraft, mit entscheidenden Kontern den Rot – Weiß – Anhang jubeln zu lassen! Unsere Torschützen waren Helmut Zimmermann zum 1:1 und zum 3:2, während Benny Held zwischenzeitlich den Ausgleich markieren konnte.

 

Natürlich gab es auch Spiele, die weniger erfolgreich und somit unerfreulicher für uns verliefen. Doch das muss eben so sein, so macht das Fußballspiel ja erst richtigen Spaß. Mit 0:5 strichen wir beim BA Tempelhof die Segel, gegen das Schlusslicht Blau‑Gelb mussten wir uns mit einem 1:1 zufrieden geben und die Berliner Bank gab uns mit 3:5 das Nachsehen. 

Der zur Zeit günstige Tabellenplatz darf und wird uns jedoch kaum dazu verleiten, nunmehr in der Rückrunde alle Fünfe gerade sein zu lassen. Die noch fehlenden Punkte zum Klassenerhalt werden wir – dessen bin ich ganz sicher – bestimmt noch einfahren.

Nach Beendigung der ersten Serie ergab sich folgender Tabellenstand

Platz
Mannschaft
Spiele
Siege
Unentschieden
Niederlagen
Tore
Punkte
1
Schering1310 1129:1123: 3
2
Stadtreinigung 1283129: 619: 5
3
BA Tempelhof1273238:2417: 7
4
Rot-Weiß Tempelhof1254324:2314:10
5
Berliner Bank 1261539:2813:11
6
BfA 1152423:1812:10
7
FG Südwest1136222:1912:10
8
SV Zehlendorf1242622:2010:14
9
Finanzsportverein 1140722:238:14
10
Osram1123622:417:15
11
BA Wedding 1223717:347:17
12
De Te We 1021717 :355 :15
13
Blau-Gelb 51 1212925:46 4:20

Die Torschützenliste führte Bernd Held mit 8 Treffern vor Helmut Zimmermann und Peter Rodewald mit je 4 Treffern an.

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Impressionen in der Halbzeitpause:

Rodewald, Zithier (verdeckt), Knossalla, Jakuscheit (verdeckt), Rüdiger, Begner, Held

Auch in der Rückrunde konnten wir an die Erfolge der 1. Serie anknüpfen. Sie begann mit einem 1:1 gegen Südwest und im Anschluss daran wurde das BA Tempelhof mit 5:1 vom Platz gefegt. Dreimal war BERND HELD erfolgreich und BERND PENSKI stand ihm mit zwei Toren nicht viel nach.

Selbst mit einer sog. „Verlegenheitself“ aufgrund der Urlaubszeit gelang uns gegen Blau-Gelb ein klares 4:0. Hier die Aufstellung:

KNOSSALLA – SCHIELKE, POLAUKE, D.TRENKLER – G.TRENKLER, PAECH, JAKUSCHEIT – PENSKI,PIRKER, LANGE (UTZ), HELD.

Die Tore schossen Penski und Pirker je zwei. Nach einem weiteren Sieg gegen den Finanzsportverein mit 6:2 und einem 1:1 gegen unseren alten Bekannten DE TE WE folgte gegen Osram mit 2:3 die erste Niederlage, der sich zwei weitere gegen die Berliner Bank (2:5) und die BSR (1:2) anschlossen. Am Ende der Saison hatten wir uns nur um einen Platz verschlechtert, mit 26:22 Punkten belegten wir Rang 5.

Überlegener Torschützenkönig mit 15 Treffern wurde Bernd Held.

Trotz unserer Jubiläumsfeierlichkeiten fanden wir dennoch Zeit für eine Reise, die uns in die Sportschule nach Lastrup, einem kleineren Ort bei Bremen, führte. Wir wohnten dort alle unter einem Dach, hatten die Möglichkeit im direkt neben der Sportschule gelegenen Bad zu baden, konnten weiterhin kegeln und auch Tischtennis spielen. Auf einem Rasenplatz, der natürlich auch zur Schule gehörte, gelang gegen die Gastgeber ein klarer 4:1-Sieg, den folgende Mannschaft herausspielte:

SCHMIDT – PHILIPOWSKY, POLAUKE, LIESENFELD – BRÜGGEMANN, RODEWALD, PIRKER – ZIMMERMANN, ROGGENBACH, ZITHIER, D. TRENKLER.

Jürgen Pirker (2), Günter Zithier und Dietrich Trenkler erzielten unsere Tore.

Dass die Jubiläumsfeierlichkeiten ein voller Erfolg wurden, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich hierzu ein Ausschuss gebildet hatte, der bereits 2 Jahre davor die Arbeit aufgenommen hatte. Auf sportlichem Gebiet fand am 17. und 18. Mai ein Turnier im Volkspark Mariendorf statt, an dem folgende Mannschaften teilnahmen:

Gruppe 1: BA Tempelhof, SV Senat, RW Tempelhof;

Gruppe 2: Axel Springer, WB Allianz, FG Südwest.

Die Gruppenspiele fanden am Freitag statt, aus denen sich für den Sonnabend folgende Spielpaarungen ergaben

5./ 6. Platz  :   Senat -Allianz 4:1

3./4. Platz:  RWT – Südwest 3:4

Endspiel:     BAT- Springer   0:1

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Links 1.Männer: stehend v.l.:Zithier, Rodewald,Philipowsky,Penski,Pirker,Zimmermann,Jakuscheit,Held
v.l.:Schmidt,Knossalla,Begner,Rüdiger

Rechts 2.Männer.h.v.l.:K.D.Paech,S.Volkmann,Winter,Utz,Niederstraß,K.H.Paech,Schielke,H.Volkmann,
v.l.:D.Trenkler,Jüptner,Wunderlich

Damit wurde die Mannschaft von Springer Gewinner des Jubiläumspokals. Überraschend insofern, als seinerzeit in den Reihen des Bezirksamts Tempelhof Spieler mit zumindest für den Betriebssport klangvollen Namen standen, wie z.B. GRYMEL, FÄRBER, BECKER, VIERT, TRINKO, FÖRSTER, PIESNACK und Torwart RUSCH.

Im Spiel um den 3. Platz unterlagen wir einmal mehr der FG- Südwest mit 3:4. Unter der wie immer sachkundigen Leitung von Waldemar MÜLLER – BA Tempelhof – standen sich die Mannschaften in folgenden Aufstellungen gegenüber:

  1. Südwest:SCHLICHT – FIEBELKORN, MÜLLER, GRIESCHE, JANCEWSKI, FISCHER, NICKEL, FABARIUS, RÖSELER, OTTO und MARTIN.

Rot-Weiß: KNOSSALLA – ZIMMERMANN, RÜDIGER, BEGNER, JAKUSCHEIT, PHILIPOWSKY, PIRKER, PENSKI, SCHMIDT, RODEWALD und HELD.

Am Sonnabend, d. 18.05., fand in den Kindl – Festsälen die Jubiläumsfeier statt, die – zu den Klängen der Band von Dieter Pfeiffer – ein voller Erfolg wurde. Als Ehrengäste konnten wir nicht nur den gesamten Vorstand des FVF mit Willi Gundlach und Max Schmidt mit ihren Ehefrauen begrüßen, sondern auch unzählige Freunde anderer BSGen waren unserer Einladung gefolgt. Hier wurden nicht nur die Siegermannschaften mit Ehrengaben bedacht, sondern auch der Torschützenkönig – LUTZ OTTO von der FG. Südwest mit 5 Toren – sowie RAINER SABIN von der Axel-Springer-Mannschaft als überragender Torwart, erhielten je einen Einkaufsgutschein für Sportartikel in Höhe von 5o DM.

Überflüssig zu erwähnen, dass das Tanzbein bis in den frühen Morgen geschwungen wurde.

1975

Im 3. Jahrzehnt spielten wir das 3. Jahr in der Liga in der Hoffnung, wieder ungeschoren wenigstens einen gesicherten Platz innerhalb des Mittelfeldes zu erreichen.

Dass wiederum starke Konkurrenz anzutreffen war, merkten wir schon im ersten Spiel, denn gegen LVAB wurden wir mit 1:3 nach Hause geschickt. Eine Woche später glückte uns dann gegen die Mannschaft von Schering nach Toren von Held und Pirker ein knapper 2:1-Sieg. Wiederum Benny Held und Klaus Rüdiger sicherten im Spiel gegen die Mannschaft von Gartenfeld den 2:0 -Sieg, dem sich eine empfindliche 0:3-Niederlage gegen die Postler von SV Zehlendorf anschloss.

Gut erholt stellten wir uns dann auf dem gefürchteten Acker des Spandauer Ziegelhofs vor und landeten gegen Stahlform Berlin einen klaren 4:0 -Erfolg. Die Torschützen waren HELD, JAKUSCHEIT, RODEWALD (11 m) und BEGNER. In den Keller ging es dann wieder mit einer 1:2-Niederlage gegen Mercedes. Nach einer 1:0 -Halbzeitführung durch ROGGENBACH fingen wir uns im zweiten Abschnitt noch zwei Tore ein.

Nach Beendigung der 1. Serie lagen wir mit 10:14 Punkten zwar nur im unteren Drittel, doch von einer akuten Abstiegsgefahr war keine Rede. Die konnten wir auch im zweiten Durchgang im Keim erstikken, denn wenn es brenzlig wurde, holten wir rechtzeitig die nötigen Punkte. Ein Kuriosum dabei, dass wir die letzten fünf Spiele in Serie unentschieden spielten, wobei ein 3:3 gegen die BfA war, die überlegen mit 5 Punkten Vorsprung Meister wurde. Wir belegten bei der Endabrechnung Platz 7 mit 22:26 Punkten und einem Torverhältnis von 37:44.

Über die Pfingstfeiertage hatten wir den SV Straßdorf bei uns zu Gast, einen DFB-Verein aus dem Frankenwald. Die Straßdorfer verlebten bei uns schöne, wenn auch teilweise recht anstrengende Tage, die sie sich aber selbst zuzuschreiben hatten. Einige waren kaum in ihren Unterkünften im Haus Buhr und im Lichtenrader Hof.

Das Spiel in Freundschaft endete im Friedrich-Ebert-Stadion dann mit einem 5:3-Erfolg für uns, denn den Straßdorfern setzte nicht nur das warme Wetter zu …

Der Abend wurde dann ein voller Erfolg – diesmal nicht nur für uns. Die Straßdorfer waren bei unserem im Jugendheim veranstalteten Grillabend in toller Form, der Abschied zu später Stunde zur Abfahrt in die Unterkünfte dauerte über Gebühr lange. Am Ende war es der Mannschaftsführung dennoch nicht gelungen, alle zu mobilisieren, denn vereinzelt sah man immer noch Straßdorfer auf dem Gelände.

 

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Die 1. Vorsitzenden im Gespräch. Siegfried Witzgall Märchenstunde mit Günter Zithier. Aufmerksame
– SV Straßdorf und Olaf Liesenfeld – Rot-Weiß Tempelhof Lauscher sind J.Begner, E.Winter u. J.Arp

Revanchieren konnten sich unsere Gäste dann bei unserem Gegenbesuch, der vom 12.-14.09. stattfand. Wir verlebten ein ereignisreiches Wochenende mit einer Frankenwaldrundfahrt, einem Fußballspiel und einem anschließenden Fest, bei dem es wahrlich „rund“ ging. So viel Stimmung hatte das Straßdorfer Vereinsheim bestimmt lange nicht erlebt.

Auch hier konnten wir das Vergleichsspiel siegreich für uns beenden, denn diesmal behielten wir mit 6:2 klar die Oberhand. Nachdem es zur Pause schon 4:1 hieß, ließen wir den zweiten Durchgang etwas ruhiger angehen. Jürgen Jakuscheit, Peter Rodewald und Claus Brüggemann (2) sorgten für die Tore vor der Pause, denen im zweiten Abschnitt Axel Saalfeld zwei weitere folgen ließ.

Wir spielten im übrigen mit folgender Mannschaft:

KNOSSALLA – BEGNER, POLAUKE, RÜDIGER – JAKUSCHEIT, PHILIPOWSKY, SCHMIDT ROGGENBACH, BRÜGGEMANN, RODEWALD, HELD.

Ab der 46. Minute spielte AXEL SAALFELD für Claus Brüggemann.

In diesem Jahr wurde unter der Leitung von Peter Roggenbach unter Mitarbeit von Klaus-Dieter Arp und Immo Knossalla der neue Rot-Weiss-Report zum Leben erweckt. Eine Vereinszeitung, die 3-4 Mal im Jahr kostenlos für die Vereinsmitglieder erstellt wurde. Für den Druck war Günter Zithier verantwortlich.

 

1976

image130Das Jahr 1976 begann vereinspolitisch mit einem Paukenschlag:

 

Bis auf den Kassierer Helmut Zimmermann trat der gesamte Vorstand zurück. Rückblickend eine Entscheidung, die zu akzeptieren war; es waren zwischenzeitlich doch immerhin einige Jahre vergangen, als sich Olaf Liesenfeld, Jürgen Polauke und Peter Rodewald zur Wahl gestellt hatten. Als Abschiedsgeschenk hatte sich der Vorstand jedoch noch ein Bonbon besonderer Art vorbehalten: Eine überarbeitete Satzung, die letzten Endes Grundlage für die geplante Eintragung in das Vereinsregister als e.V. war. Diese Eintragung war dann gewissermaßen die „erste Amtshandlung” des neuen Vorstandes, ab 1976 sind wir nunmehr ein e.V.
Auf sportlichem Gebiet brachte uns das Jahr wenig Erfreuliches , denn zum Saisonabschluß mußte die 1. Mannschaft den bitteren Gang in die 1. Klasse antreten. Die Truppe war im Vergleich zu den Vorjahren nicht wiederzuerkennen, letzten Endes fehlte es dann auch noch hier und dort am nötigen Glück. Wir lagen schnell mit am Ende der Tabelle, denn die ersten Spiele gingen alle in die Hose. Es begann mit einem 0:1 gegen Osram, dem ein 0:3 gegen die Mannschaft von Südwest folgte und erst im dritten Spiel gelang gegen die Mannschaft der Feuerwehr‑Süd mit einem 2:2 der erste Punktgewinn. Die BfA fertigte uns 3:1 ab, gegen Schering verloren wir knapp mit 2:3, ehe wir bei Gartenfeld mit einem 2:2 den zweiten Punkt holten. Ein Aufschwung schien sich im Spiel gegen die Allianz anzubahnen, denn in dem bisher besten Spiel führten wir zur  Pause sage und schreibe mit 3:0 Toren. Am Ende mußten wir dann froh sein, wenigstens noch ein 3:3 – Unentschieden erreicht zu haben. Der erste Sieg gelang uns dann im Auswärtsspiel gegen Siemens, das wir mit 3:1 gewannen.

Weiteren Auftrieb erhofften wir uns durch einen Sieg im ÖTV – Pokal gegen das Berufsförderungswerk. Wir gewannen zwar mit 5:0 in diesem einseitig geführten Spiel recht klar, doch wirkte dieser Sieg für die Zukunft nicht leistungsfördernd. Wir spielten seinerzeit in folgender Aufstellung:

SKOWRONSKI – BRÜGGEMANN, ROGGENBACH, LEUENDORF – REICHARDT, RODEWALD, R.LANGE – D.LANGE, PIRKER, U.LANGE und HELD.

Von der 5. Minute ab spielte Schmidt für U.Lange. Die Tore schossen Schmidt, D.Lange, R.Lange und Held (2).

Die Rückrunde brachte uns fünf Niederlagen in Serie, ehe mit einem 5:5 gegen SV Zehlendorf mal wieder ein Pünktchen bei uns gutgeschrieben werden konnte. Doch auch der konnte uns letzten Endes nicht vor dem bereits erwähnten Abstieg retten.

Trotz allem aber war unsere Reiselust ungebrochen, es ging nach Hamm in Westfalen. Gegen eine mit einigen recht starken Spielern durchsetzte Mannschaft der Isenbeck-Brauerei reichte es nur zu einem 2:2 – Unentschieden.

 

1977

Wer hätte das gedacht? Wir spielten sozusagen nur eine einjährige Gastrolle in der 1. Klasseund schafften den Wiederaufstieg auf Anhieb. Motiviert durch den neuen Trainer ‑ Olaf Liesenfeld stellte sich erfreulicherweise zur Verfügung – fand die verjüngte Truppe zu einstiger Spielstärke zurück und wurde Staffelzweiter.

Wir hatten es immerhin doch mit recht spielstarken Gegnern zu tun, wenn man sich folgende Mannschaften betrachtet: BERLINER KINDL ,BA KREUZBERG, ELECTROLUX, NEUKÖLLN 61, MERCEDES 69, SPRINGER u.a.

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Rot-Weiß in den hellen Trikots v.l.: B.Lange,, K.-D.Paech, Winter, Fieck, Utz, Jüptner, K.-D.Arp,

unten v.l.: S.Volkmann,  H.Volkmaann, Knappeck

on Beginn an zeigte sich, dass die beiden Aufsteiger zur Liga nur unter den Mannschaften von Kindl, BA Kreuzberg und uns zu suchen sind. Alle anderen Mannschaften spielten nur eine untergeordnete Rolle, nachdem auch feststand, dass Mercedes 69 weit von einstiger Spielstärke entfernt war.

Entscheidend für die Erringung des 2. Tabellenplatzes war die Tatsache, dass wir in der Rückrunde sowohl die Mannschaft von Berliner Kindl mit 2:1 schlagen konnten, als auch der relativ klare Erfolg von 4:1 gegen unseren ärgsten Rivalen BA Kreuzberg.

Hier ein seinerzeit im „Rot – Weiß – Report“ festgehaltenr Bericht von Jürgen Pirker:

„Dieses schwere Spiel gegen einen weiteren Aufstiegsaspiranten musste unbedingt gewonnen werden, sollte der Aufstiegszug nicht vorzeitig schon abgefahren sein. In der 1. Halbzeit hatten wir, wie so oft, ein deutliches spielerisches Übergewicht. Aufgrund schlechter Lauf- bzw. Deckungsarbeit (gesamtes Mittelfeld und Penski) konnte dieses Übergewicht jedoch nicht in Torchancen umgesetzt werden .
Die zweite Halbzeit sah dann eine energisch kämpfende Rot ‑ Weiß Mannschaft, die zwangsläufig Torchancen herausspielte und endlich einmal ihre Chancen nutzte. Spielbestimmender Spieler war in dieser Zeit zweifellos Peter Roggenbach, der nicht nur klug das Tempo machte, sondern auch hervorragende Deckungsarbeit leistete.Der gute Peter erlebt augenscheinlich seinen zweiten Frühling. Die Abwehr stand bis auf zwei oder drei Ausnahmen sehr sicher – vorn, im Sturm wurde recht viel gelaufen und die sich bietenden Chancen fast optimal genutzt.“

 

Wir spielten in folgender Aufstellung:

PRIDÖHL ‑ RODEWALD, PIRKER, LEUENDORF JAKUSCHEIT, RÜDIGER, SCHMIDT – D.LANGE, ROGGENBACH, PENSKI, HELD.

Die Tore erzielten Held (2), Jakuscheit und Penski.

In der Schlussphase der Meisterschaft konnte sich dann die Truppe der Kindl-Brauer recht sicher als Meister absetzen, denn sowohl wir als auch die Kreuzberger verloren noch den einen und anderen Punkt.

Hier der Endstand:

PlatzMannschaftTorePunkte
1Berliner Kindl101:2343: 5
2Rot -Weiß Tempelhof66:3037:11
3BA Kreuzberg68:4133:15

ROT – WEISS IN PRAG

Erstmals in unserer Vereinsgeschichte wurde eine Fahrt ins Ausland durchgeführt –  „Prag, die goldene Stadt“ war unser Ziel. Zu diesem Wochenendtrip hatten sich leider nur 15 Personen gefunden, für Rot-Weiß-Verhältnisse eine verschwindend geringe Zahl.

Am Freitag, d. 11.11.77, ging es um 6.00 Uhr vom Bahnhof Friedrichstraße los. Man erreichte Prag gegen 14.00 Uhr und war sofort vom besonderen Fluidum dieser Stadt gefangen. Am Nachmittag stand ein Bummel durch die Altstadt auf dem Programm, der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen im „Schweigk“.

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Am Samstag folgte das Freundschaftsspiel gegen Viktoria Prag, eine Mannschaft der dritthöchsten Spielklasse. Mit der Mannschaft

 

SKOWRONSKI – MAIER, PIRKER, B.LANGE  – LEUENDORF, JAKUSCHEIT, R.LANGE, PENSKI – KIRSCHSTEIN, PRIDÖHL, UTZ –  Ersatz: LIESENFELD

und Tore durch Robert Pridöhl und Jürgen Pirker gelang uns ein sehr beachtliches 2:2 – Unentschieden.

Mit vielen neuen Eindrücken wurde diese als sehr gelungen bezeichnete Reise am Sonntag beendet. Allen, die dabei waren, fiel der Abschied mehr als schwer.

 

 

 

1978

Im Aufstiegsjahr zur Liga – und das war nicht nur Olafs Meinung – erhoffte man sich allgemein vielleicht doch einmal einen Tabellenplatz unter den ersten Drei. Vom Spielerischen her konnten wir ja schon immer gegen jeden Gegner bestehen, nur fehlte uns über die Dauer der Distanz das Stehvermögen.

Im ersten Spiel gegen den Pokalsieger 1977 – BA Reinickendorf – lief es wieder recht gut, nur konnten wir die uns sich bietenden Chancen mal wieder nicht nutzen und unterlagen am Ende mehr als unglücklich mit 1:2 Toren.

 

Hier ein Kurzbericht aus der Fußball-Woche – Sport im Betrieb :

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Mannschaftsaufstellung: Pridöhl – Schmidt – Bläsing, Rodewald, Leuendorf, Jakuscheit, Pirker, R.Lange, D.Lange, Penski, Held

Leider ein Start, wie ihn sich Trainer Olaf Liesenfeld gewiss nicht vorgestellt hatte. Nun galt es, zumindest im folgenden Spiel, beide Punkte zu holen, um nicht gleich zu Beginn der Serie „von der Rolle“ zu sein.

Hier galt es gegen die Mannschaft von Osram zu bestehen, die immer zu unseren „Angstgegnern“ zählte. Lange Zeit stand das Spiel leistungsgerecht unentschieden, als in der 71. Minute der Osram-Goalgetter Bardos seine Mannschaft in Führung schießen konnte. Doch endlich einmal raffte sich unsere Mannschaft zu einer Leistung auf, die letztendlich durch drei Tore belohnt wurde.

Auch in den nächsten Spielen lieferten wir recht gute Partien, so schlugen wir den Finanzsportverein mit 5:2, brachten Kindl mit 3:2 die erste Niederlage bei und schlugen Blau-Gelb 51 mit 5:2. Gegen Gartenfeld reichte es dann allerdings nur zu einem mageren 0:0 – Unentschieden, doch es brachte immerhin einen  Punkt für uns ein. Es war aber bereits schon hier abzusehen, dass uns auch diesmal wieder mal der ganz große Wurf nicht gelingen würde, zu unterschiedlich waren wir in unseren Leistungen.

Eines unserer besten Spiele lieferten wir beim späteren Berliner Meister – SG Schering –  als wir uns im Stadion Rehberge mit einem 1:1, das als sehr glücklich für Schering anzusehen war, einen Punkt holten. Mit einem sagenhaften 22 m- Freistoß schoss uns JÜRGEN JAKUSCHEIT in Führung und erst weit in der zweiten Halbzeit konnte Schering im Anschluss an einen Eckball durch Kokott, ihren neuen Torjäger, ausgleichen.

Zum Abschluss der Saison hatten wir wieder “nur” den 5. Tabellenplatz erreicht, mit dem wir dennoch mehr als zufrieden waren. Erster in der Staffel wurde Schering vor der FG. Südwest, dem BA Reinickendorf und Blau‑Gelb 51, das nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor uns rangierte.

Schloss Gattendorf bei Hof war in diesem Jahr unser Reiseziel. Gegen Blau‑Weiß Hof siegten wir am 4.11.78 klar mit 4:2 Toren. Diese wurden von K.H. Paech, Krämer und Held(2) erzielt. Im übrigen stellte sich folgende Mannschaft dem Gegner.:

PRIDÖHL – TSCHESLOG, ARP, S.VOLKMANN, KRÄMER, RÜDIGER, FIECK, JAKUSCHEIT, WERK, K.H. PAECH, HELD.

 

In der zweiten Halbzeit wurden eingewechselt:

MAIER, BRÜGGEMANN, LEUENDORF, ZIMMERMANN.

 

1979

Die Berliner Zeitung „Der Abend“ berichtete:

Auf der Straße fing alles an…

Fußball – SG von RW Tempelhof 25 Jahre alt  „Familienbetrieb“

 

Mit einer internen Feier begeht die SG-Rot-Weiß Tempelhof in diesem Monat ihr

25 jähriges Jubiläum. Am 2. Mai 1954 wurde diese Sportgemeinschaft im Jugendheim Holzmannstraße aus der Taufe gehoben. 

Die Rot -Weißen spielen seit jeher nur Fußball. Seit den Gründungstagen sind sie Mitglied der damaligen IG Fußball, dem Vorläufer des Fachverbandes Fußball im BSVB. Ihnen wurde eine Sonderstellung zugebilligt, da es sich ja hier nicht um eine Firmenmannschaft, sondern um das Team eines Jugendfreizeitheims handelt. 

Mit einer sogenannten “Straßenmannschaft” fing es an. Zunächst blieb man immer nur Mittelmaß, einige Jahre nach der Gründung war dann der Aufstieg zur Liga geschafft, ehe es wieder bis in die 2. Klasse hinabging. Der Wiederaufstieg ließ lange auf sich warten, erst im Jahre 1974 gelang der Sprung zurück in die Liga. Aber drei Spielzeiten später ging es erneut eine Etage nach unten. Seit der letzten Saison (6.) gehört Rot-Weiß wieder zum Oberhaus und nimmt gegenwärtig mit 6:0- Punkten sogar einen Spitzenplatz ein. 

Die Rot –Weiß -Sportgruppe ist gewissermaßen Familienbetrieb, denn Kontakt unter den Spielern wird nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch außerhalb des Spielfeldes großgeschrieben. Private Bindungen unter den Spielern gehen sogar soweit, dass man sich vereinzelt Zweifamilienhäuser kaufte und zusammen wohnt. 

In jedem Jahr verstehen sich die Rot-Weißen aufs Feiern: Grillabende, Sportfeste mit Frau und Kind, Leichtathletikveranstaltungen mit eigenen Rekordlisten, Radtouren und nicht zuletzt zahllose Reisen, vor zwei Jahren bis nach Prag, lockern das Leben in der Sportgruppe auf. Damit alle 35 Mitglieder immer auf dem laufenden sind, geben die Fußballer eine eigene Vereinszeitung heraus. Sie wird bei einem Pfarrer in Neukölln selbst

erstellt. Zum 25. Jubiläum erscheint eine 80 Seiten umfassende, bebilderte Chronik. 

Bei den Feierlichkeiten am 19. und 20. Mai 1979 auf der Insel Schwanenwerder bleibt die Offentlichkeit draussen. Fast 150 „Rot-Weiß-Angehörige“ treffen sich, Fussballer, Ehefrauen und Kinder. Für die beiden Tage stellen die Männer um den 1.Vorsitzenden Klaus-Dieter Paech und seinem Stellvertreter Peter Roggenbach ein umfangreiches Programm auf die Beine: Sonnabends gibt es beim Jubiläumsvergnügen eine große Tombola. Der Sonntag beginnt mit einem „Katerfrühstück“ und endet mit zahlreichen sportlichen Leckerbissen, wie Fussballtennis, Torwandschießen und einem Spiel der Ehefrauen gegen ihre Männer. Für diese Feier konnte man durch eine Vereinsumlage und diversen Spenden immerhin 5500,- DM sammeln.

Nach dem Jubiläum geht es dann wieder weiter im alltäglichen „Trott“ der Ligaspiele, und vielleicht gelingt den Rot-Weissen diesmal sogar der Sprung ins Endspiel, der Grundstein dafür ist bereits gelegt. Zu den Spielern der ersten Garnitur gehören: Siegfried Bläsing, Achim Brüggemann, Claus Brüggemann, Bernd Held, Jürgen Jakuscheit, Thomas Krämer, Reiner Lange, Ulrich Leuendorf, Bernd Penski, Jürgen Pirker, Jürgen Polauke, Robert Pridöhl, Günter Reichardt, Peter Rodewald, Klaus Rüdiqer, Thomas Schmidt und der seit seinem 14. Lebensjahr bereits bei Roß‑Weiß kickende Peter Roggenbach (39).

Alles in allem eine „verschworene“ Truppe, bei der der eine für den anderen einspringt und echte Kameradschaft das Vereinsleben prägt.

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Jubiläumsfeier auf Schwanenwerder mit insgesamt 150 Teilnehmern!

Im Jubiläumsjahr nimmt unsere Sportgruppe mit vier Mannschaften am Punktspielbetrieb teil.

 

Die 1. Mannschaft nimmt zur Zeit mit 8:0 Punkten – nach dem letzten Spiel gegen die Berliner Bank, das mit 3:0 gewonnen wurde – einen vorderen Tabellenplatz ein, während die 2. Mannschaft und die Senioren- Mannschaft keinen allzu guten Start hatten und am unteren Ende der Tabelle liegen. Die erstmals am Spielbetrieb teilnehmende 3. Mannschaft hat einen Platz im oberen Drittel der Tabelle.

Natürlich darf die Jubiläumsveranstaltung auf der Insel Schwanenwerder nicht unerwähnt bleiben. Ein Jubiläum ohne Fußballturnier, dafür eine Wochenendveranstaltung für die ganze Familie. Der Wettergott spielte mit und so konnte das geplante Programm ohne Beeinträchtigungen abgewickelt werden. Alle RWT- Wochenendler hatten viel Spaß an den Spielen, an denen Frauen, Freundinnen, Männer und Kinder gleichermaßen teilnehmen konnten. Der Sonnabend wurde mit einem gelungenen Tanzabend abgeschlossen.

Kurzum, die Veranstalter hatten sich was einfallen lassen. Wir sollten diese harmonisch verlaufenen Tage nicht vergessen.

Die aktiven RWT- Mitglieder hatten Gelegenheit, anlässlich dieses Wochenendes Harmonie zu tanken. War das auf dem Spielfeld sichtbar?

Kurzzeitwirkung war vorhanden, Rot -Weiß Tempelhof machte Schlagzeilen. Wann hatte es das zum letzten Mal gegeben?

Die FUWO vom 2. Juli 1979 sieht Rot-Weiß Tempelhof an der Tabellenspitze.

 

Tabellenstand der Liga, Staffel B       Tabelle vom 10.10.1979

1. Rot Weiß Tempelhof

2. SV Senat

3. Feuerwehr Süd

4. Neue Heimat

5. SG Siemens

6. Berliner Lehrer

7. FC Spandau 68

 8. Berliner Bank

 9. FU Berlin

10. BA Kreuzberg

11. Flohr Otis

11 SV Zehlendorf

13. Grün Schwarz 60

Alle träumen vom Endspiel um die Berliner Meisterschaft.

Der Fußballalltag sieht jedoch anders aus. Die Realität holt die 1. Mannschaft schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

Nicht gleichbleibende Leistungen verursachen Rückschläge. Am Jahresende, einen Spieltag vor Beendigung der Punktspielserie, findet sich Rot – Weiß auf dem 6. Tabellenplatz wieder.

Die 2. und 3. Mannschaft konnten sich einen Mittelplatz sichern, während die AH-Manschaft noch Aufstiegshoffnungen hegte.

Neues Leben in den Verein brachten 9 Zugänge, Vereinsmitglieder wurden: v.Allmen, Behringer, Ehl, Fachinger, Handl, Menemenci, G.Reichardt, Tjarks und A.Vater.

Dagegen erklärten ihren Austritt: Akpinarca, Knappeck, U.Lange, Müller und Schielke.

Würde der Saldo zwischen Zu- und Abgängen jedes Jahr so aussehen, bräuchte sich der Verein um seinen Fortbestand keine Sorgen zu machen.
Zum Abschluss noch ein Wort in eigener Sache. Der Vorstand dankt allen, die zum Gelingen dieser Chronik beigetragen haben, allen voran unseren „Druckern“  JOCHEN BEGNER, GERHARD FIECK und KLAUS-DIETER LAUBMANN.
Um Nachsicht bitten wir die Spieler der 2., 3. und Seniorenmannschaft, deren Spiele einfach nicht niedergeschrieben werden konnten. Das lag einmal mehr an den fehlenden Unterlagen, hätte aber natürlich auch den “engen Rahmen“ dieser Chronik gesprengt.